Baldachin
der; bei kirchlichen Prozessionen benutzter Traghimmel.

 

Baptisterium
das (griech.-lat. baptein = "tauchen"); 1. Bez. für das Taufbecken (Taufe). 2. Bez. für den Taufort (eigenständige Taufkirche), der sich in frühchristlicher Zeit unmittelbar neben einer Kirche befand und in dem sich ein von fließendem ("lebendigen") Wasser gespeistes Becken befand. Die Taufe fand nur in einem Baptisterium statt. Die Täuflinge waren Erwachsene. Sie mussten bei der Taufzeremonie in das Becken steigen und wurden mit Wasser übergossen. Heute erfolgt die Taufe an einem kleinen Taufbecken innerhalb der Kirche.

 

Basilika
die (griech. basiliké = "Königshalle"); in der römischen Architektur eine langgestreckte, meist mehrschiffige überdeckte Halle, die als Gerichtsraum oder Markt diente. Daraus entwickelte sich die Hauptform des christl. Kirchenbaus mit drei oder fünf Schiffen, das mittlere höher als die seitlichen. Die vier römischen Patriarchalbasiliken (St. Johannes im Lateran, S. Maria Maggiore, St. Peter im Vatikan, und St. Paul vor den Mauern) mit Papstthron und -altar unterstehen direkt dem Papst. Seit dem 18. Jahrhundert werden die Patriarchalbasiliken auch als "basilicae maiores" bezeichnet, im Unterschied zu den "basilicae minores".

 

Basilika minor
die; Bischofs-, Wallfahrts- oder Klosterkirchen, die vom Papst mit diesem Titel ausgezeichnet wurden, z.B. die Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden.

 

BDKJ
Abk. für Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

 

Beginen
die; Bez. für eine im 12. Jh. entstandene religiöse Lebensgemeinschaft von Frauen, die ein klosterähnliches Leben, jedoch ohne Gelübde zumeist in so genannten Beginen-Höfen führten. Diese alternative Form des Zusammenlebens von Frauen war besonders im 13. und 14. Jahrhundert in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden verbreitet. Die Beginen waren sehr bedeutend für das Glaubens- und Wirtschaftsleben einer Stadt. Sie waren erwerbstätig als Seidenweberinnen, Spinnerinnen, Wäscherinnen, bestellten Gemüsegärten, backten Brot und brauten Bier. Darüber hinaus versorgten und unterrichteten sie Kinder, pflegten und betreuten Kranke und Sterbende. In Essen wurden seit dem 13. Jahrhundert sechs Beginenkonvente gestiftet: Im Kettwig, Im Alten-Hagen, Im Neuen-Hagen, Im Dunkhaus, Zwölfling und Am Turm. In den Jahren nach der Säkularisation schlossen die Beginenkonvente in Essen sich zunächst zusammen und wurden später aufgelöst. Ein Teil der Beginen gründete 1843 die Ordensgemeinschaft der "Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen". Zahlreiche Einrichtungen im Bereich der Alten- und Krankenpflege, der Aus- und Weiterbildung sind heute in Trägerschaft der Stiftung der Elisabeth-Schwestern.

 

Beichte
die (ahd. bijiht = "Aussage"); das persönliche Bekennen und Bereuen von Schuld gegenüber einem Priester, Teil des Sakraments der Buße.

 

Benedikt von Nursia, Heiliger
Der heilige Benedikt (* um 480 in Nursia; † 21. März 547 auf dem Monte Cassino bei Cassino) gilt als der Begründer des abendländischen Mönchtums. Er verfasste die bedeutende Mönchsregel nach der auch heute noch weltweit Benediktiner und andere Mönchsorden leben. Sein Grundanliegen lautet: "Ora et labora" ("Bete und arbeite"). In der "Regula" entwickelte er ein Konzept von Zucht und Maß: eheloses Leben, einfache Ernährung, feste Zeiten für Schlaf, Gebet, Lesung und Arbeit.

 

Benediktiner
(lat. Ordo Sancti Benedicti, Abk. OSB); Ordensgemeinschaften (Männer- und Frauenorden), die nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia (480–547) leben. Die Benediktusregel fordert Chorgebet, Arbeit und Studium ("Ora et labora" – "Bete und arbeite"). Vor allem im Mittelalter waren die Klöster der Benediktiner Zentren kultureller und technisch-wirtschaftlicher Entwicklung und haben sich so große Verdienste um die europäische Kultur erworben. Ordenstracht: schwarzes Gewand, schwarzer Überwurf. Anrede: Pater bzw. Schwester (Vorname). Aus dem Benediktinerorden gingen die Orden der Zisterzienser und Trappisten hervor.

 

Benediktinerinnen
siehe: Benediktiner.

 

Benemerenti

Vom Papst verliehene Verdienstmedaille (Päpstliche Orden und Ehrenzeichen), die ihren Namen durch die Aufschrift "Benemerenti" ("Dem, der sich verdient gemacht hat") erhielt. Die Verdienstmedaille wurde von Papst Pius VII. (1800–1823) gestiftet, um damit besondere Verdienste um den Heiligen Stuhl auszuzeichnen. Die Medaille wird an einem gelb-weißen Band auf der Brust getragen und zusammen mit einer Urkunde des Staatssekretariates verliehen.

 

Bestattung

die (auch: Totenbestattung, Beerdigung, Begräbnis); die Totenfeier und Beisetzung Verstorbener.

 

Bettelorden
die (lat. mendicare = "betteln") auch Mendikanten genannt; Bez. für Ordensgemeinschaften, die gemäß ihrer Regel kein Eigentum besitzen dürfen und der Armut verpflichtet sind. Sie entstanden im 13. Jahrhundert als Reaktion auf die Verweltlichung der Kirche. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie durch Arbeit und Betteln. Die Bettelorden breiteten sich rasch aus. Die "Bettelmönche", die an kein bestimmtes Kloster gebunden sind, gewannen bald großen Einfluss als Prediger, Lehrer und Seelsorger – insbesondere in den aufstrebenden mittelalterlichen Städten. Als Bettelorden im ursprünglichen Sinn gelten die Franziskaner und Dominikaner, im weiteren Sinne auch die Augustiner und Karmeliter.

 

Bibel
die (griech. biblía = "die Bücher") auch: Heilige Schrift, Buch der Bücher; Sammlung aus Schriften, die von den christlichen Kirchen als Urkunden der göttlichen Offenbarung (Wort Gottes) anerkannt werden. Die Bibel gliedert sich in das Alte Testament (AT) und das Neue Testament (NT). Das Alte Testament (das Wort "Testament" ist die lateinische Übersetzung des griechischen Wortes für "Bund") umfasst insgesamt 46 Schriften. Es ist zugleich die Heilige Schrift der Juden und damit auch das Heilige Buch Jesu und der Urgemeinde. Das Alte Testament, dessen Schriften vom 5. bis zum 2. Jahrhundert v.Chr. zusammengestellt wurden, wird bei den Juden in drei Teile gegliedert: das Gesetz (Thora), die Propheten und die Schriften. Christliche Bibeln unterscheiden die fünf Bücher Mose (griech. Pentateuch): Genesis (Gen), Exodus (Ex), Levitikus (Lev), Numeri (Num) und Deuteronomium (Deut), die Bücher der Geschichte des Volkes Gottes, die Bücher der Lehrweisheit und die Psalmen. Den Abschluss bilden die Bücher der Propheten. Das Neue Testament ist eine Sammlung von 27 Schriften, die in der Zeit zwischen 50 und 120 n.Chr. von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Es enthält 5 geschichtliche Bücher (Evangelien und Apostelgeschichte), 21 briefliche Lehrschriften und eine prophetische Schrift (Offenbarung des Johannes). Das älteste Evangelium (griech. euangelion = "gute Nachricht", "frohe Botschaft") stammt von Markus. Die späteren Evangelien nach Matthäus und Lukas stimmen weitgehend mit Markus überein, so dass diese drei "synoptische Evangelien" (griech. synopse = "Zusammenschau") genannt werden. Demgegenüber unterscheidet sich das Evangelium nach Johannes sowohl im Aufbau als auch in der Sprache; es ist sowohl vom jüdischen Milieu als auch von der griechischen Philosophie geprägt.

 

Birett
das; klerikale Kopfbedeckung, die sich durch Verfestigung der Griffwülste zur heutigen meist viereckigen Form entwickelt hat und bei liturgischen Feiern getragen wird.

 

Bischof
der, (griech. episkopos = "Aufseher"), in der kath. Kirche Vorsteher einer Ortskirche, auch Bistum oder Diözese genannt. Durch die Bischofsweihe steht er unmittelbar in der Nachfolge der Apostel (Apostolische Sukzession) und besitzt damit die oberste Weihe-, Verwaltungs- und Gerichtsgewalt in seinem Bistum. Deshalb wird der Bischof auch als "Oberhirte", der oberste Hirte seines Bistums, bezeichnet. In seinem Auftrag üben die Priester in einer Diözese ihr Amt aus, feiern mit der Gemeinde die heilige Messe, predigen und spenden Sakramente. Dem Bischof selbst sind die Spendung besonderer Sakramente wie die Priesterweihe und die Firmung (delegierbar auch an Priester) vorbehalten. Er ist verpflichtet, in seiner Ortskirche dafür zu sorgen, dass die Einheit mit der Gesamtkirche geschützt wird und es zu keinen Missbräuchen vor allem in der Verkündigung des Wortes und der Feier der Sakramente kommt. Aus diesem Grund visitiert er selbst oder ein Stellvertreter wenigstens alle fünf Jahre die Gemeinden seines Bistums. Der Bischof ist gehalten, in regelmäßigen Abständen dem Papst einen Bericht über seine Diözese vorzulegen und sich nach Rom, zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus, zu begeben (Ad-limina-Besuch). Der Bischof wird vom Papst ernannt (Bischof, Ernennung und Wahl). Hinsichtlich der Eignung der Kandidaten für das Bischofsamt fordert das Kirchenrecht u.a., dass sich der Betreffende auszeichnet durch festen Glauben, gute Sitten, Frömmigkeit, Lebensweisheit und Klugheit. Ferner soll er über einen guten Ruf verfügen, wenigstens 35 Jahre alt und seit fünf Jahren Priester sein sowie einen Doktorgrad oder wenigsten den Grad eines Lizentiaten (Lizentiat) in der Heiligen Schrift, in der Theologie oder im kanonischen Recht an einer vom Apostolischen Stuhl anerkannten Hochschuleinrichtung erworben haben oder wenigstens in diesen Disziplinen wirklich erfahren sein. Zur Amtstracht (violette Soutane) gehören das Brustkreuz und der Bischofsring, bei feierlichen Gottesdiensten und Amtshandlungen der Bischofsstab und die Mitra. Bischöfe, die ein Bistum bzw. eine Diözese leiten, werden Diözesanbischöfe genannt. Ihnen zur Seite steht oft ein (oder mehrere) Weihbischof (Weihbischöfe), auch Hilfs-, Auxiliar- oder Titularbischof genannt, die u.a. Weihehandlungen (Weihe von Priestern, Kirchen, Altären) vornehmen, daher ihr Name. Weihbischöfe tragen ebenfalls die bischöflichen Amts- und Ehrenzeichen wie Ring, Brustkreuz, Hirtenstab und Mitra und haben als Mitglieder des Kollegiums aller Bischöfe Teil an der Lehrvollmacht in der Gesamtkirche, wie sie etwa bei den Beratungen und Beschlüssen eines Konzils zum Ausdruck kommt. Sie sind außerdem Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz. Mit Vollendung des 75. Lebensjahres ist der Bischof verpflichtet, dem Papst seinen Rücktritt anzubieten. Wird der Rücktritt angenommen oder verzichtet ein Bischof "aus gerechtem Grund" auf sein Amt, wird er versetzt oder stirbt er, gilt der Bischofssitz als vakant. In Deutschland gibt es neben den 27 Diözesanbischöfen rund 40 Weih- oder Titularbischöfe.

 

Bischof, Ernennung und Wahl
Bischöfe werden in der katholischen Kirche grundsätzlich durch den Papst ernannt. In einigen Ländern steht den Domkapiteln ein Wahlrecht zu. Diese Wahlrechte ergeben sich aus Konkordaten, aus völkerrechtlichen Verträgen, die der Heilige Stuhl mit einem Staat geschlossen hat. Nach dem Preußischen Konkordat (1929), das nach wie vor für die Diözesen auf dem Gebiet des ehemaligen Freistaates gilt, legen Bischöfe und Domkapitel bei einer Sedisvakanz (wenn der Bischofsstuhl unbesetzt ist) dem Heiligen Stuhl eine Liste mit geeigneten Kandidaten vor. "Unter Würdigung der Listen", d.h. ohne daran gebunden zu sein, erhält das Domkapitel über den Nuntius einen Dreiervorschlag zur Wahl. Nimmt der Kandidat die Wahl an, fragt der Dompropst bei der Landesregierung an, ob "Bedenken politischer Art" gegen den Gewählten vorliegen. Erhebt die Landesregierung keinen Widerspruch, teilt das Domkapitel den Namen des Gewählten über den Nuntius dem Heiligen Stuhl mit. Erst danach kann die Ernennung des neuen Bischofs durch den Papst erfolgen. Nach dem Badischen Konkordat (1932) hat auch das Erzbistum Freiburg das Recht der Bischofswahl. Hier muss der Dreiervorschlag des Heiligen Stuhls wenigstens einen Kandidaten aus der Erzdiözese enthalten. Das Reichskonkordat (1933) hat diese Regelung auf die Diözesen Meißen (heute Dresden-Meißen), Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) und Mainz ausgedehnt (Art. 14). Kein Wahlrecht haben nach dem Bayerischen Konkordat (1924) dagegen die Domkapitel der bayerischen Diözesen. In Österreich legen die Diözesanbischöfe dem Heiligen Stuhl eine Liste mit geeigneten Kandidaten vor, an die dieser aber nicht gebunden ist. Nur das Domkapitel der Erzdiözese Salzburg kann aus einer Dreierliste den Erzbischof wählen.

 

Bischofskoadjutor
der; Koadjutor.

 

Bischofskonferenz
Die Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen eines Landes oder einer Region. Der Deutschen Bischofskonferenz (Sitz in Bonn) gehören neben den 27 Diözesanbischöfen auch die Weihbischöfe, die Koadjutoren und die Diözesanadministratoren an. Aufgabe der Bischofskonferenz ist es, gemeinsame pastorale Anliegen zu beraten und zu entscheiden. Sie gibt Richtlinien vor und pflegt Verbindungen zu anderen Bischofskonferenzen. Oberste Instanz der Konferenz ist die zweimal jährlich tagende Vollversammlung. Das Frühjahrstreffen findet an wechselnden Orten statt, die Vollversammlung im Herbst stets in Fulda. Im Dom zu Fulda ist das Grab des heiligen Bonifatius, der als "Apostel der Deutschen" verehrt wird. Weitere Organe der Konferenz sind der Vorsitzende, der von der Vollversammlung für sechs Jahre gewählt wird, der so genannte Ständige Rat, in dem jede Diözese durch den Bischof mit Sitz und Stimme vertreten ist, und die Bischöflichen Kommissionen. Vorsitzender ist seit 1987 der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann.

 

Bischofsstab
der; Krummstab.

 

Bischofssynode
die; ein Organ der katholischen Weltkirche zur Beratung des Papstes. Die Bischofssynode wird vom Papst einberufen und hat keine Beschlusskompetenz.

 

Bischofsvikar
der; ein vom Bischof mit einer besonderen Aufgabe und Verantwortung bestellter Priester, zumeist ein Weihbischof (z.B. für die Caritas, für Ordensgemeinschaften usw.).

 

Bischofswappen
Das Wappen eines Bischofs ist erkennbar an dem grünen Bischofshut über dem Wappenschild und den beidseitig vom Hut in drei Reihen an einer Kordel herabhängenden sechs grünen Quasten. Das Wappen eines Erzbischofs weist in vier Reihen jeweils zehn grüne Quasten auf.

 

Bischöflicher Stuhl
der; als Bischöflicher Stuhl bezeichnet man 1. das Amt des Bischofs mit seiner Verwaltung (Kurie) und 2. den Bischof als Rechtssubjekt. Nimmt z.B. der Papst das Rücktrittsgesuch eines Bischofs an, ist die Diözese also ohne "regierenden" Bischof, ist der "Bischöfliche Stuhl" unbesetzt. Zugleich ist der Bischöfliche Stuhl auch Rechtssubjekt und Vermögensträger und eine eigene "Körperschaft des öffentlichen Rechts". So kann der Bischöfliche Stuhl über eigene Vermögenswerte verfügen und diese verwalten. Der Bischof ist darüber nicht rechenschaftspflichtig.

 

Bistum
das (auch: Diözese); ein von einem Bischof geleiteter territorial umschriebener Seelsorgs- und Verwaltungsbezirk. Die Errichtung, Änderung oder Aufhebung eines Bistums erfolgt durch den Heiligen Stuhl. Mehrere Bistümer sind einem Erzbistum (Erzdiözese) zugeordnet und bilden zusammen eine Kirchenprovinz, an deren Spitze ein Erzbischof steht. Nach der Neuordnung der Bistumsgrenzen (1995) gibt es in Deutschland 7 Erzbistümer (Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München-Freising sowie Paderborn) und 20 Bistümer (Aachen, Augsburg, Dresden-Meißen, Eichstätt, Erfurt, Essen, Fulda, Görlitz, Hildesheim, Limburg, Magdeburg, Mainz, Münster, Osnabrück, Passau, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart, Speyer, Trier und Würzburg).

 

BKU
Abk. für Bund Katholischer Unternehmer.

 

Blasiussegen
Der heilige Blasius ist einer der meist verehrten Heiligen der katholischen Kirche und einer der 14 Nothelfer. Blasius, Bischof von Sebaste in Armenien, war ein unerschütterlicher Bekenner des christlichen Glaubens. Er wurde 316 unter Kaiser Licinus nach langer Folter und furchtbaren Qualen enthauptet. Bevor er starb, rettete er, der Legende nach, in Ketten liegend durch sein Gebet einem Jungen das Leben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Auf diese Begebenheit geht seine Verehrung als Schutzheiliger bei Halskrankheiten zurück. Diese Verehrung ist im Orient bereits bis ins 6. Jahrhundert nachgewiesen, im Abendland geht seine Verehrung bis ins 9. Jahrhundert zurück. Im Blasiussegen wird Gesundheit und Heil, speziell von Halsleiden erbeten. Der Segen wird alljährlich am 3. Februar, dem Gedenktag des heiligen Blasius, erteilt. Dabei hält der segnende Priester zwei übereinander gekreuzte Kerzen. Die Segensformel lautet: "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist." oder "Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unseren Herrn." oder "Der Herr behüte dein Leben. Auf die Fürsprache des heiligen Blasius segne dich der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist." Dieser Segen ist jedoch, anders als seine Legende, erst im späten 16. Jahrhundert entstanden. Blasius gilt als einer der Schutzpatrone der Ärzte.

 

Bonifatius, Heiliger
(eigentl. Winfried), Apostel von Deutschland (auch: Apostel der Deutschen), Benediktiner und der wohl wichtigste Missionar im Frankenreich, *672/673 in Wessex/England, † 5. Juni 754 bei Dokkum in Friesland. Er wurde in den Benediktinerklöstern Exeter, dann in Nursling (bei Winchester) erzogen und ausgebildet. Nach seiner Priesterweihe im Alter von etwa 30 Jahren war Bonifatius als Lehrer für Grammatik und Dichtung tätig. 716 nahm er seine Missionstätigkeit in Friesland auf, kehrte jedoch noch einmal nach Nursling zurück, wo er zum Abt geweiht wurde. 718 verließ er England für immer und brach zu einer Pilgerfahrt nach Rom auf. Von Papst Gregor II. (715–731) bekam Bonifatius seinen Namen und erhielt den Auftrag, den "wilden Völkern Germaniens" das Evangelium zu verkünden. Nach Missionstätigkeit in Hessen und Gründung des Klosters Amönenburg kehrte Bonifatius zurück nach Rom. Dort wurde er am 30. November 722 zum Bischof ohne festen Bischofssitz geweiht. Es folgten weitere Missionsreisen nach Hessen, Thüringen und Bayern. 732 wurde Bonifatius zum Erzbischof des östlichen Frankenreiches ernannt, 738 folgte die Ernennung zum päpstlichen Legaten für Germanien. Bonifatius gründete u.a. die Klöster Fritzlar, Tauberbischofsheim und Fulda sowie die Bistümer Freising, Eichstätt, Erfurt, Würzburg und Büraburg. 747 wurde er zum Bischof von Mainz ernannt. Als 80-Jähriger kehrte Bonifatius zurück in die Mission. Am 5. Juni 754 wurde er bei Dokkum in Friesland von Einheimischen erschlagen. Sein Grab befindet sich im Dom zu Fulda.

 

Bonifatiuswerk
Hilfswerk der katholischen Kirche zur Unterstützung der Katholiken in den Diaspora-Gebieten (Diaspora) von Deutschland, Nordeuropa sowie Estland und Lettland mit Sitz in Paderborn. 1849 als "Bonifatiusverein für das katholische Deutschland" gegründet. Benannt ist das Werk nach dem heiligen Bonifatius, dem "Apostel der Deutschen".

 

Borromäusverein
1844 von Priestern und Laien gegründeter Verein mit dem Ziel, gute Bücher zum Eigenbesitz zu vermitteln und katholische öffentliche Büchereien aufzubauen. Der Verein mit Sitz in Bonn ist nach dem 1584 gestorbenen Mailänder Kardinal Karl Borromäus benannt. Zu den Mitgliedern des Borromäusvereins zählen die 15 (Erz-)Diözesen Aachen, Berlin, Essen, Freiburg, Fulda, Hildesheim, Köln, Limburg, Mainz, Münster, Osnabrück, Paderborn, Rottenburg/Stuttgart, Speyer und Trier.

 

Brevier
das (lat. brevis = "kurz); auch Stundenbuch genannt; enthält alle Texte für das Stundengebet.

 

Bulle
die (mhd.; lat. bulla = "Kapsel"); Urkunde mit Metallsiegel, z.B. päpstliche Erlasse über wichtige kirchliche Angelegenheiten, in lat. Sprache verfasst und auf Pergament geschrieben.

 

Bund der Deutschen Katholischen Jugend
(Abk. BDKJ); der 1947 gegründete Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist der Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden in Deutschland mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen. Sitz der BDKJ-Bundesstelle ist das Jugendhaus Düsseldorf. Mitgliedsverbände sind: der Bund der St. Sebastianus-Schützenjugend (BdSJ); die Christliche Arbeiterjugend (CAJ); die Deutsche Jugendkraft (DJK); die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG); die Jugendverbände der Gemeinschaft Christlichen Lebens (J-GCL) mit den Einzelverbänden Gemeinschaft Christlichen Lebens – Jungen und Männer (GCL–JM) und der Gemeinschaft Christlichen Lebens – Frauen und Mädchen (GCL–FM); die Katholische Junge Gemeinde (KJG); die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB); die Kolping Jugend (Kolpingwerk); die Katholische Studierende Jugend (KSJ) mit den Einzelverbänden Heliand-Mädchenkreis (Mädchen und Frauen) und Bund Neudeutschland (Jungen und Männer); die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG); der Quikborn-Arbeitskreis sowie die assoziierten Mitgliedsverbände Aktion West-Ost im BDKJ (Arbeitskreis für europäische Friedensfragen) und UNITAS (Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine).

 

Bund Katholischer Unternehmer
(Abk. BKU); ein freiwilliger Zusammenschluss katholischer Unternehmerinnen und Unternehmer. Der 1949 in Königswinter gegründete Verband versteht sich als Stimme der katholischen Unternehmer in Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche und Politik. Ihm gehören rund 1.200 Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte in 36 Diözesangruppen an.

 

Buße
die; Abkehr von der Sünde und die Zuwendung zu Gott. Die Buße ist ein ständiger Vorgang im Leben des Christen. Das Bußsakrament (Beichte) schenkt dem getauften Christen, der seine Schuld bereut, sie vor dem Priester bekennt und eine Bußauflage erfüllt, die Vergebung seiner Sünden.