Gaudete
Erstes Wort des Introitus ("Gaudete" = "Freuet Euch allezeit!"), des Eröffnungsverses in der heiligen Messe, am Dritten Adventsonntag, deshalb auch "Sonntag Gaudete". Anstelle des in der Adventszeit üblichen violetten Messgewandes kann der Priester auch ein rosa Messgewand tragen, als Zeichen der Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

 

Geheimsekretär
Titel von Kaplänen, die dem Diözesanbischof als persönliche Sekretäre zur Seite stehen und deshalb zur besonderen Verschwiegenheit verpflichtet sind.

 

Geist
Heiliger Geist.

 

Geistliche
der; Bez. für Diakone, Priester und Bischöfe.

 

Gelübde
das; feierliches, vor Gott abgelegtes Versprechen. Mitglieder einer Ordensgemeinschaft legen ein feierliches Ordensgelübde ab und versprechen - entweder befristet ("zeitliche Gelübde") oder lebenslänglich bindend ("ewige Gelübde") - Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam.

 

Gemeindeassistent/-in
Titel eines/einer Gemeindereferenten/-referentin während der Ausbildungsphase.

 

Gemeindereferent/-in
Gemeindereferentinnen und -referenten sind hauptamtliche Mitarbeiter in einer Pfarrgemeinde. Voraussetzung für diesen Beruf ist eine theologische und gemeindepraktische Ausbildung. Der Aufgabenschwerpunkt liegt in der Unterstützung des Pfarrers und umfasst alle seelsorglichen Bereiche, außer der Spendung der Sakramente. Einsatzgebiete sind Katechese in Schule und Gemeinde, Erwachsenenbildung, Haus- und Krankenbesuche, karitative und soziale Dienste.

 

Gemeindeverband
Rechtsträger von katholischen Kirchengemeinden (Körperschaft des öffentlichen Rechts), die sich innerhalb eines Stadt- oder Kreisdekanates zusammenschließen. Verbandsorgane im Bistum Essen sind die Verbandsvertretung und der Verbandsausschuss. Vorsitzender dieser Gremien ist der Stadt- bzw. Kreisdechant. Der Gemeindeverband ist der rechtliche, finanzielle und wirtschaftliche Verantwortungsträger für alle auf Stadtebene verorteten kirchlichen Dienste, Leistungen und Einrichtungen (z.B. Katholisches Jugendamt, Katholische Familienbildungsstätte, Beratungsdienste) und steht damit im Dienste der überpfarrlichen Seelsorge und Bildungsarbeit. Als Verband der Kirchengemeinden übernimmt der Gemeindeverband weiterhin umfassende Verwaltungsaufgaben und Dienstleistungen im Bereich der Personalverwaltung, der Finanzbuchhaltung sowie Haus- und Liegenschaftsverwaltung für Kirchengemeinden. Er ist damit für diese ein kirchlicher Dienstleister und Zweckverband.

 

Gemeinschaft Sant'Egidio
Sant'Egidio.

 

Gemme
die; Bez. für einen vertieft geschnittenen Edelstein.

 

Generalsuperior
der; Superior.

 

Generalvikar
der (lat. vicarius generalis); Stellvertreter des Diözesanbischofs für die Verwaltung des Bistums. Der Generalvikar handelt in diesem Bereich an Stelle des Bischofs und mit gleicher Vollmacht wie der Bischof selbst. Die von ihm geleitete Verwaltungsbehörde der Diözese wird Generalvikariat oder Ordinariat (nach dem Ordinarius, dem Diözesanbischof) genannt. Er wird vom Bischof frei ernannt und kann von ihm jederzeit wieder abberufen werden. Mit der Amtszeit des Bischofs endet auch die des Generalvikars.

 

Generalvikariat
das; die vom Generalvikar geleitete Verwaltungsbehörde eines Bistums, auch Ordinariat (nach dem Ordinarius, dem Diözesanbischof) genannt. Das Generalvikariat ist aufgeteilt

 

Genesis
die (griech. "Schöpfung"); Bez. für das 1. Buch Mose im Alten Testament mit der Schöpfungsgeschichte.

 

Gestellung
die (von stellen, bereitstellen); Bez. für die Bereitschaft von Ordensgemeinschaften, Ordensleute für Aufgaben im Bistum zur Verfügung zu stellen, z.B. für die Leitung von Pfarrgemeinden, für die Krankenhausseelsorge oder Beratungsdienste. Das Bistum bezahlt dafür an die Ordensgemeinschaft ein so genanntes Gestellungsgeld.

 

Gestellungsgeld
das; Gestellung.

 

Glaube
Bez. für die Überzeugung, dass eine übermenschliche Wesenheit existiert. Wurzel des christlichen Glaubens ist das Überzeugtsein von der Heilsoffenbarung Gottes in Jesus Christus. Für den einzelnen Christen ist der Glaube die gelebte Beziehung zu Gott.

 

Glaubensbekenntnis
das; Apostolisches Glaubensbekenntnis.

 

Gloria
das (lat. gloria = "Ruhm", "Ehre"); die nach dem lateinischen Anfangswort bezeichnete Lobpreisung der Herrlichkeit Gottes ("Gloria in excelsis Deo" = "Ehre sei Gott in der Höhe"), Bestandteil der katholischen Messfeier.

 

Goldene Madonna
Die Goldene Madonna im Essener Dom gilt als die älteste vollplastische Marienfigur der Welt. Sie wurde um 990, in der Regierungszeit der Essener Äbtissin Mathilde II. (†1011), einer Enkelin Kaiser Ottos des Großen, von einem unbekannten Auftraggeber gestiftet. Das Bildnis, aus Holz geschnitzt und mit Goldblech überzogen, ist 70 Zentimeter hoch und knapp 20 Kilogramm schwer. Die Marienfigur ist aber nicht nur ein herausragendes mittelalterliches Kunstwerk, sondern in erster Linie Andachtsbild. In der Goldenen Madonna sah die Essener Stiftsgemeinschaft durch die Jahrhunderte Maria, die Gottesgebärerin, als "Thron der göttlichen Weisheit" und zugleich als die "Neue Eva", die Mutter aller Erlösten abgebildet. Seit 1959 ist Maria, verehrt im Bild der Goldenen Madonna, unter dem Titel "Mutter vom Guten Rat", Patronin des Bistums Essen.

 

Golgatha
auch: Golgota, (hebr. gulgolet = "Schädel"); Bez. für den außerhalb der alten Stadtmauer Jerusalems gelegenen Hügel, auf dem Jesus gekreuzigt wurde. Im Neuen Testament (Mt 27,33; Mk 15,22) als "Schädelstätte" bezeichnet.

 

Gott
der (lat. deus, griech. theos, hebr. Elohim u. Jahwe); die im Glauben als Person erfahrene heilige, transzendente, allumfassende Macht. Die christl. Theologie beschreibt Gott in der Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, ein Gott in drei Personen. Dreifaltigkeit.

 

Gottesdienst
der; Bez. für unterschiedliche, zumeist festgelegte Formen der gemeinschaftlichen Gottesverehrung durch Gesang und Gebet (z.B. Heilige Messe).

 

Gotteslob
Titel des 1975 eingeführten Gesangs- und Gebetbuches in den deutschsprachigen Diözesen.

 

Graduale
das (lat. gradus = "Stufe", "Rang"); Zwischengesang, in der kath. Messe vor der Liturgiereform Bez. für den Wechselgesang zwischen Epistel- und Evangelienlesung ( Epistel); auch Bez. für das Buch mit den lateinischen Gesängen für die Messefeier.

 

Gregorianischer Gesang
(auch: Gregorianischer Choral); nach Papst Gregor I. (590-604) bezeichneter einstimmiger, unbegleiteter, liturgischer Gesang (Solo- oder Chorgesang) der römischen Kirche in lateinischer Sprache.

 

Gregoriusorden
Der Gregoriusorden ist einer der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht. Am 1. September 1831 stiftete ihn Papst Gregor XVI. (1831-1846) als Ritterorden "für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion". Schon 1834 wurde er allgemein für die Verdienste um die Kirche verliehen. Benannt ist der Orden nach Papst Gregor I., der den Ehrentitel "der Große" trägt. Er hatte während seines Pontifikates von 590 bis 604 durch politisches Geschick und gute Verwaltung des vatikanischen Besitzes die Grundlagen für den späteren Kirchenstaat geschaffen. Der Orden, der erst seit 1993 auch an Frauen (Damen) verliehen wird, zeigt auf einem achtzackigen goldenen rot emaillierten Kreuz auf der Vorderseite des blauen Mittelschildes das Bild Gregors des Großen. Der Gregoriusorden wird in drei verschiedenen Klassen verliehen: 1. Ritter (Dame), 2. Komtur mit Stern, 3. Großkreuzritter (-damen) ( Päpstliche Orden und Ehrenzeichen).

 

Groß, Nikolaus, Seliger
Nikolaus Groß.

 

Großpönitentiar
der; Amtsbezeichnung für den Leiter der Apostolischen Pöni-tentiarie, einer der drei höchsten Gerichtshöfe der katholischen Kirche. Die Apostolische Pönitentiarie ist jedoch kein Kirchengericht, sondern ein kurialer Gnadenhof und damit mehr eine päpstliche Verwaltungsbehörde. Sie ist zuständig für die Gewährung von Gnadenerweisen, das Ablasswesen ( Ablass), soweit es nicht in die Kompentenz der vatikanischen Glaubenskongregation fällt, sowie Absolutionen, Dispensen, Nachlass von Strafen und anderer Gnadenerweise. Die Apostolische Pönitentiarie ist wie alle kurialen Behörden dem Papst unterstellt. Sie wird geleitet vom Großpönitentiar. Er bleibt im Gegensatz zu den meisten Trägern kurialer Leitungsämter auch während der Sedisvakanz des Heiligen Stuhls in seinem Amt.

 

Gründonnerstag
Am Gründonnerstag (wohl ahd. greinen = "weinen") gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, und damit der Einsetzung der Eucharistie. Nach dem Gloria-Gesang im Gottesdienst verstummen Orgel und Glocken. Im Anschluss an die Predigt kann die Fußwaschung von zwölf ausgesuchten Laien durch den Priester erfolgen. Mit dieser symbolischen Handlung wird daran erinnert, dass Jesus am Vorabend seines Kreuzestodes seinen Jüngern die Füße gewaschen hat als Zeichen vorbehaltloser Dienstbereitschaft am Nächsten (Joh 13,1-17). Nach der Messfeier werden Blumenschmuck und Kerzen beiseite geschafft. In besonders gestalteten Betstunden oder im stillen Gebet gedenken die Gläubigen des Ölberggeschehens ( Karwoche).

 

Guardian
der (lat. guardianus = "Wächter", "Hüter"); Vorsteher in einem Franziskaner- oder Kapuzinerkonvent ( Franziskaner; Kapuziner).