H.H.C.J.
Abk. für Handmaids of the holy child Jesus, kath. Frauenorden.

 

Habemus Papam
(lat. "Wir haben einen Papst"); mit diesen Worten stellt der ranghöchste Kardinaldiakon auf der Benediktionsloggia der Peterskirche in Rom den neu gewählten Papst vor. Der vollständige traditionelle Text lautet: "Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum (Vorname), Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem (Nachname) qui sibi nomen imposuit (gewählter Papstname)" = "Ich verkünde euch große Freude, wir haben einen Papst: Seine Eminenz, den hochwürdigen Herrn (Vorname) der Heiligen Römischen Kirche Kardinal (Nachname), welcher sich den Namen (gewählter Papstname) gegeben hat."

 

Habit
der (lat. "Kleidung", "Gewand"); Bez. für die Tracht von Ordensgemeinschaften; bei den Männerorden besteht der Habit aus einem Talar, der durch einen Strick, Gürtel oder Zingulum (Stoffgürtel oder Bauchbinde), gehalten wird. Einige Orden (z.B. Benediktiner) tragen dazu ein Skapulier (ein bis auf die Füße reichender Überwurf über Brust und Rücken) oder eine Mozetta (z.B. Augustiner Chorrherren). Für viele Frauenorden gehört zur Ordenstracht ein Schleier. Das Aussehen der Ordenstracht haben die einzelnen Ordensgemeinschaften in ihren Regeln, Konstitutionen oder Satzungen genau festgelegt. Ein brauner Habit lässt zumeist auf einen franziskanischen ( Franziskaner), ein weißer auf einen dominikanischen ( Dominikaner) Orden schließen.

 

Halleluja
das (hebr. "lobet Gott"); Gebetsruf im Alten Testament, besonders in den Psalmen; in der christlichen Liturgie übernommen, österlicher Jubelruf der Kirche, wird in der heiligen Messe vor allem vor der Verkündigung des Evangeliums gesungen, allerdings nicht in der Fastenzeit ( Alleluja).

 

Handkommunion
die; Kommunion, bei der die Hostie dem Gläubigen in die Hand, nicht in den Mund gelegt wird.

 

Heiland
der (ahd. heilant = "heilen", erlösen"); Bez. für Jesus Christus als "Erlöser" und "Retter".

 

Heilig
(von: "heil"); Bez. für das göttlich Vollkommene; im allgemeinen Sprachgebrauch wird "heilig" oder "das Heilige" benutzt in dem Sinn: das, was zur göttlichen Macht gehört oder von ihr erfüllt ist. Ähnlich wird das Fremdwort "sakral" gebraucht, häufig als Gegensatz zu "profan" (weltlich).

 

Heilige
Menschen, die in besonderer Weise Jesus Christus nachgefolgt und von ihm geprägt Vorbilder des Glaubens sind und deshalb verehrt (nicht angebetet) werden.

 

Heilige Drei Könige
Drei Könige.

 

Heilige Messe
Messe.

 

Heilige Schrift
die; andere Bez. für die Bibel.

 

Heilige Woche
die; Karwoche.

 

Heilige Öle
Bez. der Öle, die in der katholischen Kirche vor allem für Salbungen bei der Taufe, der Firmung, der Priester- und Bischofsweihe ( Weihesakrament) und der Krankensalbung gebraucht werden. Es wird unterschieden zwischen dem Katechumenenöl (zur Salbung der Taufbewerber), dem Krankenöl (zur Feier der Krankensalbung) und dem Chrisam (für Taufe und Firmung, Priester- und Bischofsweihe, Altar- und Kirchweihe). Die Heiligen Öle werden vom Bischof während der Karwoche in einem festlichen Gottesdienst (sog. Chrisam-Messe) geweiht. Verwendet wird Olivenöl, dem im Falle des Chrisam Duftstoffe (Balsam) beigemischt werden. Dem aus den Früchten des Olivenbaums gewonnenen Öl wird seit alters her eine besondere Kraft zugeschrieben. Es bringt die stärkende und heilende Zuwendung Gottes und die Gemeinschaft mit Christus (dem Gesalbten) zum Ausdruck.

 

Heiliger Abend
(auch: Heiligabend) der Abend vor Weihnachten.

 

Heiliger Geist
Der Heilige Geist ist die dritte Person des dreieinigen Gottes ( Dreifaltigkeit). Er wird in der Kunst häufig in Form einer fliegenden Taube dargestellt, die meist von einem Strahlenkranz umgeben ist oder Strahlen auf ein heiliges Geschehen aussendet. Weitere Symbole für das Wirken des Heiligen Geistes sind Feuer und Flammen, häufig dargestellt als Feuerzungen. Davon ist auch im "Pfingstbericht" der Apostelgeschichte im Neuen Testament die Rede: "Dann sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Feuerzunge nieder. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen in verschiedenen Sprachen zu reden, jeder wie es ihm der Geist Gottes eingab." (Apg 2,3)

 

Heiliger Rock
Bez. für das Gewand Jesu Christi, das nach dem Johannesevangelium (Joh 19,23) von den Soldaten unter dem Kreuz verlost worden war und seit dem 12. Jahrhundert die bedeutendste Reliquie ist, die im Trierer Dom aufbewahrt wird. Der Heilige Rock wird verschlossen in einem Holzschrein unter einem klimatisierten Glaszelt in der Heilig-Rock-Kapelle aufbewahrt. Wie das Gewand Christi nach Trier kam und ob es echt ist, kann wissenschaftlich nicht festgestellt werden. Für Gläubige ist die Reliquie ein Symbol für Christus und die Einheit der Kirche. Der Überlieferung nach hat die heilige Helena (*248/249, †328/329), die Mutter Konstantins des Großen, den Heiligen Rock bei ihrer Pilgerfahrt in Jerusalem gefunden und anschließend der Trierer Kirche geschenkt. Regelmäßige Wallfahrten seit 1513 machten die Reliquie weit über die Grenzen Triers hinaus bekannt. Die letzte große Heilig-Rock-Wallfahrt, bei der das Gewand Christi zu sehen war, fand 1996 statt und führte über eine Million Pilger nach Trier. Seitdem veranstaltet das Bistum Trier einmal jährlich die "Heilig-Rock-Tage", ein zehntägiges diözesanes Glaubensfest mit gottesdienstlichen Feiern und Veranstaltungen.

 

Heiliger Stuhl
der (auch: Apostolischer Stuhl, Päpstlicher Stuhl); Bischofssitz des Papstes als Nachfolger des Apostels Petrus in Rom. Gemeint ist 1. das Amt des Papstes und Bischofs von Rom mit den in seinem Auftrag handelnden römischen Verwaltungsbehörden ( Kurie). 2. Der Apostolische Stuhl (und damit der Papst) ist zugleich Völkerrechtssubjekt und nimmt unter dieser Bezeichnung am Völkerrechtsverkehr teil, unterhält also diplomatische Beziehungen zu anderen souveränen Ländern, schließt Verträge und Abkommen und ist Mitglied internationaler Nichtregierungsorganisationen. Zu unterscheiden ist zwischen dem Apostolischen Stuhl und dem 1929 gegründeten Staat der Vatikanstadt, der ein Staat mit Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt ist. Der Vatikanstaat ist ein eigener Rechtsträger und vom Heiligen Stuhl getrennt zu betrachten. Bei den Vereinten Nationen ist der Heilige Stuhl (und nicht der Vatikanstaat) als permanenter Beobachter zugelassen. Er darf bei der Jahresvollversammlung in die Debatte eingreifen und hat auch das Recht, antworten zu dürfen, soweit es um ihn selbst geht.

 

Heiliges Land
allgemein-kirchliche Bezeichnung für den geographischen Raum im Nahen Osten, in dem die Frühgeschichte Israels und des Urchristentums lokalisiert wird.

 

Heiligsprechung
die (lat. Kanonisation); in der katholischen Kirche die feierliche und endgültige Erklärung, dass ein Verstorbener rechtmäßig als Heiliger verehrt und deshalb allgemein und öffentlich um seine Fürbitte bei Gott angerufen werden darf. Ihr geht ein abgeschlossenes, kirchenrechtlich genau geordnetes Verfahren (Heiligsprechungsprozess) voraus. Die Heiligsprechung erfolgt durch einen liturgischen Akt, der seit 1234 allein dem Papst vorbehalten ist.

 

Heinrich-Brauns-Preis
Mit dem Heinrich-Brauns-Preis ehrt das Bistum Essen alle zwei Jahre Persönlichkeiten, die sich um die katholische Soziallehre und die christlich-soziale Bewegung verdient gemacht haben. Der 1978 vom ersten Bischof von Essen, Dr. Franz Hengsbach, gestiftete und mit 5.000 Euro dotierte Preis erinnert an den Priester und Sozialpolitiker Heinrich Brauns (1868-1939), der als Seelsorger in Essen-Borbeck gewirkt und später als Reichsarbeitsminister die deutsche Sozialpolitik geprägt hat. Preisträger: 1978 Paul Reuth (†), Betriebsratsvorsitzender, Vorsitzender des Verbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Westdeutschlands - 1980 Elisabeth Zillken (†), Ehrenvorsitzende des Gesamtverbandes Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) - 1982 Professor Dr. Gerhard Müller (†), Präsident des Bundesarbeitsgerichtes - 1984 Professor Dr. h. c. Josef Stingl (†), Präsident der Bundesanstalt für Arbeit - 1986 Rudi Nickels (†), Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG Bergbau und Energie, Vorsitzender der Ruhrknappschaft, und Dr. Ing. Friedrich Karl Bassier (†), Bergwerksdirektor - 1988 Schwester Antonie, geb. Marianne Wiß, Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Dernbach - 1990 Dr. Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung - 1992 Pater Rainer van Doorn, Orden der Prämonstratenser-Chorherren, Pfarrer an St. Franziskus in Duisburg-Hamborn - 1994 Adolf Schmidt, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie und Dr. Leo Tindemans, Ministerpräsident des Königreiches Belgien, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament - 1996 Professor Dr. Wladyslaw Bartoszewski, Minister für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen - 1998 Wolfgang Vogt, Mitglied des Deutschen Bundestages, Parlamentarischer Staatssekretär a.D. - 2000 Professor Dr. Paul Kirchhof, Bundesverfassungsrichter a.D., Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht an der Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg - 2002 Dr. Annette Schavan, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, und Hans Gerhard Dohle, Direktor des Arbeitsamtes Essen - 2004 Jean-Claude Juncker, Premier- und Finanzminister von Luxemburg - 2006 Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, und Ludwig Ladzinski, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der Deutschen Steinkohle AG.

 

Herrenfeste
(auch: Christusfeste). Dazu zählen im Kirchenjahr z.B. das Hochfest der Verkündigung des Herrn am 25. März (9 Monate vor Weihnachten), Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, das Hochfest Heiligstes Herz Jesu (am Freitag der 3. Woche nach Pfingsten) und das Christkönigsfest am letzten Sonntag im Kirchenjahr, Darstellung des Herrn (2. Februar), Verklärung des Herrn (6. August).

 

Herrentag
Sonntag.

 

Herz-Jesu-Fest
Hochfest, das am 3. Freitag nach Pfingsten gefeiert wird. Dabei wird Jesus Christus unter dem Gesichtspunkt seiner im Herzen symbolisierten Liebe verehrt. Das von Papst Pius IX. (1846-1878) eingeführte Fest soll den Blick auf das erlösende Leiden des Gottessohnes, seine Liebe und Barmherzigkeit für die Menschen lenken.

 

Herz-Jesu-Freitag
Der Herz-Jesu-Freitag wird am jedem ersten Freitag im Monat begangen. In der Messe beten die Gläubigen besonders um Priester- und Ordensnachwuchs.

 

Hirtenbrief
Bez. für die Rundschreiben von Bischöfen oder Kirchenleitungen an die Gläubigen zu lehramtlichen und seelsorglichen Fragen oder Stellungnahmen zu brennenden Zeitfragen.

 

Hirtenstab
der; Krummstab.

 

Hochaltar
der; auch heute noch gebräuchliche Bezeichnung für den Hauptaltar in einer katholischen Kirche, im Unterschied zu den Seiten- und Nebenaltären.

 

Hochamt
das (lat. "missa solemnis"); Bez. für eine besonders feierliche heilige Messe an Sonntagen, als Bischofsmesse Pontifikalamt genannt.

 

Hochfest
Bez. für die höchsten Feste der katholischen Kirche während eines Kirchenjahres. Hochfeste rücken besondere Glaubensinhalte oder bedeutende Heilige in den Mittelpunkt und haben Vorrang vor allen anderen kirchlichen Festen oder Gedenktagen. Die Katholische Kirche begeht folgende Hochfeste: Die Hochfeste des Herren: Die drei österlichen Tage Gründonnerstag bis Ostersonntag, Karfreitag, Ostern (beweglicher Festtermin), Weihnachten (25. Dezember), Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern), Pfingsten (50 Tage nach Ostern), Dreifaltigkeitsfest (Sonntag nach Pfingsten), Fronleichnam (Donnerstag der 2. Woche nach Pfingsten), Herz-Jesu-Fest (Freitag der 3. Woche nach Pfingsten), Erscheinung des Herren (6. Januar), Verkündigung des Herrn (25. März), Christkönigsfest (letzter Sonntag im Kirchenjahr); Hochfeste der Gottesmutter Maria: Hochfest der Gottesmutter Maria (1. Januar), Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August), Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8. Dezember); Hochfest der Heiligen: Hochfest des heiligen Josef (19. März), Geburt des heiligen Johannes des Täufers (24. Juni), Hochfest der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni), Allerheiligen (1. November).

 

Hochgebet
das; das zentrale Lob- und Dankgebet der Eucharistiefeier.

 

Hochwürden
(auch: Hochwürdiger Herr), früher die übliche Anrede für einen katholischen Priester; die Anrede von Bischöfen und Prälaten lautet "Hochwürdigster Herr".

 

Hochzeit
die (mhd. "hohes Fest", "Vermählung[sfeier]"); Bez. für das Fest der Eheschließung.

 

Homiletik
die; Wissenschaft von der Predigtlehre; Predigt.

 

Homilie
die (griech. homília = "Zusammensein", "Gemeinschaft", "Unterricht", kirchenlat. homilia = "Rede zum Volk"); Bez. für die Auslegung eines Bibeltextes durch den Priester oder Diakon im Gottesdienst ( Predigt).

 

Horen
die (lat. hora = "Stunde"); Bez. für die einzelne Feier des Stundengebetes eines Tages.

 

Hosanna
das (aram. "hilf doch!") auch: Hosianna; alttestamentlicher Gebets- und Freudenruf, der in die Liturgie als Heil- oder Huldigungsruf übernommen wurde; in der Eucharistiefeier ist das Hosanna mit dem Sanctus verbunden ("Hosanna in der Höhe. /Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. /Hosanna in der Höhe.").

 

Hostie
die (lat. hostia = "Opfer"); Oblaten aus Weizenmehl und Wasser, die bei der heiligen Messe ( Eucharistiefeier)

 

Humerale
das (auch: Amikt); das Schultertuch. Teil des liturgischen Gewandes, das unter der Albe getragen wird.

 

Hungertuch
das (auch: Fastentuch); liturgischer Brauch, der bis ins 11. Jh. zurückgeht, bei dem zu Beginn der Fastenzeit der Altarraum vom Kirchenschiff durch ein Tuch getrennt wurde. Die heute, zumeist von Künstlern gestalteten Hungertücher, weisen auf die Fastenzeit und besondere weltkirchliche Aktionen oder Projekte hin. Sie werden im Altarraum oder an einer sonst gut sichtbaren Stelle in der Kirche aufgehängt.

 

Hymnus
der; feierlicher Lob- und Preisgesang in der Liturgie.

 

Häresie
die (griech. hairesis = "Auswahl", "Sekte"); eine von der offiziellen Kirchenlehre abweichende Auffassung, auch: Irrlehre bzw. Ketzerei.

 

Häretiker
der; Bez. für jmd., der von der offiziellen Kirchenlehre abweicht.