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Laetare Erstes Wort des Introitus ("Laetare, Jerusalem" = "Freue Dich, Jerusalem"), des Eröffnungsverses der heiligen Messe, am Vierten Fastensonntag, deshalb auch "Sonntag Laetare". Anstelle des in der Fastenzeit üblichen violetten Messgewandes kann der Priester auch ein rosa Messgewand tragen, als Zeichen der Vorfreude auf das Osterfest.
Laie der (griech. laos = "Volk"); im kirchlichen Sinne der getaufte Christ, der nicht Kleriker ist; auch die Laien sind aufgrund der Taufe und der Firmung berufen, am Heilsauftrag der Kirche mitzuwirken.
Laisierung die; Bez. für die Rückversetzung eines katholischen Priesters oder Diakons in den Laienstand. Die Laisierung erfolgt entweder auf Bitten des Klerikers durch päpstliche Dispens oder strafweise aufgrund eines Fehlverhaltens gegen priesterliche Verpflichtungen.
Lamentationen die (lat. lamentatio = "Klagen"); Bez. für die Klagelieder des Propheten Jeremia im Alten Testament, die beim Stundengebet der Karwoche gelesen werden.
Latein Neben Italienisch die offizielle Amtssprache des Vatikanstaates. Alle amtlichen Texte werden bis heute in lateinischer Sprache veröffentlicht. Das gilt für die lateinischen Bücher, den Katechismus, den Codex, das kirchliche Gesetzbuch, sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften und Rundschreiben ( Enzykliken). Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil waren die Texte in den Gottesdiensten ausschließlich in lateinischer Sprache verfasst. Erst mit der Liturgiereform wurde es möglich, die Liturgie in der jeweiligen Landessprache zu feiern.
Lateran Der Lateran ist die nach den früheren Besitzern, der Familie Laterini, bezeichnete Residenz der römischen Bischöfe. Kaiser Konstantin (* um 280, †337) hatte der Kirche das Grundstück 326 geschenkt und auf dem Gelände eine fünfschiffige Basilika und ein Baptisterium erbauen lassen. Die Basilika war zunächst Christus dem Erlöser, seit 905 Johannes dem Täufer und dem Apostel Johannes (St. Giovanni in Laterano) geweiht. Die Basilika führt den Ehrentitel "Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises" ("Omnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput") und ist die eigentliche Bischofskirche ( Kathedrale) des Papstes als Bischof von Rom. Sie gehört mit St. Peter im Vatikan, St. Paul vor den Mauern, St. Maria Maggiore zu den vier Patriarchalbasiliken ( Basilika). Zum Lateran gehört neben der Laterankirche der Lateranpalast, der ursprünglich der Regierungs- und Verwaltungssitz der Päpste war und in dem sich heute das Ordinariat der Erzdiözese Rom befindet.
Lateranverträge Bez. für die zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien am 11. Februar 1929 im Lateranpalast ( Lateran) unterzeichneten Verträge (Staatsvertrag, Konkordat und Finanzabkommen). Sie garantieren die Souveränität des Heiligen Stuhls auf internationaler Ebene mit der Vatikanstadt als neuem Staat und dem Papst als Staatsoberhaupt, regeln die Rechtstellung der katholischen Kirche und sichern dem Heiligen Stuhl eine einmalige Entschädigung für den Verlust des Kirchenstaates zu. Im Gegenzug erkennt der Papst die Stadt Rom als Sitz der italienischen Regierung an.
Laudes die (lat. Iaudare = "loben"); Bez. für das tägliche Morgenlob der Kirche im Stundengebet.
Lavabo (lat. "ich wasche"); die symbolische Händewaschung des Priesters in der heiligen Messe, bezeichnet zugleich die Geräte (Kanne und Schale), mit denen die Händewaschung erfolgt, ebenso die Waschbecken in den Sakristeien, die besonders in der Barockzeit kunstvoll gestaltet waren.
Lazaristen Vinzentiner.
Lektionar das (lat. "Lesebuch"); liturgisches Buch, das die Texte der im Gottesdienst vorgesehenen Lesungen erhält.
Lektor der (lat. "Leser"); Vorleser in einem Gottesdienst. Der Lektor trägt die Lesung vor und wirkt - zusammen mit dem Priester - bei den Fürbitten mit.
Lesejahr Die Schriftlesungen ( Lesung und Evangelium) in der heiligen Messe sind an den Sonntagen in drei so genannte "Lesejahre" unterteilt worden: A, B und C. Auf diese Weise lernen die Gläubigen in einem Rhythmus von drei Jahren alle wichtigen Texte des Alten und Neuen Testamentes ( Bibel) kennen. Im Lesejahr A werden hauptsächlich Texte aus dem Matthäusevangelium vorgetragen, im Lesejahr B aus dem Markusevangelium und im Lesejahr C aus dem Lukasevangelium. Die Texte des Johannesevangeliums werden vor allem in der Fasten- und Osterzeit verkündet.
Lesung die; Bez. für die im Gottesdienst vorgetragenen Lesestücke aus dem Alten Testament oder den Apostelbriefen ( Epistel), der Apostelgeschichte oder der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament.
Letzte Ölung Krankensalbung.
Leviten die; früher Bez. für die Assistenten des Priesters ( Subdiakon und Diakon) bei einem feierlichen Gottesdienst (Levitenamt). Der Name stammt vom israelitischen Stamm Levi, dessen Angehörige mit dem Priesterdienst betraut waren. Die Redewendung "jemanden die Leviten lesen" bezieht sich urspr. auf das Vorlesen der Vorschriften für Leviten, heute wird darunter verstanden: Jemanden wegen eines tadelswerten Verhaltens nachdrücklich zur Rede stellen.
Lichtmess (auch: Mariä Lichtmess); volkstümliche Bez. für das Fest Darstellung des Herrn am 2. Februar, abgeleitet von der an diesem Tag üblichen Kerzenweihe und Lichterprozessionen. Entsprechend dem jüdischen Gesetz brachten Maria und Joseph 40 Tage nach der Geburt ihres erstgeborenen Sohnes Jesus ein Opfer im Tempel dar (vgl. Lk 2,22-24). Dort erkennt der greise Simeon in dem Kind den Messias: "ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für das Volk Israel" (Lk 2,32). Seit Anfang des 5. Jahrhunderts wurde dieses Fest am 40. Tag nach der Geburt Jesu zunächst in Jerusalem dann (Mitte des 5. Jahrhunderts) auch in Rom gefeiert. Später kamen Lichterprozessionen und Kerzenweihen hinzu, wodurch sich der Name "Lichtmess" (auch: "Mariä Lichtmess") einbürgerte. Früher endete mit diesem Fest der weihnachtliche Festkreis. Seit der Liturgiereform wird dieser Tag als Herrenfest gefeiert und heißt "Darstellung des Herrn". Die Wetterregeln an Lichtmess drücken die Vorfreude auf den Frühling aus. Bekannt ist der Spruch: "Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit."
Litanei die (griech. lita = "Bitte"); Wechselgebet; im Gottesdienst die Anrufung Gottes und der Heiligen ("Allerheiligen-Litanei") im Wechsel zwischen Vorbeter und Gemeinde, bei dem die Anrufungen des Vorbeters mit einer gleichbleibenden Bittformel ("Erhöre uns", "Bitte für uns") beantwortet werden.
Liturg der; der Geistliche, der der Liturgie vorsteht.
Liturgie die (griech. leitourgía = "Dienst am Volke"); Bez. für Form und Inhalt der gottesdienstlichen Feier; eine der Grundfunktionen der Kirche.
Liturgik die; die wiss. Beschäftigung mit Theologie, Geschichte und Formen des Gottesdienstes.
Liturgische Farben Bez. für die je nach Fest bzw. Zeit des Kirchenjahres wechselnden Farben der liturgischen Gewänder und Tücher ( Paramente); diese Farben wurden 1570 verbindlich im Missale festgelegt und 1970 im reformierten Messbuch mit wenigen Änderungen übernommen: Weiß als Farbe der Freude, des Glanzes und der Reinheit (Oster- und Weihnachtszeit, Herren- und Marienfeste, Feste der Heiligen, die keine Märtyrer waren); Rot als Farbe des Feuers und des Blutes (Palmsonntag, Karfreitag, Pfingsten, Apostel- und Märtyrerfeste); Grün als Farbe der Hoffnung (Zeit im Jahreskreis); Violett als Farbe der Buße und Besinnung (Advents- und Fastenzeit); Rosa kann am Dritten Adventssonntag ( Gaudete) und am Vierten Fastensonntag ( Laetare) anstelle von Violett getragen werden; Schwarz als Farbe der Trauer (Totenmessen). Gold kann als festliche Farbe Weiß, Rot oder Grün ersetzen. Blau ist keine liturgische Farbe, gilt jedoch als die Farbe der Gottesmutter Maria.
Liudger, Heiliger Der heilige Liudger, Apostel der Friesen und Sachsen, erster Bischof und Patron des Bistums Münster, Gründer der Benediktinerabtei Werden und zweiter Patron des Bistums Essen, gehört zu den großen Heiligen Europas. Er entstammte einer adeligen friesischen Familie und wurde um 742 in der Nähe der heutigen Stadt Utrecht (Niederlande) geboren. 777 erhielt Liudger in Köln die Priesterweihe durch Bischof Ricolf, 787 ernannte Karl der Große ihn zum Missionsleiter für die fünf ostfriesischen Gaue. Am 30. März 805 weihte der Kölner Erzbischof Hildebold Liudger zum ersten Bischof des Missionsgebietes in Westfalen, mit Sitz in der heutigen Stadt Münster. 799 gründete Liudger in Werden an der Ruhr ein Kloster nach der Regel des heiligen Benedikt. Er starb am 26. März 809 während einer Missionsreise in Billerbeck und wurde seinem Wunsch entsprechend in Werden beigesetzt.
Lizentiat das (lat. licentiatus = "der mit Erlaubnis Versehene"); akademischer Grad, der vor allem an kirchlichen Hochschulen erworben werden kann. Das Lizentiat ist Voraussetzung, um am Priesterseminar oder einer gleichwertigen Ausbildungsstätte zu lehren. Kandidaten für das Bischofsamt müssen zumindest Lizentiaten in der Heiligen Schrift, in der Theologie, im kanonischen Recht oder wenigstens in diesen Disziplinen erfahren sein.
Lourdes Bekannter Marienwallfahrtsort in Frankreich, am Nordrand der Pyrenäen.
Ludgerus, Heiliger Liudger.
Lukas Einer der vier Evangelisten (Symbol: Stier); er soll von Beruf Arzt und Begleiter des Paulus auf seiner zweiten und dritten Missionsreise und während dessen Gefangenschaft in Rom gewesen ein; neben dem Lukasevangelium hat er auch die Apostelgeschichte verfasst. Nach der Legende war Lukas Begleiter des Kleopas auf dem Emmausweg (Lk 24,13-18)
Lukasevangelium (Abk. Lk), das dritte Evangelium im Neuen Testament, zwischen 80 und 90 n.Chr. verfasst; der Verfasser hat mehr als die Hälfte des Markusevangeliums übernommen und überarbeitet, daneben benutzte er eine Sammlung von Jesusworten und eine nur ihm bekannte Quelle, die z.B. die Kindheitsgeschichte Jesu erzählt. Das Lukasevangelium ist für Heidenchristen geschrieben, die mit der jüdischen Geschichte nicht vertraut sind.
Löwe Symbolfigur des Evangelisten Markus. |