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Madonna die (ital. "meine Herrin"); Bez. für Maria, die Mutter Jesu; in der christlichen Kunst die Darstellung der Gottesmutter (mit dem Kind).
Magnifikat das (lat. magnificare = "rühmen", "hoch preisen"); erstes Wort in der lateinischen Übersetzung des Lobgesangs, den Maria nach der Erzählung des Lukasevangelium (Lk 1,46-55) bei ihrer Begegnung mit Elisabet anstimmt. Dieses Dankgebet ist Bestandteil der Vesper, des Abendgebetes der Kirche.
Maiandacht die; Andacht zu Ehren der Gottesmutter Maria. Sie findet an jedem Tag des Maria geweihten Monats Mai ("Marienmonat") statt. Diese Andachtsform entstand in Italien und breitete sich von dort weltweit in der katholischen Kirche aus.
Malteser-Hilfsdienst 1953 vom deutschen Zweig des Souveränen Malteserordens und vom Deutschen Caritasverband ( Caritas) gegründet. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) engagieren sich im Katastrophenschutz, im Sanitätsdienst, in der Erste-Hilfe-Ausbildung und in ehrenamtlichen Sozialdiensten. Der Auslandsdienst des MHD fördert Partner in aller Welt und entsendet Fachkräfte in Krisengebiete. In der Hospizarbeit begleiten "Malteser" unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen. Sitz des Malteser-Hilfsdienstes, der nach eigenen Angaben rund 35.000 ehrenamtliche und 3.500 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 875.000 Förderer zählt, ist Köln.
Malteserorden der (mit vollem Titel: "Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta"); ältester geistlicher Ritterorden, um das Jahr 1050 in Jerusalem gegründet, hervorgegangen aus einem von Kaufleuten aus Amalfi lange vor dem ersten Kreuzzug gestifteten Pilgerhospital, das Johannes dem Täufer geweiht war. 1113 folgte die Anerkennung als kirchlicher Orden durch Papst Paschalis II. (1099-1118). Neben der Krankenpflege übernahmen die Ordensritter den Schutz der Pilger im Heiligen Land. Nach dem Fall Jerusalems (1187) und Akkos (1291) begründet der Orden einen souveränen Ritterstaat auf Rhodos. 1522/23 fällt die Insel an das Osmanische Reich, der Orden wird nach Malta verlegt (daher "Malteserritter"). Nach der Reformation kommt es zur Ordensspaltung. Der evangelische Zweig besteht unter dem Namen "Johanniterorden" weiter, der katholische als "Malteserorden". 1798 wird der Orden durch Napoleon I. von Malta vertrieben. Seit 1834 ist Sitz des Ordens, der bis heute von einem Großmeister geleitet wird, Rom. Der Souveräne Malteserorden ist als staatsähnliches Völkerrechtssubjekt ohne Staatsgebiet anerkannt. Der Ordenssitz auf dem Aventin in Rom gilt als exterritoriales Gebiet. Der weltweit über 10.000 Mitglieder (Ritter und Damen) zählende Orden unterhält mit über 90 Staaten diplomatische Beziehungen, hat in sechs Staaten (darunter Deutschland) eine offizielle ständige Vertretung und genießt einen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO). Außerdem prägt der Orden eigene Münzen, gibt Briefmarken heraus und führt ein eigenes Autokennzeichen (SMOM). Der Malteserorden ist weltweit vor allem karitativ tätig ( Malteser-Hilfsdienst). Erkennungszeichen des Ordens ist ein weißes achtspitziges Kreuz auf rotem Hintergrund ("Malteserkreuz").
Manipel der; ein am linken Unterarm getragenes oft gesticktes Stoffband, das der Priester früher als Teil seines liturgischen Gewandes in der heiligen Messe trug; der Manipel hat sich aus dem Handtuch (Schweißtuch) entwickelt.
Maria Name der Mutter von Jesus von Nazareth; Maria wird als Mutter Gottes in der katholischen Kirche besonders verehrt ( Marienfeste).
Marienfeste Das Kirchenjahr kennt folgende Marienfeste: das "Hochfest der Gottesmutter Maria" am 1. Januar, das "Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel" ("Mariä Himmelfahrt") am 15. August und das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenden Jungfrau und Gottesmutter Maria" am 8. Dezember; weitere Marienfeste sind: das "Fest Mariä Heimsuchung" am 2. Juli und das "Fest Mariä Geburt" am 8. September, sowie die Marien-Gedenktage "Unserer Lieben Frau in Lourdes" am 11. Februar, "Unbeflecktes Herz Mariä" am Samstag nach dem 2. Sonntag nach Pfingsten, "Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel" am 16. Juli, "Maria Königin" am 22. August., "Mariä Namen" am 12. September, "Gedächtnis der Schmerzen Mariens" am 15. September, "Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz" am 7. Oktober sowie "Unserer Lieben Frau in Jerusalem" am 21. November sowie "Unserer Lieben Frau in Guadalupe" am 12. Dezember.
Marienverehrung Maria, die Mutter Gottes, wird besonders in der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche verehrt. Formen der Marienverehrung sind die Marienfeste, das Rosenkranzgebet, Maiandachten sowie Wallfahrten in Orte, in denen die Gottesmutter Maria einzelnen oder mehreren Menschen erschienen ist.
Mariä Lichtmess Lichtmess.
Markus auch: Johannes Markus, ist eine Gestalt des Neuen Testaments, er war mit dem Apostel Petrus bekannt und begleitete Barnabas und Paulus auf ihrer ersten Missionsreise, nach altchristlicher Tradition gilt er als Verfasser des Markusevangeliums (Symbol: der Löwe). Nach der Legende war Markus Gründer und erster Bischof der Kirche von Alexandrien, er starb als Märtyrer.
Markusevangelium (Abk. Mk), das zweite und älteste Evangelium im Neuen Testament (um 70 n.Chr.), das aus überlieferten Jesusworten und Jesuserzählungen einen zusammenhängenden Bericht von der Taufe Jesu bis zur Auffindung des leeren Grabes herstellt; vor allem für heidenchristliche Leser geschrieben.
Martyrologium das; eine Zusammenstellung der Todestage der Heiligen der Kirche.
Matthäus Einer der vier Evangelisten (Symbol: Engel bzw. Mensch), einer der zwölf Apostel, der als Verfasser des Matthäusevangliums gilt. Nach Mt 9,9 soll Matthäus ein Zöllner ge-wesen sein und in Äthiopien, Parthien (Kaspisches Meer) und Persien missioniert haben.
Matthäusevangelium (Abk. Mt); das erste und umfangreichste Evangelium im Neuen Testament; zwischen 75 und 90 n.Chr. von einem anonymen Judenchristen in griechischer Sprache verfasst. Erst später wird der Apostel Matthäus als Verfasser des Matthäusevangeliums bezeichnet. Hauptquelle ist das Markusevangelium. Adressaten waren vor allem judenchristliche Gemeinden; Jesus von Nazareth wird als der im Alten Testament verheißene Messias ("des Sohnes Davids") dargestellt, der gekommen ist, um die alttestamentlichen Weissagungen und Verheißungen zu erfüllen.
Matutin die (lat. matutinus = "morgendlich"); urspr. das erste Gebet (Morgengebet) des Stundengebetes, später: das vorausgehende Gebet in der Nacht.
MC Abk. für Missionarinnen Christi, kath. Frauenorden.
MCCI Abk. für Missionarii Comboniani Cordis Iesu, Comboni Missionare, kath. Männerorden.
Messdiener zumeist Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene, die dem Priester bei der Messfeier oder anderen gottesdienstlichen Feiern zur Hand gehen.
Messe die (lat. missio = "Entlassung"; abgeleitet von der Entlassungsformel "ite, missa est" = "geht, [die Versammlung] ist entlassen") auch: Messfeier oder heilige Messe; Bez. für die wichtigste katholische Gottesdienstfeier, in der des Todes und der Auferstehung Jesu gedacht wird. Die Messe gliedert sich in folgende Teile: Eröffnung (Einzug und Eröffnungsgesang [> Introitus], Begrüßung, Schuldbekenntnis, Kyrie, Gloria, Tagesgebet), Wortgottesdienst (1. Lesung, Antwortpsalm [> Graduale], 2. Lesung, Ruf vor dem Evangelium [> Halleluja], Evangelium, Predigt, Credo, Fürbitten), Eucharistiefeier (Gabenbereitung, Eucharistisches Hochgebet mit Präfation, Sanctus, Kommunionteil mit Vaterunser, Friedensgebet und Friedensgruß, Brotbrechung und Agnus Dei, Kommunionspendung, Schlussgebet), Entlassung (Segen, Entlassungsruf, Auszug).
Messgewand das; liturgische Obergewand des Priesters bei der Messfeier, Kasel.
Messias der (hebr. "der Gesalbte"); der im Alten Testament verheißene und im Judentum erwartete Heilsbringer; die Christen sehen in Jesus von Nazareth den Messias.
Messopfer das; Bez. für die Feier der Eucharistie als Gedächtnisfeier des Opfers Jesu Christi am Kreuz.
Messordnung Die von einer Pfarrgemeinde festgelegte Ordnung und zeitliche Abfolge der verschiedenen Eucharistiefeiern.
Messstipendium das; eine Geldspende oder eine Stiftung von Gläubigen, verbunden mit der Bitte an den Priester, während der heiligen Messe einer bestimmten Person oder eines Anliegens des Spenders zu gedenken.
Messwein Bez. für den in der Eucharistiefeier verwendeten Wein. Zugelassen ist nur Qualitätswein (also kein Tafel-, Likör- oder Schaumwein).
Metropolit der (kirchenlat. Metropolita = "Bischof in der Hauptstadt"); Titel eines Bischofs, der einer Kirchenprovinz ( Erzbistum) vorsteht, auch Erzbischof genannt.
Mette die (lat. matutinus = "morgendlich"); ein nächtlicher bzw. frühmorgendlicher Gottesdienst; an Weihnachten Bez. für die "Messe in der Heiligen Nacht" ("Christmette"), an den letzten Tagen der Karwoche für die Morgenhoren ("Trauermetten").
MHD Abkürzung für Malteser-Hilfsdienst.
Ministrant der (lat. minister = "Diener", "Gehilfe"); Messdiener.
Minoriten (lat. Ordo Fratrum Minorum Conventualium, Abk. OFMConv., "Orden der Minderbrüder Konventualen"), auch: Franziskaner-Minoriten, Franziskaner-Konventuale; Ordensgemeinschaft (Männerorden), gehören neben den Franziskanern und den Kapuzinern zum Zweig der franziskanischen Ordensgemeinschaften ( Bettelorden).
Misereor Katholisches Hilfswerk gegen Hunger und Krankheit in der Welt mit Sitz in Aachen. Der Name Misereor leitet sich her vom Wort Jesu im Markusevangelium ("Misereor super turbam" = "Mich erbarmt des Volkes", Mk 8,2). Das 1958 von den deutschen Bischöfen gegründete Werk gilt als die weltweit größte kirchliche Hilfsorganisation für die Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Gemeinsam mit einheimischen Partnern leistet Misereor vor allem "Hilfe zur Selbsthilfe". Die Schwerpunkte der Projektarbeit liegen im Gesundheits- und Bildungsbereich sowie in der nachhaltigen Landwirtschaft. Neben der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit hat Misereor den Auftrag, mit Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit die Öffentlichkeit über die Situation der Armen zu informieren und zu sensibilisieren. Neben Spendengeldern, kirchlichen und staatlichen Zuschüssen finanziert sich das Hilfswerk durch die jährlich in der Fastenzeit stattfindende "Fastenkollekte".
Miserikordie die (lat. misericordia = "Erbarmen", "Barmherzigkeit"); häufig mit Schnitzereien versehener Vorsprung an der Unterseite des Chorgestühls, um sich während längerer liturgischer Handlungen beim Stehen anlehnen zu können.
Missa chrismatis die (auch: Chrisam-Messe); feierlicher Gottesdienst am Morgen des Gründonnerstages, in der der Bischof die Heiligen Öle weiht, die in der katholischen Kirche vor allem für Salbungen bei der Taufe, der Firmung, der Priester- und Bischofsweihe und der Krankensalbung gebraucht werden. Es wird unterschieden zwischen dem Katechumenenöl (zur Salbung der Taufbewerber), dem Krankenöl (zur Feier der Krankensalbung). und dem Chrisam (für Taufe und Firmung, Priester- und Bischofsweihe, Altar- und Kirchweihe). Verwendet wird Olivenöl, dem im Falle des Chrisam Duftstoffe (Balsam) beigemischt werden. Dem aus den Früchten des Olivenbaums gewonnenen Öl wird seit alters her eine besondere Kraft zugeschrieben. Es bringt die stärkende und heilende Zuwendung Gottes und die Gemeinschaft mit Christus (dem Gesalbten) zum Ausdruck.
Missa pontificalis die; Pontifikalamt.
Missa solemnis die; Hochamt.
Missale das; Bez. für das amtliche Messbuch in der katholischen Kirche, das die bei der Messe vorgeschriebenen Texte enthält.
Missio Das Internationale Katholische Missionswerk "missio" mit Sitz in Aachen und München ist eines von weltweit über 100 Päpstlichen Missionswerken. Das lateinische Wort "missio" bedeutet "Sendung". Aufgabe des Missionswerkes ist es, partnerschaftliche Beziehungen zu den Kirchen in Afrika, Asien und Ozeanien zu unterhalten, Projekte dieser Kirchen zu unterstützen und in Deutschland Bewusstseinsbildung zu leisten. 2002 förderte missio nach eigenen Angaben rund 2.700 Projekte. Finanziert werden diese Projekte überwiegend aus Spenden und dem Ergebnis der Kollekte am Weltmissionssonntag, aber auch aus Kirchensteuermitteln. Die historischen Wurzeln von missio reichen in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.
Missio canonica die (lat. "kirchenamtliche Sendung"). Die Missio canonica ist die nach dem Kirchenrecht (Kanon) erforderliche offizielle Beauftragung und Erlaubnis, den Glauben zu verkünden und Religionsunterricht zu erteilen. Die Missio canonica wird durch den Bischof erteilt und kann durch ihn wieder entzogen werden.
Mission die (lat. "Auftrag", "Sendung"); die Verkündigung des Evangeliums unter Nichtchristen. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist die katholische Kirche ihrem Wesen nach "missionarisch". Es ist urchristlicher Auftrag, den Glauben an den auferstandenen Jesus zu verkünden ("Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen",Mk 16,15; "Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern!", Mt 28,19).
Mitra die (volkst. "Bischofsmütze"); Bez. für die liturgische Kopfbedeckung des Papstes, der Bischöfe und Äbte; eine hohe, spitz zulaufende Mütze, die an der Rückseite mit zwei herabhängenden Zierbändern versehen ist.
MMS Abk. für Medical Mission Sisters, Missionsärztliche Schwestern, kath. Frauenorden.
Monasterium das; lat. Bez. für Kloster.
Monsignore der (ital. "mein Herr") Abk. Msgr.; Titel und Anrede von Trägern des Ehrentitels "Kaplan Seiner Heiligkeit". Prälat.
Monstranz die (lat. monstrare = "zeigen"); kostbares liturgisches Gefäß, in der eine konsekrierte Hostie eingesetzt und den Gläubigen - insbesondere bei Prozessionen - gezeigt wird.
Moto Proprio das (lat. "aus eigenem Antrieb"). Ein als Moto Proprio erlassenes Schreiben ist ein Erlass des Papstes in Briefform ohne Anrede. Es wird am häufigsten verwendet für Gesetzgebungsakte des Papstes (päpstliche Gesetze), aber auch für Verwaltungsakte.
Mozetta die ( Chorkleidung); vorn geknöpfter, bis zu den Ellbogen
MSC Abk. für Missionarii Sacratissimi Cordis Iesu (Herz-Jesu-Missionare bzw. Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu), kath. Männer- bzw. Frauenorden.
MSF Abk. für Congregatio Missionariorum a S. Familia (Missionare von der Hl. Familie), kath. Männerorden.
Msgr. Abk. für Monsignore, Prälat.
Münster das (lat. monasterium = "Kloster"); urspr. die Kirche eines Klosters oder Kapitels (Stiftskirche), später im dt. Sprachgebiet auch Bez. für die Hauptkirche einer Stadt, auch die Bez. für einzelne Bischofskirchen (z.B. Essener Münster) Dom.
Märtyrer der (kirchenlat. martyr = "Glaubens-, Blutzeuge") auch: Martyrer; jemand, der für seinen Glauben verfolgt wird, körperliches Leid ertragen und den Tod erleiden muss. Der erste Märtyrer der Christenheit war Stephanus (Apg 7,59). Er hat im Heiligenkalender einen bevorzugten Platz, den 26. Dezember, gleich nach dem Geburtsfest Jesu.
Mönch der (griech. Monachós = "Einsiedler"); ein Mann, der allein oder in einer Klostergemeinschaft ( Orden) ein von religiösen Grundsätzen bestimmtes asketisches Leben führt ( Evangelische Räte, Gelübde). Zu den Mönchsorden oder monastischen Orden gehören u.a. die Benediktiner, Zisterzienser, Trappisten und Kartäuser. Mönche, die zugleich Priester sind, werden mit "Pater" und ihrem Vornamen, die übrigen Ordensmitglieder mit "Frater" oder "Bruder" und ihrem Vornamen ausgesprochen. Die weibliche Entsprechung zum Mönch ist die Nonne. |