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P.P. Abk. für Pastor Pastorum = "Hirte der Hirten" oder "Allerhöchster Hirte", einer der Papsttitel; wichtigen Dokumenten fügt der Papst neben seinem Namen die Abkürzung "P.P." hinzu.
Pallium das (lat. pallium = "weiter Mantel"); Zeichen der Metropolitanwürde ( Metropolit). Das Pallium ist eine schmale weiße Wollstola mit sechs schwarzen Seidenkreuzen, die über das Messgewand gelegt wird. Es ist das äußere Zeichen der Autorität eines Metropolitan-Erzbischofs. Metropolitan-Erzbischöfe sind Leiter von Kirchenprovinzen mit einem Erzbistum, dem in der Regel ein oder mehrere Bistümer zugeordnet sind. Die Wollstola darf ein Erzbischof nur für die Dauer seiner Amtszeit und auch nur innerhalb seiner Metropolie tragen. Das Pallium wird aus der Wolle zweier Lämmer hergestellt, die der Papst am Fest der heiligen Agnes am 21. Januar segnet. Jeweils am 29. Juni, dem Fest Peter und Paul, segnet der Papst die neuen Pallien. Bei seiner Amtseinführung wurde Papst Benedikt XVI. (2005) erstmals wieder ein mit fünf roten Kreuzen besticktes langes Pallium umgelegt. Diese Form war im ersten Jahrtausend üblich, als Ost- und Westkirche noch nicht getrennt waren.
Pallottiner (lat. Societas Apostolatus Catholici = "Gesellschaft des Katholischen Apostolates", Abk. SAC); religiöse Gemeinschaft, kein Orden, 1835 von Vinzenz Pallotti (*1795, †1850) gegründet. Die Mitglieder leisten kein Gelübde, müssen aber versprechen, in Armut und Ehelosigkeit zu leben, ihre irdischen Güter zu teilen und Gott und den Menschen selbstlos zu dienen. Heute ist die Gemeinschaft auf allen Kontinenten vertreten und zählt rund 2.500 Mitglieder. Zu ihrer Hauptaufgabe gehört die Förderung des Laienengagements in der Kirche. Der weibliche Zweig der Gemeinschaft, die Pallottinerinnen, wurde 1838 gegründet.
Pallottinerinnen Pallottiner.
Palmsonntag Mit dem Palmsonntag beginnt eine Woche vor Ostern die Karwoche. In Erinnerung an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem treffen sich die Gläubigen zumeist vor der Kirche zur Segnung der Palmen (in Deutschland meist Buchsbaumzweige) und ziehen dann in einer Prozession (Palmprozession) zum Gotteshaus. In der anschließenden Messfeier wird erstmals in der Karwoche die Botschaft vom Leiden und Sterben Jesu verkündet.
papabile (ital. "zum Papst wählbar"); ital. Bez. für die als Papstkandidaten in Frage kommenden Kardinäle.
Papamobil das (ital. papa = "Papst" und [auto]mobile = "Auto"), "Auto des Papstes"; Bez. für Kraftfahrzeuge, die Papst Johannes Paul II. (1978-2005) bei öffentlichen Auftritten benutzte bzw. sein Nachfolger Papst Benedikt XVI. (2005) benutzt.
Papst der (lat. papa = "Vater"); Bez. für das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Der Ehrentitel wurde bis zum 3. Jahrhundert unterschiedslos für alle Bischöfe verwandt. Bischof Siricius von Rom (384-399) bezeichnete sich erstmals amtlich als "papa", Gregor I. (590-604) legte schließlich fest, dass dieser Titel ausschließlich dem Bischof von Rom gebührt. Als Bischof von Rom und damit als Nachfolger des Apostels Petrus ist der Papst Träger der obersten Leitungsvollmacht und besitzt damit "die oberste, volle, unmittelbare und allgemeine ordentliche Gewalt in der Kirche, die er immer frei ausüben kann" (can. 331). Seine besondere Stellung kommt auch durch seine weiteren Titel zum Ausdruck: Bischof von Rom, Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des Fürsten der Apostel, Höchster Pontifex der Universalkirche, Patriarch des Abendlandes, Primas von Italien, Erzbischof und Metropolit der römischen Kirchenprovinz, Souverän des Staates der Vatikanstadt, Servus Servorum Dei (lat. = "Diener der Diener Gottes"). Papst Benedikt XVI. (2005) hat auf den Titel "Patriarch des Abendlandes" freiwillig verzichtet. Damit zeige der Papst "historischen und theologischen Realismus", begründete der Vatikan diesen Verzicht. Der Titel "Patriarch des Abendlandes" sei von Beginn an nicht sehr klar gewesen und im Laufe der Geschichte obsolet und praktisch nicht mehr benutzbar geworden. Die Bischofskirche des Papstes ist die Laterankirche ( Lateran) in Rom und nicht die Peterskirche. Die protokollarische Anrede des Papstes lautet: "Heiliger Vater", "Heiligkeit" bzw. "Eure Heiligkeit". Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht grundsätzlich jeder getaufte männliche Katholik gewählt werden. Allerdings entstammen seit 1378 alle Päpste dem Kardinalsrang. Die Wahl erfolgt in einem Konklave, einer Versammlung aller Kardinäle. Wahlberechtigt sind aber nur Kardinäle, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Das Konklave beginnt 15 bis 20 Tage nach Beginn der Sedisvakanz mit einer Messe im Petersdom. Anschließend ziehen die wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinische Kapelle. Die Wahl ist streng geheim. Während des Konklaves sind den Kardinälen Kontakte zu Außenstehenden verboten. Auch Telefon, Fernsehen, Radio oder Zeitungen sind nicht erlaubt. Nach der von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) erlassenen Konstitution zur Papstwahl (Universi Dominici Gregis) sind die Kardinäle während des Konklaves im "Domus Sanctae Marthae" untergebracht. Nach der Vereidigung der Kardinäle und dem Versprechen zur absoluten Verschwiegenheit müssen alle, die nicht zum Konklave gehören, die Sixtinische Kapelle verlassen. Die Wahlgänge finden nach einem genau festgelegten Zeremoniell statt. Gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinigen kann. Sollte nach dem 33. Wahlgang noch kein Papst gewählt worden sein, können sich die Kardinäle mit absoluter Mehrheit für einen anderen Wahlmodus entscheiden. Der Papst muss dann nur noch mit einfacher Mehrheit gewählt werden. Nach jedem Wahlgang werden die Wahlzettel verbrannt. Ist der außen sichtbare Rauch schwarz, war die Wahl erfolglos. Ist der Rauch weiß, ist ein neuer Papst gewählt. Seit dem 11. Jahrhundert legt der neu gewählte Papst seinen bürgerlichen Namen ab und nimmt einen neuen Namen an. Auf der so genannten Benediktionsloggia des Petersdomes wird der neue Papst anschließend den Gläubigen vorgestellt ( "Habemus papam" = "Wir haben einen Papst") und er erteilt dort erstmals den Apostolischen Segen ( "Urbi et Orbi").
Paramente die (lat. parare = "bereiten", "zurüsten"); Bez. für die liturgischen Gewänder ( Albe, Amikt, Chormantel, Humerale, Kasel) und das für Altar, Kanzel und liturgische Geräte und Gefäße (z.B. Kelch, Ziborium) verwendete Tuch.
Passion die (lat. Passio = "das Leiden"); Bez. Für die Leidensgeschichte >Jesu Christi von seiner beschlossenen Gefangennahme bis zum Tod am Kreuz; gemeint ist auch die Darstellung der Leidensgeschichte Jesu in der bildenen Kunst bzw. die Vertonung der Leidensgeschichte als Chorwerk oder Oratorium (z.B. "Matthäus-Passion" von Johann Sebastian Bach).
Passionssonntag Frühere Bez. für den vorletzten Sonntag vor Ostern, mit dem die Passionszeit begann, auch Judica genannt, nach dem ersten Wort des Eröffnungsgesangs der heiligen Messe (Judica me, Deus = "Schaff' Recht mir, Gott"), die heutige Bez. ist einfach Fünfter Fastensonntag. Der Sonntag vor Ostern, der Palmsonntag, hieß früher auch Zweiter Passionssonntag.
Pastor der (lat. pastor = "Hirte"); in der katholischen Kirche häufig gebrauchte Bezeichnung für den Leiter einer Pfarrgemeinde ( Pfarrer). Die Bezeichnung selbst ist konfessionell nicht zu-geordnet, so dass der Titel auch in evangelischen Kirchen üblich ist. In einigen Bistümern wird zwischen dem Titel "Pastor" und der Dienstfunktion "Pfarrer" unterschieden, d.h. ein Geistlicher, der keine Pfarrgemeinde leitet, erhält den Titel "Pastor".
Pastoral die (lat. pastoralis = "zu den Hirten gehörig"); andere Bez. für "Seelsorge", z.B. Gemeindepastoral = Seelsorge in der Gemeinde.
Pastoralassistent/-in Pastoralreferent/-in.
Pastoralreferent/-in Pastoralreferenten und -referentinnen sind hauptberuflich in der Seelsorge tätige Theologen mit Universitätsabschluss (Diplom-Theologen). Der Beruf entstand in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Anders als der Priester sind sie nicht geweiht, sie dürfen daher keine Sakramente spenden. Die Einsatzfelder sind in den Diözesen sehr unterschiedlich. Nach dem von der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedeten Statut für Pastoralreferenten werden sie vor allem in der Sonderseelsorge (kategoriale Seelsorge) eingesetzt: Krankenhaus-, Hochschul-, Militärseelsorge oder in der Jugendarbeit in einem Dekanat oder in einer Region. Bis zur Ablegung der so genannten 2. Dienstprüfung ist die Bezeichnung "Pastoralassistent/-in". Bundesweit gibt es rund 2.900 Pastoralreferenten und -referentinnen.
Pate der; Bürge oder Zeuge bei der Taufe (bzw. Firmung). Der Pate (bzw. die Patin) verpflichtet sich, für die religiöse Erziehung des Getauften mitzusorgen und die Eltern bei der religiösen Erziehung zu unterstützen. Er muss deshalb der katholischen Kirche angehören.
Patene die (lat. patina = "Schüssel", "Pfanne"); flache Schale bzw. Teller für die Hostien (auch: Hostienteller).
Pater der (lat. pater = "Vater"); Titel und Anrede eines Ordensgeistlichen.
Pater noster (lat. "Vater unser") Vaterunser.
Patriarch der (griech. patriárches = "Sippenoberhaupt"); Nachdem sich das Bischofsamt als zentrales Element der kirchlichen Leitung durchgesetzt hatte, bildeten sich im frühen Christentum Bischofssitze mit höherem Ansehen heraus. Der Grund: Ihre Inhaber verstanden sich als direkter Nachfolger der Apostel, außerdem waren die entsprechenden Städte zu jener Zeit politisch besonders bedeutend. So erhielten die Bischöfe von Rom (Bischofssitz gegr. durch die Apostel Petrus und Paulus), Konstantinopel (gegr. durch den Apostel Andreas), Alexandria (gegr. durch den Evangelisten Markus), Antiochia (gegr. durch die Apostel Petrus und Paulus) und Jerusalem (gegr. durch alle Apostel) den Titel Patriarch. Heute führen in der röm.-kath. Kirche nur wenige Bischöfe und Erzbischöfe den Amts- oder Ehrentitel Patriarch. So trug der Papst als Bischof von Rom den Titel "Patriarch des Abendlandes". Erst Benedikt XVI. (2005) verzichtete auf diesen Titel; "Patriarchen" sind auch der Bischof (des lateinischen Ritus) von Jerusalem (seit 1099), die Bischöfe von Venedig (seit 1451) und Lissabon (seit 1716), sowie der Bischof von Goa (seit 1886).
Patriarchalbasilika die, Basilika.
Patron der (lat. patronus = "Schutzherr", "Beschützer"); ein Heiliger, der als Beschützer einer Pfarrkirche, einer Gemeinschaft, einer Stadt, eines Bistums oder auch einer Person (Namenspatron) verehrt wird. Der Gedenktag des Heiligen bzw. der Heiligen wird zumeist festlich begangen, siehe auch Namenstag, Patrozinium.
Patrozinium das (lat. patrocinium = "Beistand", "Schutz"); Bez. für das Namensfest bzw. die Schutzherrschaft eines Heiligen über eine Kirche. Seit dem 4. Jahrhundert werden Kirchen auf den Namen von Heiligen geweiht. Das Namensfest der Kirche, das Patrozinium, wird von der Gemeinde zumeist festlich begangen.
Pauliner (lat. Ordo Sancti Pauli Primi Eremitae, Abk. OSPPE, "Orden des heiligen Paulus des ersten Eremiten"); Ordensgemeinschaft, deren Namen auf den heiligen Paulus von Theben zurückgeht, der im 3./4. Jahrhundert in Oberägypten als Einsiedler in der Wüste lebte. Die Gründung der Ordensgemeinschaft geht auf die Eremitenbewegung im 13. Jahrhundert zurück und hat ihren Ursprung in Ungarn. Dort scharte der selige Eusebius von Esztergom eine Gemeinschaft von Männern um sich, die sich zum Patron und Vorbild den heiligen Paulus von Theben wählten und nach der Regel des heiligen Augustinus ( Augustinusregel) lebten. 1308 wurde der Orden von Papst ClemensV. (1305-1314) offiziell anerkannt. Zum Wesen des Paulinerordens gehören die Kontemplation, das Gebet, ein armes und arbeitsames Leben, apostolisches Wirken durch Predigt und Sakramentenspendung, insbesondere des Bußsakramentes. Die Ordensleitung hat ihren Sitz in Jasna Góra ("der helle Berg") in Tschenstochau/Polen, einem der größten europäischen Marienwallfahrtsorte. Der Orden zählt nach eigenen Angaben rund 500 Mitglieder, die weltweit in 50 Klöstern leben. In Deutschland sind die Pauliner mit sechs Ordensniederlassungen vertreten.
Paulus Apostel, (* um das 1. Jh. in Tarsus, † 64 oder 67 in Rom), entstammte einer frommen jüdischen Familie. Sein urspr. Name lautete Saulus (nach Saul, dem ersten König Israels), unter Griechen und Römern nannte er sich dagegen "Paulus". Von seinem Vater hatte er das römische Bürgerrecht geerbt, er war gebildet, ein frommer Jude und hatte neben der Thora (die heilige Schrift des Judentums) auch den Beruf des Zeltmachers erlernt. Als treuer Anhänger seines Glaubens wurde er zu einem erbitterten Gegner der Judenchristen und war auch an der Steinigung des Stephanus beteiligt, dem ersten christlichen Märtyrer. Auf einer Reise nach Damaskus erschien ihm Jesus, der Gekreuzigte, als der Sohn Gottes. Dieses so genannte "Damaskuserlebnis" (Apg 9,1-18) bewirkte in Paulus eine vollständige Umkehr. Er ließ sich taufen, ging nach Arabien und war vor allem unter den Heiden missionarisch tätig. Auf drei großen Missionsreisen gründete er später die ersten christlichen Gemeinden in Europa, in Philippi, Thessalonike und Korinth. Nach der Rückkehr von seiner dritten Missionsreise wurde Paulus in Jerusalem verhaftet. Der zweijährigen Haft in Cäsarea folgte die Überführung nach Rom. Mit den von ihm begründeten Gemeinden blieb Paulus durch Biefe ("Paulusbriefe") in Verbindung. Ungewiss ist, ob er in Rom frei kam oder unter Kaiser Nero den Märtyrertod erlitt. Sein theologisches Denken kommt vor allem in seinen Briefen (insbesondere im Römerbrief) zum Ausdruck.
Pax Christi (lat. "Friede Christi"), Pax Christi ist die 1945 in Frankreich gegründete, internationale katholische Friedensbewegung. Sie tritt ein für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung zwischen verfeindeten Völkern und Gruppen. Nach eigenen Angaben engagieren sich weltweit über 80.000 Menschen bei Pax Christi, in Deutschland zählt die Bewegung über 5.000 Mitglieder.
Pektorale das (lat. pectus = "Brust"); Brustkreuz geistlicher Würdenträger, eines der Insignien eines Bischofs.
Perikope die (griech. "Ausschnitt"); Bez. für einen Textabschnitt aus der Bibel, der im Gottesdienst verlesen wird; diese Schriftlesungen unterliegen einer festen Ordnung.
Perikopenbuch Das Buch, das in der Reihenfolge des Kirchenjahres die einzelnen Abschnitte für die Schriftlesungen enthielt.
Personalität die; ein Grundsatz der katholischen Soziallehre, begründet in seiner Gottesebenbildlichkeit ist der Mensch Träger einer von Gott verliehenen Individualität. Seine Würde ist unantastbar. Deshalb sind Gesellschaft und Staat für den Menschen da und nicht umgekehrt.
Personalprälatur die; besondere kirchliche Organisations- und Rechtsform innerhalb der katholischen Kirche. Die z.Zt. einzige Personalprälatur bildet das Opus Dei. Dadurch unterstehen die Priester dieser geistlichen Gemeinschaft nicht mehr der Aufsicht des jeweiligen Ortsbischofs.
Personalschematismus der; Schematismus.
Peterskirche die (auch: Basilika St. Peter, Petersdom, Grabeskirche des Apostels Petrus, ital. San Pietro in Vaticano); die mit 22.067 Quadratmetern Fläche nicht nur größte, sondern auch wichtigste Kirche der Christenheit bildet das Zentrum der Vatikanstadt. Schon Ende des ersten Jahrhunderts verehrten Christen an der Stelle des heutigen Baus auf einem frühchristlichen Friedhof ein besonderes Grab als die letzte Ruhestätte des Apostels Petrus. Dort ließ Kaiser Konstantin der Große von 319 bis 322 eine fünfschiffige Basilika errichten. Entgegen dem sonst üblichen Brauch war der Bau mit Rücksicht auf die Lage des Apostelgrabes nicht nach Osten ausgerichtet sondern nach Westen. Das Grab selbst war als oberirdisches Grabmal in die Kirche einbezogen. Nach größeren Renovierungsarbeiten im 15. Jahrhundert entschloss sich Papst Julius II. (1503-1513) zu einem Totalabriss des baufälligen Gotteshauses. 1506 wurde mit dem von dem berühmten Baumeister Donato Bramante (*1444, †1514) geplanten Neubau begonnen. Nach Bramantes Tod ging die Bauleitung an Raffael (*1483, †1520), dann an Antonio da Sangallo (*1483, †1546) über. Von Michelangelo (*1475, †1564), dem 1547 die Bauleitung übertragen wurde, stammt der Entwurf der Kuppel. Die Vollendung erlebte er nicht mehr. Die Ausführung der Arbeiten unter Leitung von Vignola (*1507, †1573) und Domenico Fontana (*1543, †1607) trägt aber auch deren Handschrift. Das neue Langhaus wurde nach Plänen von Carlo Maderna (*1556, †1629) verwirklicht. Am 18. November 1626 wurde die neue Basilika eingeweiht. Das erste große Kunstwerk der neuen Kirche stammt von Gian Lorenzo Bernini (*1598, †1680). Über dem Petrusgrab unter der Kuppel errichtete er auf vier gewundenen Säulen den bronzenen Altarbaldachin. Von ihm stammt auch die Gestaltung des Vorplatzes der Peterskirche (Petersplatz). Die Gräber der meisten Päpste befinden sich in der Unterkirche von St. Peter, den so genannten "Vatikanischen Grotten".
Peterspfennig Der Peterspfennig ist eine am 29. Juni, dem Fest Petrus und Paulus (Peter und Paul), oder am Sonntag davor oder danach in allen katholischen Bistümern stattfindende Kollekte (Spendensammlung) für die vielfältigen Aufgaben des Papstes. Die Verwaltung der Spendengelder untersteht einer besonderen Kommission im Vatikan.
Petrus Eigentl. Simon (*unbekannt im galiläischen Betsaida; † 64 oder 67 in Rom), den Namen Petrus (aram. Kephas; griech. petros = "Stein", "Fels") wurde ihm von Jesus bei seiner Berufung zum Apostel verliehen. Er bedeutet ursprünglich "Edelstein" und unterstreicht so die besondere Stellung des Simon. Die griechische Bedeutung des Namens Petros ("Fels") wurde später theologisch als der Fels gedeutet, auf den Jesus Christus seine Kirche baut ("Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Mt 16,18). Simon Petrus, von Beruf Fischer, lebte mit seiner Familie in Karfarnaum. Dort wurde er als einer der ersten von Jesus zu dessen Jünger berufen und folgte ihm nach. Nach dem Tod Jesu am Kreuz gehörte er zu den ersten Zeugen der Auferstehung. Als Sprecher der Apostel sorgte er dafür, dass sich die Jünger bald wieder in Jerusalem sammelten und die Botschaft von der Auferstehung verkündeten. Auf Missionsreisen u.a. nach Antiochien widmet er sich - wie Paulus - vor allem der Mission von Nichtjuden ("Heidenchristen"). Sicher ist sein späterer Aufenthalt in Rom, wo er unter Kaiser Nero den Märtyrertod (64 oder 67) erlitten hat. Petrus gilt als Gründer und Haupt der Kirche von Rom. Von daher leitet sich auch der Primatsanspruch und das Papstamt des römischen Bischofs ab. Petrusamt.
Petrusamt das; Bez. für das von den Bischöfen von Rom als Nachfolger des Apostels Petrus beanspruchte universalkirchliche Hirtenamt.
Pfarradministrator der; ein vom Bischof mit der vorübergehenden Leitung einer Pfarrgemeinde bestellter Priester, z.B. nach dem Tod oder der Versetzung des Pfarrers der Gemeinde.
Pfarrei die (auch: Pfarre, Pfarrgemeinde); eine in einem räumlich genau bestimmten Gebiet lebende Gemeinschaft von Katholiken, der ein Pfarrer vorsteht und die eine eigene Kirche (Pfarrkirche) hat. Die Pfarrei ist in Deutschland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit selbständiger Rechts- und Vermögensträger.
Pfarrer der; ein vom Bischof ernannter Priester, der mit der selbstständigen und verantwortlichen Betreuung einer Pfarrgemeinde beauftragt wird. Zu seinen Aufgaben gehört u.a. die regelmäßige Feier von Gottesdiensten, die Verkündigung des Evangeliums, die Spendung der Sakramente, die seelsorgliche Betreuung der Gemeinde, die Zusammenarbeit mit den Gemeindegremien ( Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat) und die Leitung der Gemeinde.
Pfarrgemeinde die, Pfarrei.
Pfarrgemeinderat Der Pfarrgemeinderat ist ein von der Gemeinde gewähltes Gremium von Laien, das gemeinsam mit dem Pfarrer und den weiteren Seelsorgern und Mitarbeitern die Seelsorgearbeit in der Gemeinde mitträgt und mitverantwortet. Der Pfarrgemeinderat geht auf das Zweite Vatikanische Konzil zurück. Im "Dekret über das Apostolat der Laien" wird die Einrichtung beratender Gremien in den Pfarrgemeinden angeregt. Der Pfarrgemeinderat dient dem Aufbau einer lebendigen Gemeinde und ist der Verkündigung der Botschaft des Evangeliums, der Feier des Glaubens im Gottesdienst und dem Dienst am Nächsten verpflichtet. Um seine Arbeit leisten zu können, kann der Pfarrgemeinderat verschiedene Ausschüsse bilden, z.B. für Liturgie, Mission, Caritas oder Öffentlichkeitsarbeit. Für die Vermögensverwaltung ist das Gremium nicht zuständig. Dafür ist der Kirchenvorstand zuständig. Im Bistum Essen werden mindestens zwei Drittel der Mitglieder des Pfarrgemeinderates gewählt, hinzu kommen alle hauptamtlichen Seelsorger und Seelsorgerinnen, eine Vertreterin oder ein Vertreter des Kirchenvorstandes sowie bis zu drei von den gewählten Mitgliedern bestimmte Personen. Die Zahl der Mitglieder des Pfarrgemeinderates hängt von der Größe der Pfarrgemeinde ab.
Pfarrrektorat das; Bez. für eine rechtlich (noch) nicht selbstständige Gemeinde, die nicht alle notwendigen staatskirchen- und vermögensrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung einer Pfarrgemeinde erfüllt. Pfarrei.
Pfarrverband der; Bez. für den Zusammenschluss rechtlich selbstständig bleibender Pfarrgemeinden unter der Leitung eines Pfarrers.
Pfarrvikarie die; Pfarrrektorat.
Pfingsten (griech. Pentekosté = "der fünfzigste" Tag). Das Pfingstfest wird 50 Tage nach dem Osterfest gefeiert und bildet den Abschluss der Osterzeit ( Ostern). Die Kirche feiert Pfingsten das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes. Die liturgische Farbe des Festes ist Rot.
Pieta die (ital. pietà = "Frömmigkeit"); Bez. für Darstellungen der Gottesmutter Maria mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß.
Pilaster der (lat. pila = "Pfeiler"); Bez. für Wandpfeiler, die nur wenig aus der Wand heraustreten und wie freistehende Pfeiler in Basis (Fuß), Schaft und Kapitell gegliedert sind. Pilaster dienen in Bauten vor allem als Dekorelement.
Pileolus der (lat. pileus = "Hut", "Filzkappe"); kleines Käppchen, das katholische Geistliche als Teil ihrer Amtstracht tragen. Die Farbe des Käppchens, das zumeist aus Moiré-Seide gefertigt ist, entspricht dem üblichen Farbkanon in der katholischen Kirche: Weiß für den Papst, Rot für Kardinäle, Violett für Bischöfe, Schwarz für die übrigen Geistlichen. Während der Messe, zwischen dem Sanctus und der Kommunionsausteilung, wird der Pileolus abgesetzt. Darum wird das Käppchen auch "Soli Deo" ("nur vor dem Herrn") genannt, weil es nur vor dem Allerheiligsten abgenommen wird.
Pilger der (lat. pelegrinus = "Wallfahrer"); jemand der aus religiösen Motiven eine Wanderung bzw. Fahrt ( Wallfahrt) an eine Pilgerstätte (Wallfahrtsort) unternimmt. Die Gründe für diese Wallfahrt können gemeinsame oder persönliche Anliegen wie zum Beispiel die Bitte um Vergebung von Sünden, Hilfe in persönlichen Notlagen, der Dank für erfahrene Hilfe, die Heilung von Krankheiten oder die Erfüllung eines Wunsches (z.B. Kinderwunsch) sein. Daneben kann die Wallfahrt für den einzelnen Pilger wie auch für eine Pilgergemeinschaft ganz allgemein ein besonderes Bekenntnis des eigenen Glaubens sein.
Piscina die (lat. piscina = "Wasserbehälter"); 1. Bez. für das Taufbecken in einem Baptisterium; 2. Bez. des in mittelalterlichen Kirchen befindlichen Ausgussbeckens für das zur liturgischen Waschung der Hände und liturgischen Geräte und Gefäße ( Kelch, Ziborium) benutzte Wasser.
Piusorden Hohe päpstliche Auszeichnung, die der Heilige Stuhl an Laien vergibt. Er wurde 1847 von Papst Pius IX. (1846-1878) gestiftet und 1939 sowie 1957 durch Papst Pius XII. (1939-1958) erneuert. Der Piusorden besteht aus einem achtstrahligen, mit schmalen goldenen Borten und Mittelstreifen versehenem dunkelblauem Stern, mit goldenen Flammen in den Winkeln und weißem Medaillon in der Mitte. Er trägt die Inschrift: "Pius IX. Virtuti et merito". Die Auszeichnung ist das einzige päpstliche Ehrenzeichen ohne Kreuz, so dass der Heilige Stuhl es auch nichtkatholischen oder nichtchristlichen Persönlichkeiten verleihen kann. Der Piusorden wird in vier Klassen verliehen: Ritter, Komtur, Komtur mit Stern, Großkreuzritter.
Pluviale das (lat. pallium pluviale = "Regenmantel"); ein bodenlanger, ärmelloser Mantel, den der Priester bei feierlichen Gottesdiensten außerhalb der heiligen Messe trägt, insbesondere bei Prozessionen, feierlichen Andachten oder Segnungen. Das Pluviale wird auch als "Rauchmantel" bezeichnet, weil der Träger bei den liturgischen Handlungen Weihrauch verwendet.
PMK Abk. für Päpstliches Missionswerk der Kinder, Kindermissionswerk.
Pontifex der (lat. pons = "Brücke" und facere = "machen", "Brückenbauer"); urspr. Oberpriester im alten Rom mit dem Pontifex an der Spitze. Nach dem Ende des Römischen Reiches ging der Titel des Pontifex Maximus auf das Papsttum über. Seitdem ist "Summus Pontifex" ("Oberster Bischof") einer der Titel des Papstes. Gelegentlich wird das Wort Pontifex auch als Synonym für Papst gebraucht. Von diesem Wort leitet sich auch der Begriff "pontifikal" = "bischöflich" ab.
Pontifikalamt das; die feierliche heilige Messe ( Hochamt) eines Bischofs.
Pontifikalgewänder die; Bez. für die liturgischen Gewänder eines Bischofs ( Pontifikalien), früher gehörten dazu auch Schuhe und Handschuhe in den liturgischen Farben.
Pontifikalien die; 1. die den Bischöfen und Äbten vorbehaltenen liturgischen Gewänder und Insignien (Mitra, Brustkreuz, Ring, Hirtenstab); 2. die dem Bischof vorbehaltenen Amtshandlungen, bei denen er gemäß den liturgischen Vorschriften Mitra und Stab trägt (z.B. Priester- oder Bischofsweihe, Firmung).
Pontifikalrequiem das; Begräbnisfeier, die von einem Bischof oder Abt zelebriert wird.
Pontifikat das; Amtsdauer bzw. Amtswürde eines Papstes oder Bischofs.
Portal das (lat. porta = "Tür", "Tor"); monumental gestalteter Eingang eines Gebäudes (z.B. einer Kirche).
Portiuncula-Ablass der; ein besonderer Ablass, der nach der Portiuncula-Kapelle, der Lieblingskirche des hl. Franz von Assisi, benannt wurde. Über dieser Kapelle, in der der hl. Franz seine Berufung erfahren hat und auch gestorben ist, erhebt sich heute die unweit des Stadtzentrums von Assisi gelegene große dreischiffige Basilika Santa Maria degli Angeli. Den Ablass soll der hl. Franz von Papst Honorius III. (1216-1227) zum Weihetag der kleinen Kapelle am 2. August 1216 erbeten haben. Später wurde der Ablass auf viele Kirchen ausgeweitet. Der Portiuncula-Ablass kann jeweils am 2. August bzw. am Sonntag davor oder danach gewonnen werden. Voraussetzung ist: Besuch der jeweiligen Pfarrkirche, Beten des Vaterunser und des Glaubensbekenntnisses, Beichte, Kommunionempfang sowie Gebete nach Meinung des Papstes.
Postulant der (lat. postulare = "fordern"); Bez. für den Kandidaten einer Ordensgemeinschaft in der Probezeit, der noch nicht Novize ist und die Ordenstracht trägt.
Predigt die; Auslegung eines Bibeltextes durch den Priester oder Diakon im Gottesdienst ( Homilie).
Presbyter der (griech. "der Ältere", kirchenlat. presbyter = "Ältester", "Priester"); lateinische (und wenig gebräuchliche) Bezeichnung für den Priester.
Presbyterium das (griech. "Rat der Älteren"); 1. Bez. für das Priesterkollegium eines Bistums; 2. für den Altarraum in der Kirche bzw. den Chorraum mit dem Chorgestühl.
Preußen-Konkordat das ( Konkordat). Das am 14. Juni 1929 unterzeichnete Konkordat zwischen dem Freistaat Preußen und dem Heiligen Stuhl regelt im Wesentlichen die Neugliederung der preußischen Diözesen. Danach wurde die Kölner Kirchenprovinz neu zugeschnitten. Neben dem alten Erzbistum Köln (mit den Suffraganbistümern Münster, Trier, Aachen, Osnabrück und Limburg) wurden zwei weitere Erzbistümer auf preußischen Staatsgebiet geschaffen: Paderborn (mit den Bistümern Hildesheim und Fulda) und Breslau (mit den Bistümern Ermland, Berlin sowie der Freien Prälatur Schneidemühl) Das 14 Artikel und ein Schlussprotokoll umfassende Vertragswerk enthält außerdem bis heute gültige Bestimmungen für die Wahl eines neuen Diözesanbischofs. Artikel 6 des Konkordates schreibt das Bischofswahlrecht der jeweiligen Domkapitel fest. Danach wählen die Domkapitulare aus einer "Dreierliste" des Heiligen Stuhls "in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof oder Bischof". Der Heilige Stuhl sichert zudem zu, niemanden zum Erzbischof oder Bischof zu bestellen, von dem nicht das Kapitel nach der Wahl durch Anfrage bei der (Preußischen) Landesregierung festgestellt hat, dass Bedenken politischer Art nicht bestehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten die neu gebildeten Landesregierungen im Gebiet des ehemaligen Freistaates Preußen die Rechtsnachfolge an, so dass die Bestimmungen des Preußen-Konkordates fortgeltend gültig sind.
Priester der (griech. presb'´yteros = "Gemeindeältester"); Personen, die durch eine besondere Weihe ( Priesterweihe) befähigt sind, den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen zu repräsentieren. Jesus Christus ist der eine und ewige Hohe Priester (Hebr 4-9). Das Priesteramt wird demnach als Stellvertretung dieser Priesterschaft von Jesu Christi verstanden. Es ist Aufgabe des Priesters, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente zu spenden, insbesondere der Eucharistiefeier vorzustehen und sich für Menschen in Not einzusetzen. Von diesem besonderen Priestertum zu unterscheiden ist das gemeinsame Priestertum der Gläubigen, zu dem alle Christen durch Taufe und Firmung berufen sind.
Priesterberufung Nach kirchlichem Verständnis setzt das Priesteramt "ein Angerufensein von Gott" voraus, eine Berufung. Das Amt des Priesters ist demnach kein "Beruf" im üblichen Sinn.
Priesterrat Der Priesterrat ist ein vom allgemeinen Kirchenrecht vorgeschriebenes Beratungsgremium des Bischofs. Im Bistum Essen besteht der Priesterrat aus insgesamt 21 Mitgliedern. Zehn Mitglieder werden von den Priestern des Bistums gewählt. Die beiden Weihbischöfe, der Generalvikar, der Leiter des Dezernates für das pastorale Personal und des Dezernates Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat sind geborene Mitglieder des Priesterrates. Der Bischof kann bis zu sechs Mitglieder berufen. Die im Bistum vertretenen männlichen Ordensgemeinschaften benennen ein Mitglied. Ein Priester nimmt als (nicht stimmberechtigter) Geschäftsführer des Rates an Beratungen teil und die Geschäftsführung wahr. Das Gremium berät den Bischof in bestimmten Fragen z.B. zu Priesterausbildung u. -weiterbildung, zu pastoraler Planung u. in Fragen der persönlichen u. sozialen Vertretung der Priester und trifft sich mindestens drei- bis viermal im Jahr.
Priesterseminar Das Priesterseminar ist die Ausbildungsstätte für angehende Priester. Die wissenschaftliche Ausbildung der Priesteramtskandidaten ( Seminarist) erfolgt an den katholisch-theologischen Fakultäten der staatlichen Universitäten oder an kirchlichen Hochschulen. Die abschließende Ausbildung und Vorbereitung auf die Priesterweihe findet in den Priesterseminaren der Bistümer statt. Der Leiter des Priesterseminars heißt Regens. Ihm stehen der Subregens und der Spiritual zur Seite.
Priesterweihe Nach katholischem Verständnis ist die Weihe ein Sakrament, d.h. ein sichtbares Zeichen, durch das Amtsträger der Kirche zu ihrem bevollmächtigten Dienst bestellt werden. Das Weihesakrament entfaltet sich in drei Stufen: die Weihe zum Bischof, die Weihe zum Priester und die Weihe zum Diakon. Die Priesterweihe erfolgt im Rahmen einer feierlichen heiligen Messe durch einen Bischof. Auf diese Weise soll zum Ausdruck kommen, dass der Priester am Priestertum des Bischofs und seiner Sendung teil hat und als Mitarbeiter der Bischöfe zum Dienst am Volk Gottes berufen ist. Nach dem Evangelium werden die Kandidaten namentlich aufgerufen. Sie erklären: "Ich bin bereit." Der für ihre Ausbildung verantwortliche Priester versichert dem Bischof, dass die Kandidaten des Priesteramtes würdig sind. Danach versprechen die Weihekandidaten dem Bischof und seinen Nachfolgern Gehorsam, den Dienst der Sakramente und der Verkündigung zu übernehmen und den Armen und Notleidenden zu helfen. Nach dem Gesang der Allerheiligenlitanei folgt die zentrale Handlung der Priesterweihe. Durch Handauflegung und das anschließende Weihegebet weiht der Bischof die Männer zu Priestern. Auch alle anderen anwesenden Priester legen ihnen die Hände auf. Danach folgt das Anlegen der Priestergewänder, die Salbung der Hände mit Chrisam, die Überreichung von Brot und Wein für die Eucharistiefeier sowie der Friedensgruß. Anschließend feiern die Neupriester gemeinsam mit dem Bischof die heilige Messe. Zum Priester können nach römisch-katholischem Recht nur Männer geweiht werden. Die Priesteramtskandidaten haben sich durch ein Propädeutikum (sechsmonatige Einführungsphase zur spirituellen und pastoralen Vorbereitung auf das Studium), das (mindestens) fünfjährige Theologie- und Philosophiestudium, eine vertiefende Ausbildung im Priesterseminar (Pastoralkurs) sowie durch die Tätigkeit als Diakon in einer Gemeinde auf die Priesterweihe vorbereitet.
Primat der (lat. "Vorrang", "Vorzug"). Mit Primat ist in der katholischen Kirche die Vorrangstellung des Papstes gemeint, der als Bischof von Rom in der Nachfolge des Erstapostels Petrus die höchste, allgemeine und volle Leitungsgewalt über die Gesamtkirche und jeden Gläubigen hat. Diese Vorrangstellung wurde im Ersten Vatikanischen Konzil zum Dogma erklärt.
Primiz die; die Feier der ersten heilige Messe eines neu geweihten Priesters, zumeist in seiner Heimatgemeinde.
Prior der (lat. prior = der "Frühere" oder "Erste"); 1. Stellvertreter des Abtes, des Vorstehers eines Klosters, 2. Vorsteher einer Klostergemeinschaft ( Priorat).
Priorat das; ein (kleineres) Kloster, das nicht Abtei ist.
Priorin die ( Prior); Vorsteherin eines Klosters.
Pro Ecclesia et Pontifice Das Verdienstkreuz "Pro Ecclesia et Pontifice" - "Für Kirche und Papst" ( Päpstliche Auszeichnungen und Ehrenzeichen) wurde von Leo XIII. (1878-1903) gestiftet. Der Orden wird vor allem für "herausragende Arbeit und hervorragenden Eifer zugunsten von Kirche und Papst" verliehen. Er besteht aus einem Kreuz, in das Bilder der Apostel Petrus und Paulus, das Wappen und der Name des Papstes und der Titel "Pro Ecclesia et Pontifice" eingeprägt sind. Gehalten wird es von einem breiten Band in den Kirchenfarben Gelb und Weiß.
Profanierung die (lat. profanare = "entweihen", "verweltlichen"); die "Entweihung" bzw. "Verweltlichung" eines sakralen Gebäudes (z.B. Kirche). Sie ist Folge von Zerstörung oder zweckfremder Nutzung, oder sie wird durch ein Dekret des Bischofs vorgenommen. Das Dekret wird am Ende der letzten Messe verlesen, die die Gemeinde in ihrer Kirche feiert; es folgen einige Riten, die das Ende der bisherigen Nutzung markieren. Das Gebäude kann danach eine andere Zweckbestimmung erhalten.
Profess die (lat. "bekennen"); das feierliche Ablegen der Gelübde verbunden mit der vollständigen Aufnahme in eine Ordensgemeinschaft.
Proklamandum das (kirchenlat. proclamatio = "das Ausrufen"); Bez. für die am Ende bzw. auch vor der Messfeier verlesenen Mitteilungen aus der Pfarrgemeinde (z.B. Sterbefälle, Taufen).
Propst der (lat. praepositus = "Vorgesetzter"); Titel für den Vorsitzenden, dem ersten Würdenträger, eines Domkapitels ( Dompropst) sowie für bestimmte Pfarrer an ehemaligen Kloster- oder Stiftskirchen bzw. Pfarrer großer alter Mittelpunktpfarreien.
Propstei die; Amtssitz des Propstes.
Protonotar der (lat. "erster Notar"); 1. Beamter der Römischen Kurie; 2. hoher geistlicher Ehrentitel, der nur selten verliehen wird. Der "Apostolische Protonotar" ist die höchste Stufe der Prälatenwürde. Ursprünglich trugen den Titel die sieben in der Römischen Kurie diensttuenden Notare. Apostolische Protonotare tragen eine schwarze Soutane mit violetten Knöpfen und einem violetten Zingulum (Gürtelbinde), im Gottesdienst eine violette Soutane und ein ebensolches Zingulum. In deutschsprachigen Ländern ist die Anrede "Herr Prälat" für Apostolische Protonotare und Ehrenprälaten üblich.
Provinzial der; der Vorsteher einer Ordensprovinz (in allen zentralistisch geleiteten Ordensgemeinschaften).
Präfation die (lat. praefatio = "Vorrede"); feierliche Einleitung des Eucharistischen Hochgebetes in einer Messe.
Präfekt der (lat. praefectus = "Vorgesetzter"); in der katholischen Kirche Bez. für leitende Geistliche in Missionsgebieten (Apostolische Präfekten) und vor allem in der Kurie (der römischen Verwaltungsbehörde). Kardinäle, die mit der Leitung der Kurienkongregationen, der Apostolischen Signatur oder der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls betraut sind, werden daher auch als Kardinalpräfekt bezeichnet.
Prälat der (lat. eigentl. "der Vorgezogene"); 1. Titel für einen geistlichen Würdenträger, dem eine bestimmte Leitungsgewalt übertragen ist. So werden u.a. Ortsbischöfe und Inhaber von Ämtern in der Römischen Kurie als Prälaten bezeichnet. Daneben wird der Titel "Prälat" als 2. geistlicher Ehrentitel ( Päpstliche Ehrentitel) verliehen. Es werden drei Prälatenstufen unterschieden, die der Papst zumeist auf Antrag hin verleihen kann: Die rangtiefste ist der "Kaplan Seiner Heiligkeit" bzw. "Päpstliche Ehrenkaplan", in der Anrede auch "Monsignore" (Abk. Msgr.) genannt. Es folgt der "Päpstliche Ehrenprälat" (früher: "Hausprälat"). Die höchste Stufe der Prälatenwürde ist der "Apostolische Protonotar", den ursprünglich die sieben in der Römischen Kurie diensttuenden Notare trugen. Dieser Ehrentitel wird eher selten verliehen. Apostolische Protonotare tragen eine schwarze Soutane mit violetten Knöpfen und einem violetten Zingulum (Gürtelbinde), im Gottesdienst eine violette Soutane und ein ebensolches Zingulum, Päpstliche Ehrenkapläne eine schwarze Soutane mit violetten Knöpfen und einem violetten Zingulum. In deutschsprachigen Ländern ist die Anrede "Herr Prälat" für Apostolische Protonotare und Ehrenprälaten üblich.
Prälatur die; kirchenrechtl. Bezeichnung für eine (vorläufige) kirchliche Rechts- und Verwaltungseinheit (Jurisdiktionsbezirk), Vorform einer Diözese. Sie ist vor allem in Italien und Südamerika verbreitet, aber auch in Skandinavien und Asien vorzufinden. Ihr steht jeweils ein Titularbischof vor, der jedoch die gleichen Rechte wie ein Diözesanbischof ausübt. Von der Territorialprälatur zu unterscheiden ist die Personalprälatur ( Opus Dei).
Prämonstratenser (lat. Candidus et Canonicus Ordo Praemonstratensis, Abk. OPraem, auch veraltet: Norbertiner); Ordensgemeinschaft (Männer- und Frauenorden), die 1120 von Norbert von Xanten in Prémontré bei Laon gegründet wurde. Der Orden entstand aus der Klerikerreform des 11. und 12. Jahrhunderts, ist kein Mönchsorden ( Mönch), sondern - wie auch die Augustiner Chorherren - ein Orden von regulierten Kanonikern ( Regularkanonikern) und Laienbrüdern. Heutiger Tätigkeitsschwerpunkt ist die Seelsorge. Der Orden ist nicht zentralistisch, sondern in regionalen Zusammenschlüssen von Klöstern gegliedert. Es gibt jedoch eine zentrale Leitung durch den Generalabt und das Generalkapitel. Prämonstratenser tragen ein weißes Habit, weißes Zingulum und weißes Skapulier. Sie werden nicht mit Pater, sondern mit "Herr" und ihrem Vornamen angesprochen.
Prämonstratenserinnen Prämonstratenser, (Abk. OPraem), die Prämonstratenserinnen bilden die von Norbert im Jahre 1121 gegründete weibliche Genossenschaft mit sehr strenger Ordensregel.
Präses der (lat. praeses = "vor etwas sitzend"), die Präsides; geistlicher Leiter eines kirchlichen Verbandes oder einer kirchlichen Vereinigung.
Psalmen die (griech. psalmós = "Saitenspiel", "Gesang", "Loblied"); die im Alten Testament im "Buch der Psalmen" gesammelten 150 Lieder und Gebete des Volkes Israel. In der katholischen Kirche werden Psalmen sowohl in der Eucharistiefeier als auch im Stundengebet gesprochen oder gesungen. Die Psalmen umfassen u.a. Gesänge zum Lobpreis Gottes, Dank- und Klagelieder.
Psalmist der; Bez. für den Psalmendichter. Wie viele Dichter an der Entstehung der Psalmen beteiligt waren, ist nicht bekannt.
Psalter der; das Buch der Psalmen.
Purgatorium das; Fegefeuer.
Purifikatorium das (lat. purifico = "reinigen"); ein weißes Leinentuch, mit dem der Priester Kelch und Hostienschale reinigt.
Putto der (ital.), auch: Putte; Figur eines kleinen nackten Knaben mit oder ohne Flügeln ("Kinderengel").
Pyxis die (griech. "Büchse"); ein kleines Behältnis zur Aufbewahrung von Reliquien und von Hostien.
Päpstliche Ehrentitel Besonders verdienten Klerikern kann der Papst folgende Ehrentitel verleihen: Der rangtiefste Ehrentitel ist der "Kaplan Seiner Heiligkeit" bzw. "Päpstliche Ehrenkaplan". Es folgt der "Päpstliche Ehrenprälat" (früher: "Hausprälat"). Die höchste Stufe ist der "Apostolische Protonotar", den ursprünglich die sieben in der Römischen Kurie diensttuenden Notare trugen. Die Päpstlichen Ehrenkapläne tragen eine schwarze Soutane mit violetten Knöpfen und einem violetten Zingulum (Gürtelbinde). Apostolische Protonotare und Päpstliche Ehrenprälaten tragen eine schwarze Soutane mit violetten Knöpfen und einem violetten Zingulum, im Gottesdienst eine violette Soutane mit einem violetten Zingulum. Die Anrede der Päpstlichen Ehrenkapläne lautet "Monsignore" (Abk. Msgr.), in deutschsprachigen Ländern ist die Anrede "Herr Prälat" für Apostolische Protonotare und Ehrenprälaten üblich.
Päpstliche Orden und Ehrenzeichen Als Souverän des Vatikanstaates verleiht der Papst für persönliche Verdienste und im Rahmen diplomatischer Gepflogenheiten Verdienstorden und Ehrenzeichen. Unter den fünf Orden, die zur Zeit verliehen werden, gilt folgende Rangordnung: 1. Christus-Orden, (rotes lateinisches mit einem darüberliegenden kleineren weißen Kreuz an goldener Halskette, dazu gehört eine sternförmige Nadel mit dem Kreuz in einem goldenen Lorbeerkranz), höchste päpstliche Auszeichnung, die Staatsoberhäuptern und regierenden Fürsten vorbehalten ist; 2. Orden vom Goldenen Sporn (goldenes Malteser-Kreuz, gelb emailliert, darunter ein kleiner goldener Sporn; dazu gehört ein versilbertes, kleines Abzeichen), auf 1.000 Ritter beschränktes Abzeichen, das nur ausgewählten Persönlichkeiten verliehen wird; 3. Piusorden, (ein achtstrahliger dunkelblauer Stern auf weißem Medaillon), das einzige päpstliche Ehrenzeichen ohne Kreuz, so dass der Heilige Stuhl es auch nicht-katholischen oder nichtchristlichen Persönlichkeiten verleihen kann. Der Piusorden wird in vier Klassen verliehen: Ritter, Komtur, Komtur mit Stern, Großkreuzritter. 4. Gregoriusorden (achtzackiges goldenes rot emailliertes Kreuz, das an einem roten, gelbgeränderten Band getragen wird). Drei Klassen: Ritter (Damen), Komtur mit Stern und Großkreuzritter (-damen). 5. Silvesterorden, (goldenes weiß emailliertes Malteserkreuz mit dem Bild des Papstes Silvester), wird in drei Stufen verliehen: Ritter (Damen), Komtur mit Stern und Großkreuzritter (-damen). Zu den vom Heiligen Stuhl verliehenen Ehrenzeichen zählt das von Leo XIII. (1878-1903) gestiftete Verdienstkreuz "Pro Ecclesia et Pontifice" ("Für Kirche und Papst") und die von Papst Pius VII. (1800-1823) gestiftete päpstliche Verdienstmedaille Benemerenti ("Dem, der sich verdient gemacht hat").
Päpstliches Missionswerk der Frauen 1893 von der Lehrerin Katharina Schynse als "Verein katholischer Frauen und Jungfrauen zur Unterstützung der zentralafrikanischen Mission" gegründet. Ihr Bruder August war einer der ersten Missionare der Weißen Väter am Kongo in Afrika. Die "Missionsvereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen", wie der Name des Vereins ab 1902 lautete, unterstützte die Arbeit der Missionare durch die Gestaltung und Anfertigung liturgische Gewänder ( Paramente) und nahm sich besonders der Not der Frauen und Mädchen in den Missionsgebieten an. Zur internationalen Koordination der bald auch im Ausland (Schweiz, Italien, Frankreich, USA) aktiven "Frauenmissionsvereinigungen" wurde 1922 in Rom ein Zentralkomitee gegründet. 1942 erhob Papst Pius XII. (1939-1958) die Vereinigung, die sich bis heute auch als Gebetsgemeinschaft versteht, zum "Päpstlichen Werk". Ziel des Frauenmissionswerkes ist bis heute die Ausstattung von Missionsstationen und von Ortskirchen in allen Kontinenten mit selbstgefertigten Paramenten, die Förderung von Frauenprojekten in der Weltkirche sowie die Feier der heiligen Messe und die Gebetsgemeinschaft für die Anliegen der Mission und der Weltkirche.
Päpstliches Missionswerk der Kinder Kindermissionswerk. |