R.I.P.
Abk. für Requiescat in pace (lat. "Er möge ruhen in Frieden"); häufig zu finden auf Grabsteinen oder Todesanzeigen.

 

Radio Vatikan
Radio Vatikan ist der Radiosender des Heiligen Stuhls. Sein Programm wird weltweit mit dem Auftrag ausgestrahlt, über die Tätigkeiten des Vatikans und der römisch-katholischen Kirche zu berichten, das Leben der Katholiken in aller Welt widerzuspiegeln und die Lehre der katholischen Kirche zu verbreiten. Der 1931 von Papst Pius XI. (1922-1939) gegründete Sender besteht aus 35 Sprachredaktionen, die in 47 Sprachen senden. Der deutschsprachige Dienst von Radio Vatikan ist täglich auf der Mittelwelle (1530 kHz) und via Internet zu hören. Der Sender, der auch als "Die Stimme des Papstes" bezeichnet wird, untersteht dem Staatssekretariat des Heiligen Stuhls. Die Leitung ist dem Jesuitenorden übertragen worden.

 

Rationale
das; Schultergewand, das über dem Priestergewand (Casel) getragen wird; besonderes Ehrenzeichen der Bischöfe von Paderborn. Bischof Bernhard I. erhielt es im Jahre 1133 von Papst Innozenz II. (1130-1143) wegen seiner besonderen Treue zum römischen Stuhl. Das Rationale wird seitdem an alle Paderborner Bischöfe weitergegeben.

 

Rauchmantel
der; Pluviale.

 

Recollectio
die (lat. recolligo = "wieder sammeln", "wiedergewinnen"); geistliche Einkehr bzw. Besinnungstage.

 

Rector ecclesiae
der; Kirchenrektor; Priester, dem die Obhut für eine Kirche übertragen worden ist, die weder Pfarr- noch Kapitelskirche ist oder zu einer Ordensniederlassung gehört.

 

Redemptoristen
(lat. Congregatio Sanctissimi Redemptoris, Abk. CSsR, "Gemeinschaft vom heiligsten Erlöser", [lat. redemptor = "Erlöser"]); 1732 vom heiligen Alfons Maria von Liguori in Italien gegründete Priester- und Brüderkongregation mit Sitz des Generaloberen in Rom, die sich der Seelsorge und Mission widmet.

 

Redemptoristinnen
Der weibliche, kontemplativ ausgerichtete Ordenszweig der Redemptoristen. Die bereits 1731 in Italien gegründete Ordensgemeinschaft ist weltweit mit 47 Niederlassungen verbreitet.

 

Refektorium
das (lat. refectio = "Erfrischung", "Erholung"); der Speisesaal in einem Kloster.

 

Reformation
die (lat. reformatio = "Umgestaltung", "Erneuerung"); Bez. für die zu Beginn des 16. Jh. von Martin Luther (*1483, †1546) und anderen Reformern (Philipp Melanchton, Wittenberg; Huldrych Zwingli, Zürich; Johannes Calvin, Genf) begründete Reformbewegung, die zur Spaltung der Kirche führte. Die Kritik richtete sich vor allem gegen die Amtsführung der Päpste, die Verweltlichung und mangelnde theologische Bildung der Priester und Ordensleute und die Finanzpraktiken der Kirche, insbesondere den Ablasshandel. Angestrebt wurde von den Reformern eine geistliche Erneuerung und eine Kirche, die sich stärker auf das Evangelium beruft. Als Beginn der Reformation gilt der Tag der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen über den Ablass am 31. Oktober 1517. Unterstützt durch verschiedene Reichsfürsten formierte sich der Protestantismus als neue christliche Konfession. Von da an gibt es Katholiken und Protestanten (die gegen die Beschlüsse des Reichstages von Speyer 1529 protestierten). Die Protestanten nennen sich auch evangelische Christen, d.h. sie wollen sich ausschließlich auf das Evangelium berufen. Seit der Reformation wird von zwei Konfessionen gesprochen: die katholische und die evangelische.

 

Regens
der; Bez. für den Leiter eines Priesterseminars. Er wird vom Bischof in dieses Amt berufen und muss Priester sein.

 

Regina Caeli
das (lat. "Himmelskönigin"); Name eines mit diesen Worten beginnenden Gebetes, das zwischen Ostersonntag und Pfingsten anstelle des Engel des Herrn ( Angelus Domini) gebetet wird. Der lateinische Text lautet: Regina caeli, laetare, alleluia / quia quem meruisti portare, alleluia, / resurrexit, sicut dixit, alleluia. / ora pro nobis Deum, alleluia. / Gaude et laetare, Virgo Maria, alleluia, / quia surrexit Dominus vere, alleluia. / Oremus. Deus, qui per resurrectionem Filii tui Domini nostri Iesu Christi mundum laetificare dignatus es: praesta, quaesumus, ut per eius Genetricem Virginem Mariam perpetuae capiamus gaudia vitae. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. auf Deutsch: Freu dich, du Himmelskönigin, Halleluja. / Den du zu tragen würdig warst, Halleluja, / er ist auferstanden, wie er gesagt hat, Halleluja. / Bitt' Gott für uns, Maria, Halleluja. / Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Halleluja, / denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja. / Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen. Regularkanoniker Als Regularkanoniker werden Mitglieder einer Stiftsgemeinschaft bezeichnet, die nach einer Ordensregel (zumeist nach der Regel des heiligen Augustinus von Hippo) leben und die Ordensgelübde abgelegt haben. Sie unterscheiden sich von den so genannten Säkularkanonikern, die ebenfalls Chorherren sind, aber keine Gelübde abgelegt haben. Regularkanoniker sind u.a. die verschiedenen Kongregationen der Augustiner Chorherren und die Prämonstratenser.

 

Regularkanoniker
Als Regularkanoniker werden Mitglieder einer Stiftsgemeinschaft bezeichnet, die nach einer Ordensregel (zumeist nach der Regel des heiligen Augustinus von Hippo) leben und die Ordensgelübde abgelegt haben. Sie unterscheiden sich von den so genannten Säkularkanonikern, die ebenfalls Chorherren sind, aber keine Gelübde abgelegt haben. Regularkanoniker sind u.a. die verschiedenen Kongregationen der Augustiner Chorherren und die Prämonstratenser.

 

Rektoratspfarrer
Der Rektoratspfarrer ist der vom Bischof eingesetzte geistliche Vorsteher einer "Quasipfarrei" (can. 516), die wegen besonderer Umstände noch nicht als Pfarrei errichtet ist.

 

Reliquar
das; Behältnis, oft kostbar verziert, zur Aufbewahrung und zur Ausstellung von Reliquien.

 

Reliquien
die (lat. "Überbleibsel"); körperliche Überreste von Märtyrern oder anderen Heiligen bzw. Gegenstände, die mit ihnen in Berührung gekommen sind und zur besonderen Verehrung aufbewahrt werden.

 

Rendant
der; Verwalter des Vermögens einer Kirchengemeinde oder eines Gemeindeverbandes.

 

Renovabis
Das Hilfswerk Renovabis ist eine Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken für die Menschen in Ost-, Mittel- und Südosteuropa. Der lateinische Name bedeutet "Du wirst erneuern". Das 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken von den deutschen Bischöfen gegründete Hilfswerk unterstützt Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens und will darauf hinwirken, "dass Menschen in Ost und West voneinander lernen, miteinander glauben und so eine vertrauensvolle Nachbarschaft entsteht". Die Solidaritätsaktion findet jährlich am Pfingstfest statt. Seit ihrer Errichtung hat Renovabis nach eigenen Angaben rund 11.000 soziale und religiöse Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 300 Millionen Euro gefördert.

 

Requiem
das (lat. requies = "Ruhe"); 1. lat. Bez. für eine Totenmesse im Rahmen der Begräbnisliturgie ( Exsequien), benannt nach dem Eingangsvers "Requiem aeternam dona eis, Domine" = "Herr, gib Ihnen die ewige Ruhe"; 2. musikalische Komposition für eine Totenmesse.

 

RGS
Abk. für Religious of the Good Shepherd, Schwestern vom Guten Hirten, kath. Frauenorden.

 

Ritterorden
Die Ritterorden sind zumeist aus den Kreuzzügen hervorgegangene Ordensgemeinschaften, die sich zur Aufgabe machten, die Pilger im Heiligen Land zu schützen und Kranke und Verwundete zu pflegen. Zu den ursprünglichen Ritterorden gehören 1. der Templerorden (Arme Ritter Christi und des Tempels von Salomon zu Jerusalem), gegründet 1118 oder 1119, aufgelöst 1312; 2. der Christusorden, ein 1317 gegründeter, portugiesischer Ritterorden, der in Portugal die Nachfolge der Templer antrat; 3. der Orden von Montjole, ein spanischer Ritterorden, benannt nach einem Berg vor den Toren Jerusalems, der nach den Zisterzienserregeln lebte, bei dem der karitative Zweck im Vordergrund stand und der bald im Templerorden aufging; 4. der Malteserorden (Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta) gegründet etwa 1070 als Spitalbruderschaft und seit etwa 1120 als Ritterorden; 5. der Johanniterorden, die protestantische Abspaltung des Malteserordens; 6. der Deutsche Orden (Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem), gegründet 1190 als Krankenpflegeorden, ab 1198 geistlicher Ritterorden. Durch Eroberungen, Erbschaften und Schenkungen gehörten die Ritterorden zu den reichsten Organisationen ihrer Zeit.

 

Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
Orden vom Heiligen Grab.

 

Ritus
der (lat.), die Riten; Bez. für den genauen Ablauf liturgischer Feiern und der dabei gebrauchten Texte sowie vollzogenen Gesten und Handlungen.

 

Rochett
das; Chorhemd, knielanges, häufig spitzenbesetztes weißes Übergewand, das Geistliche als Teil der Chorkleidung tragen. Der Priester trägt Soutane, Rochett und Stola bei allen nichteucharistischen Gottesdiensten (z.B. bei Andachten oder Prozessionen). Messdiener tragen zumeist Talar und Rochett.

 

Rorate
Bez. für die morgendliche Messfeiern im Advent. Der Name bezieht sich auf den Eröffnungsvers "Rorate coeli desuper" ("Tauet, Himmel, von oben …").

 

Rosenkranz
Der Rosenkranz ist eine aus Perlen zusammengesetzte Kette, die in einem Kreuz endet. Der Name für diese "Gebetsschnur" verweist auf die Gottesmutter Maria, deren Symbol die Rose ist. Mit Rosenkranz ist aber zunächst das zugehörige betrachtende Wiederholungsgebet zu Ehren Marias gemeint. Jeder Gebetsabschnitt ("Gesätz") beginnt mit einem Vaterunser, darauf folgt zehnmal das "Gegrüßet seist du, Maria" ( Ave Maria), jeweils mit einem eingefügten Satz, der ein Ereignis aus dem Leben Jesu oder Marias in Erinnerung ruft ("Geheimnis"). Bei dem Gebet hält der Beter die Gebetsschnur, den Rosenkranz, in den Händen. Jeder Perle ist dabei ein Gebet zugeordnet.Das Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Marienanrufungen. Adolph von Essen, der um das Jahr 1398 in das Kartäuserkloster St. Alban in Trier ( Kartäuser) eingetreten war, ist Urheber des ersten schriftlichen Zeugnisses, das das wiederholende Beten des Ave Maria unter Betrachtung der Geburt und des Lebens Jesu empfahl. Sein Mitbruder Dominikus von Preußen, der das neue Gebet von Adolph kennen gelernt hatte, entwickelte es weiter. Die von ihm vorgeschlagenen 50 Einzelthemen wurden schließlich in die heute übliche Form von dreimal fünf "Geheimnissen" zusammengefasst. Den entscheidenden Durchbruch der Rosenkranzfrömmigkeit für die ganze Kirche bildete der Sieg der christlichen Flotte über die Türken in der Schlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571. Dieser Sieg wurde wesentlich dem Rosenkranzgebet zugeschrieben.

 

Rota Romana
die, (auch: Römische Rota). Die Rota Romana ist der Gerichtshof des Heiligen Stuhls, der als Berufungsinstanz die Gültigkeit kirchlicher Eheschließungen oder die Nichtigkeit einer Weihe feststellt. In erster Instanz ist die Rota Romana für Streitsachen von Bischöfen, Äbten und Diözesen zuständig und für Fälle, die der Papst dem Gericht zuweist. Das im 13. Jahrhundert gegründete Gericht soll für eine einheitliche Rechtsprechung sorgen.

 

RSCJ
Abk. für Religiosa Santissimi Cordis Jesu, Sacré Coeur-Schwestern (Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu), kath. Frauenorden.

 

Ruhrbischof
Volkstümliche Bez. für den Bischof von Essen.

 

Ruhrbistum
Volkstümliche Bez. für das 1958 gegründete Bistum Essen.

 

römisch-katholisch
Die Bezeichnung "römisch-katholisch" verweist darauf, dass dem Bischof von Rom, dem Papst, die Leitungsgewalt in der Kirche (Primat) zuerkannt wird.

 

Römische Kurie
die; Kurie.