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SAC Abk. für Societas Apostolatus Catholici, Pallottiner, kath. Ordensgemeinschaft.
sakral (lat. sacer = "heilig"); heilig, den Gottesdienst betreffend (Ggs. zu profan = "weltlich").
Sakrament das (lat. sacramentum = "Fahneneid"; meist als Übersetzung des griech. Mysteriums = "Geheimnis" verwendet); Sakramente sind sichtbare Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit. Jesus Christus ist das Zeichen, in dem Christen die Sorge Gottes für die Menschen erkennen und erfahren; er ist das "Ursakrament". Die Kirche als die vom Heiligen Geist gemeinte Gemeinschaft der Gläubigen ist für die Welt das bleibende Zeichen der Nähe und Liebe Gottes. In den einzelnen Sakramenten entfaltet sich das sakramentale Wesen der Kirche in die konkreten Situationen des menschlichen Lebens. Christus begegnet den Menschen und erfüllt ihnen sein Heil. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Ehe, Weihe (Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe), Krankensalbung.
Sakramentalien die; Bez. für Weihehandlungen und Segnungen, die jedoch nicht zu Sakramenten gehören. Zu den Sakramentalien zählt man z.B. das Kreuzzeichen, der Gebrauch des Weihwassers, die Kirchweihe, die Segnungen von Häusern oder Tieren, Prozessionen und den Blasiussegen.
Sakramentshäuschen das; ein kunstvoller turmartiger Aufbewahrungsort aus Stein, um konsekrierte Hostien aufzubewahren; Tabernakel.
Sakristan der; Kirchendiener oder Küster, kirchlicher Angestellter, der für die Pflege der Kirche und die Vorbereitung des Gottesdienstes zuständig ist.
Sakristei die; Nebenraum einer Kirche, in der die liturgischen Gewänder und Geräte aufbewahrt werden und sich die Priester, Diakone und Messdiener ankleiden.
Salesianer Don Boscos (lat. Societas Sancti Francisci Salesii, Abk. SDB, "Gesellschaft des heiligen Franz von Sales"); kath. Ordensgemeinschaft, 1859 in Turin von dem italienischen Jugendseelsorger Giovanni Don Bosco (1815-1888) gegründet. Zum Schutzpatron des Ordens wählte Don Bosco sein großes Vorbild, den heiligen Franz von Sales. Dessen Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit waren für ihn auch im Umgang mit den Jugendlichen bestimmend. Schwerpunkt der Tätigkeit der Ordensgemeinschaft ist bis heute Jugendarbeit und Jugendhilfe. 1934 wurde Don Bosco von Papst Pius XI. (1922-1939) heilig gesprochen. Die "Salesianer" sind heute mit fast 18.000 Mitgliedern die drittgrößte männliche Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche und sind in mehr als 100 Ländern tätig. Nach Deutschland kamen die ersten Salesianer 1916, wo sie in Würzburg ihre erste Niederlassung gründeten. Im August 2005 wurden die beiden deutschen Ordensprovinzen (Norddeutsche Provinz mit Sitz in Köln und Süddeutsche Provinz mit Sitz in München) zur neuen Deutschen Provinz zusammengeschlossen. Die Provinzleitung hat ihren Sitz in München.
Salesianerinnen Don Boscos 1872 von Don Giovanni Bosco und Maria Mazzarello gegründete Ordensgemeinschaft zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Der weibliche Zweig der Salesianer zählt heute weltweit über 16.000 Mitglieder.
Salvator mundi (lat. "Retter, Erlöser der Welt"); spätmittelalterliche Christus-Darstellung, die Christus als Weltherrscher zeigt. Die rechte Hand hat er segnend erhoben, in der linken Hand hält er eine mit einem Kreuz bekrönte Kugel (Reichsapfel) als Zeichen seiner Herrschaftsgewalt.
Salvatorianer (lat. Societas Divini Salvatoris, Abk. SDS, "Gesellschaft des Göttlichen Heilands"); kath. Ordensgemeinschaft; 1881 in Rom von dem Priester Johann Baptist Jordan (*1848, †1918) - sein Ordensname lautete ab 1883 Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan - gegründet. Die Ordensgemeinschaft, die in Deutschland in zwei Provinzen (Provinzialat der Norddeutschen Provinz, Köln und Provinzialat der Süddeutschen Provinz, München) unterteilt ist, ist vor allem in der Erziehung, in der Mission und in der Seelsorge tätig.
Salve Regina das (lat. "Sei gegrüßt, o Königin"); bekannter Lobgesang zu Ehren der Gottesmutter Maria, benannt nach den ersten beiden Worten des lateinischen Textes.
Sanctus das (lat. "heilig"); in der Messfeier der Lobruf der Gemeinde ("Sanctus, Sanctus, Sanctus" = "Heilig, Heilig, Heilig") zu Beginn des Eucharistischen Hochgebetes.
Sankt (lat. "Heiliger", Abk. St.); gebräuchlich vor Namen von Heiligen, z.B. Sankt Martin.
Sant'Egidio Sant'Egidio ist der Name einer 1968 in Rom gegründeten internationalen Laienvereinigung. Ziele der Gemeinschaft sind die Evangelisierung, vor allem der Menschen, die der Kirche fern stehen und am Rande der Gesellschaft leben, der Dienst an den Armen sowie der ökumenische und interreligiöse Dialog. Die Gemeinschaft Sant'Egidio zählt weltweit über 40.000 Mitglieder in rund 60 Ländern. Das Zentrum der Gemeinschaft befindet sich in der römischen Kirche Sant'Egidio, die ihr auch den Namen gegeben hat.
Satan der (hebr. "Widersacher"); im Alten Testament Bezeichnung für den Bösen und Widersprecher Gottes, auch Luzifer (lat. "Lichtbringer"), der vom Himmel gefallene Morgenstern (nach Jes 14,12) oder Baal-Sebub (Beelzebub), nach dem Namen eines Götzenbildes (2Kön 1,2) genannt. Teufel.
SCC Abk. für Sorores Christianae Caritatis, Schwestern der christ-lichen Liebe, kath. Frauenorden
Schematismus der; ein zumeist jährlich von einer Diözese herausgegebenes Handbuch, das sämtliche in der Seelsorge tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese sowie die Anschriften aller kirchlichen Einrichtungen, Gremien und Verbände enthält.
Schiff das. In der Baukunst wird mit Schiff der Innenraum einer Kirche bezeichnet ("Kirchenschiff"). In Basiliken oder Hallenkirchen wird zwischen dem Mittelschiff (auch Längs- oder Hauptschiff) und den Seiten- und Querschiffen unterschieden. Die einzelnen Schiffe sind durch Säulen oder Bögen getrennt. Das Längsschiff liegt in der Regel in west-östlicher Ausrichtung.
Schisma das (griech. schísma = "Spaltung", "Trennung"); bezeichnet eine Kirchenspaltung, die Trennung der kirchlichen Einheit. Zu den folgenreichsten Kirchenspaltungen in der Kirchengeschichte gehört das bis heute bestehende Morgenländische Schisma (1054), die Trennung der vier ostkirchlichen Patriarchate (Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem) von der lateinischen (römisch-katholischen) Kirche. Zum Abendländischen Schisma (1378-1417) kam es, nachdem gleichzeitig mehrere Päpste Anspruch auf die Leitungsgewalt in der Kirche erhoben. Es wurde durch das Konstanzer Konzil (1414-1418) beigelegt.
Schola die (lat. schola = "Schule"); Bez. für die Vorsängergruppe im Gottesdienst.
Scholastik die (lat. schola = "Schule"); philosophisch-theologische Denkrichtung, die versucht, die christlichen Glaubensgrundlagen rational, d.h. durch die menschliche Vernunft zu begründen und zu deuten. Die Entwicklung der Scholastik lässt sich in drei Phasen einteilen: Früh-Scholastik (9.-12. Jh.), die Hoch-Scholastik (12.-13. Jh.) und die Spät-Scholastik (14.-15. Jh.). Zu den bedeutendsten Vertretern der Scholastik gehört Thomas von Aquin (*1225, †1274), der der Theologie den Charakter einer Wissenschaft gab.
Schutzengel Engel.
Schutzheiliger Ein Schutzheiliger (auch: Schutzpatron) ist ein Heiliger, von dem Schutz durch Hilfe und Fürsprache bei Gott erhofft wird. Es gibt Schutzheilige für Personen, bestimmte Berufsgruppen, Länder, Orte, Krankheiten oder Tiere ( Nothelfer).
Schutzmantelmadonna die; besonderer Typus der Darstellung der Gottesmutter Maria, der im 13. Jh. aufkam und besonders im späten Mittelalter (14./15. Jh.) verbreitet war. Maria ist mit einem weiten Mantel dargestellt, den entweder sie selbst oder die Engel ausbreiten. Unter dem Mantel zu ihren Füßen stehen Personen, die den Schutz der Gottesmutter suchen. Schutzmanteldarstellungen finden sich auch bei anderen Heiligen.
Schutzpatron Schutzheiliger
Schweizer Domschweizer
Schweizergarde die (lat. cohors helvetica); 1506 von Papst Julius II. (1503-1513) aus Schweizer Söldnern gegründete Truppe, deren Aufgabe heute der Wach-, Ordnungs- und Ehrendienst im Vatikanischen Palast und der Schutz des Papstes ist. Außerdem begleiten Mitglieder der Schweizergarde den Papst auf seinen Reisen. Die direkt dem Papst unterstellte Truppe zählt eine Sollstärke von 100 Mann. Gardisten können nur katholische, ledige Männer mit einem einwandfreiem Leumund werden, die in der Schweiz bereits Militärdienst geleistet und eine Berufsausbildung absolviert haben. Sie müssen mindestens 1,74 Meter groß und dürfen beim Eintritt nicht älter als 30 Jahre sein. Die Gardisten verpflichten sich in der Regel für eine zweijährige Dienstzeit. Die farbenprächtige Gala-Uniform der Schweizergardisten stammt aus dem Jahr 1914 und ist nicht - wie es häufig heißt - von Michelangelo (*1475, †1564), sondern vom damaligen Kommandanten Jules Répond entworfen worden. Die Farben rot-gelb-blau sind die Traditionsfarben des Hauses Medici. Die Alltagsuniform ist blau. Während der Plünderung Roms am 6. Mai 1527 (ital. Sacco di Roma) leistete die Schweizergarde des Papstes verzweifelten Widerstand und brachte Papst Clemens VII. (1523-1534) in die Engelsburg in Sicherheit. Dabei starben insgesamt 147 der insgesamt 189 Mann starken Söldnertruppe. Dieser Tag gilt noch heute als der Gedenktag der Schweizergarde, an dem jährlich die neuen Rekruten vereidigt werden.
SCJ Abk. für Congregatio Sacerdotum a Sacro Corde Iesu, Herz-Jesu-Priester, kath. Männerorden.
SCV intern. Abk. für Stato della Città del Vaticano ("Staat der Vatikanstadt"). Vatikanstadt.
SDB Abk. für Societas S. Francisci Salesii, Salesianer Don Boscos, kath. Ordensgemeinschaft.
SDS Abk. für Societas Divini Salvatoris, Salvatorianer.
Sechswochenamt das; Gedächtnisgottesdienst für einen Verstorbenen sechs Wochen nach seiner Bestattung.
Sedile das (lat. sedile = "Sitz"); gebräuchlich ist der Begriff "Sedilien", der alle im Altarraum für Priester, Diakone, Lektoren und Messdiener vorbehaltenen Sitze meint.
Sedisvakanz die (lat. sedes = "Sitz" und vacare = "frei", "unbesetzt sein"). Unter Sedisvakanz versteht man den Zeitraum, in der das Amt des Papstes bzw. das Amt des Bischofs unbesetzt ist. Die Sedisvakanz endet mit der Wahl des neuen Papstes bzw. Einführung eines neuen Bischofs.
Segen der (lat. signum = "Zeichen"); eine mit oder ohne Gebet verbundene besondere Geste ( Kreuzzeichen, Handauflegung, Weihwasser, Weihrauch), mit der die Bitte zum Ausdruck gebracht wird, Gott möge dem Gesegneten Heil und Schutz schenken und mit der Kraft seiner gütigen Gegenwart erfüllen. Neben Menschen können auch Tiere, Gebäude und Gegenstände gesegnet werden.
Sekte die (lat. secta = "Richtung", "Richtlinie" und sequi = "folgen", "nachfolgen"); Bez. für eine religiöse Gemeinschaft oder Gruppierung, die sich zumeist von den christlichen Großkirchen aufgrund von abweichenden Glaubensvorstellungen abgespalten hat. Nicht wenige Sekten fallen durch ihre autoritäre Struktur und rigorosen und ideologisierten Glaubensvorstellungen auf. Besonders labilen Menschen fällt es deshalb schwer, sich aus diesen religiösen Gemeinschaften zu lösen. Viele Diözesen bieten deshalb die Hilfen von Sektenbeauftragten an.
Seligsprechung die (lat. Beatifikation); in der katholischen Kirche die feierliche und endgültige Erklärung, dass ein Verstorbener rechtmäßig als Seliger öffentlich verehrt und deshalb um seine Fürbitte bei Gott angerufen werden darf. Die Seligsprechung stellt einen Menschen heraus, der ein besonders vorbildhaftes christliches Leben geführt hat und deswegen von der Kirche eines Landes, eines Bistums oder auch einer bestimmten Gemeinschaft verehrt werden darf. Die Heiligsprechung dehnt diese Verehrung auf die ganze Weltkirche hin aus. Dem Akt der Seligsprechung geht ein Seligsprechungsprozess voraus, der vom Ortsbischof eingeleitet wird. Darin werden Belege für die Beweisführung über den Ruf der Heiligkeit, ggf. des Martyriums, der herausragenden Tugenden und eventuell eingetretener Wunder gesammelt. Nach Abschluss dieses Verfahrens leitet der Bischof die Akten der Vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen zu. Sie prüft die Echtheit der Dokumente sowie der Zeugenaussagen und holt Gutachten über mögliche Wunder ein, die von dem oder der Betreffenden erwirkt worden sein sollen. Bei Männern und Frauen, die als Märtyrer selig gesprochen werden sollen, entfällt die Notwendigkeit eines Wunders.
Seminarist der; Bez. für den Studierenden in einem Priesterseminar (Priesteramtskandidat).
Seraphim die (der Seraph); Bez. für Engel, die nach der Vision des Jesaja (Jes 6,1-7) über sechs Flügel sowie Hände, Füße und menschliche Stimmen verfügen. Sie stehen - so die außerbiblische Überlieferung - lobpreisend um den Thron Gottes und stehen deshalb an der Spitze der Hierarchie der Engelschöre. Ihr Gesang hat als Lobruf ( Sanctus) Einzug in die Feier des christlichen Gottesdienstes gefunden. "Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt." (Jes 6,3)
Serviten (lat. Ordo Servorum Mariae, Abk. OSM, "Diener Mariens"); 1233 in Florenz von sieben Kaufleuten gegründete Ordensgemeinschaft. 1241 errichteten die Ordensgründer, die als sieben "heilige Väter" bezeichnet werden, ihr erstes Kloster auf dem Monte Senario bei Florenz. Seit 1299 besteht auch eine Ordensprovinz mit vier Klöstern in Deutschland. 1304 bestätigte Papst Benedikt XI. (1303-1304) den Orden in seiner Bulle "Dum levamus". Im 15. Jahrhundert breitet sich der Orden stark aus, auch in Deutschland. Während der Reformation werden alle deutschen Klöster aufgelöst. Im 17. Jahrhundert dehnt sich der Orden nach Frankreich und Spanien aus. 1613 kommen die Serviten nach Innsbruck und gründen erstmals wieder im deutschsprachigen Raum ein Kloster. Von hier aus werden 26 Klöster im Bereich der Donaumonarchie und zwei in Deutschland (1635 Bonn/Kreuzberg und 1712 Rheinbach) gegründet. Mit der Säkularisation verlieren die Serviten abermals ihre Klöster in Deutschland. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts erholt sich der Orden langsam und gründet wieder neue Klöster. 1954 wird der Orden in Deutschland, in Gelsenkirchen-Buer, wieder gegründet. Heute leben Serviten, die sich vor allem der Missionsarbeit widmen, in mehr als 30 Länden in allen Kontinenten.
Silvesterorden Der Silvesterorden ist einer der päpstlichen Orden. Er wurde 1841 von Papst Gregor XVI. (1831-1846) für Verdienste um die römisch-katholische Kirche gestiftet und wird in drei Klassen verliehen: 1. Ritter (Damen) 2. Komtur mit Stern und 3. Großkreuzritter (-damen). Der Orden zeigt auf einem achtzackigen goldenen weiß emaillierten Malteserkreuz auf der Vorderseite das Bild des Papstes Silvester I. (314-335). Der Orden wird an einem schwarzen, dreifach rot geränderten Band getragen. Seit 1993 wird der Orden auch an Frauen verliehen. Päpstliche Orden und Ehrenzeichen.
Simon Petrus Petrus.
Sixtinische Kapelle Die Sixtinische Kapelle (Capella Sistina oder Sixtina), die Hofkapelle des Vatikans, trägt ihren Namen nach Papst Sixtus IV. (1471-1484), der sie nach Plänen des Florentiner Baumeisters Baccio Pontelli erbauen ließ. Die Kapelle entspricht in ihren Maßen dem Tempel Salomons (40,2x13,4 Meter). Die Kapelle war nie persönliche Andachtsstätte des Papstes, sondern bis heute Ort feierlicher Gottesdienste und besonders festlicher Akte, wie zum Beispiel der Papstwahl. Weltberühmt ist die Sixtinische Kapelle wegen ihrer Fresken, die von verschiedenen Malern der Renaissance (Pietro Perugino, Sandro Botticelli, Domenico Ghirlandaio, Cosimo Rosselli) geschaffen wurden. Besonders bekannt sind zwei Werke von Michelangelo (*1475, †1564): das Altarfresko "Das Jüngste Gericht" mit rund 390 zum Teil überlebensgroßen Figuren und das Deckengemälde, das auf einer Fläche von insgesamt 520 Quadratmetern Szenen aus der Schöpfungsgeschichte zeigt.
SJ Abk. für Societas Iesu, Jesuiten, kath. Männerorden.
Skapulier das (lat. scapulae = "Schultern", "Rücken"); Teil der Ordenskleidung; der Überwurf über das Hauptgewand besteht aus zwei fast bodenlangen Tuchbahnen, die Brust und Rücken bedecken.
SkF Abk. für Sozialdienst katholischer Frauen.
SM Abk. für Societas Mariae, Maristen, kath. Männerorden.
SMI Abk. für Societas Mariae Immaculatae, Marienschwestern von der Unbefleckten Empfängnis, kath. Frauenorden.
SMM Abk. für Societas Mariae Montfortana, Monfortaner, kath. Männerorden.
SMMP Abk. für Schwestern von der Heiligen Maria Magdalena Postel (Heiligenstädter Schulschwestern), kath. Frauenorden.
SND Abk. für Sisters of Notre Dame, Schwestern Unserer Lieben Frau, kath. Frauenorden.
Solidarität die; ein Grundsatz der katholischen Soziallehre, die Verpflichtung zum umfassenden Füreinandereinstehen; der Einzelne ist der Gemeinschaft verpflichtet und für das Wohl der Gemeinschaft verantwortlich und umgekehrt.
Sonntag (auch: Tag des Herren, Herrentag); nach christlichem Verständnis der erste Tag der Woche, an dem Christen der Auferstehung Christi, des Herrn, gedenken und sich seit der Zeit der Apostel zur Eucharistiefeier versammeln. Der Tag nach dem Sabbat ist durch die neue Gemeinschaft des Auferstandenen mit seinen Jüngern ausgezeichnet und deshalb bleibend der Urfeiertag und der Tag des "Herrenmahles" ( Eucharistiefeier). Jeder Katholik ist zur Teilnahme an der Messfeier verpflichtet (Sonntagsgebot). Seit Kaiser Konstantin (321) ist der Sonntag ein Tag, der möglichst arbeitsfrei sein sollte.
Soror die; (lat.) Schwester.
Soutane die (frz. eigentl. "Untergewand") auch: Sutane; langes, bis zu den Knöcheln reichendes schwarzes Gewand eines Priesters. Bis vor einigen Jahrzehnten war die Soutane als Alltagsbekleidung der Priester üblich. Heute wird sie als Oberbekleidung nur noch bei festlichen Anlässen und bei liturgischen Feiern unter den liturgischen Gewändern ( Kasel) getragen. Die Soutane ist im Gegensatz zum Talar bis etwa zur Hüfte tailliert geschnitten und besitzt vom Kragen bis zum Saum 33 kleine Knöpfe (für die 33 Jahre Christi). Die Farbe der Soutane bei liturgischen Feiern ( Chorkleidung) richtet sich nach dem Rang des Klerikers. Kardinäle: Rot; Bischöfe und Prälaten: Violett; Päpstliche Ehrenkapläne: Schwarz mit violetten Knöpfen; sonstige Priester: Schwarz.
Sozialdienst katholischer Frauen (Abk. SkF). Der Sozialdienst katholischer Frauen ist ein bundesweit tätiger Frauen- und Fachverband in der katholischen Kirche, der sich seit über 100 Jahren der Hilfe für Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien in besonderen Lebenslagen widmet. Zentrales Gestaltungselement der verbandlichen Arbeit des SkF ist das Zusammenwirken von ehrenamtlich und beruflich für den Verein Tätigen. Führungs- und Leitungsfunktionen werden von ehrenamtlichen Vorständen wahrgenommen. Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. wurde 1899 von Agnes Neuhaus zunächst als "Verein vom Guten Hirten" gegründet. 1903 erfolgte die Umbenennung in "Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder" und der Zusammenschluss der bestehenden Vereine zu einem Verband mit einer Zentrale in Dortmund. Heute zählt der Gesamtverein über 180 SkF-Ortsvereine. Der Sozialdienst katholischer Frauen ist Fachverband im Deutschen Caritasverband ( Caritas).
Sozialenzykliken Als Sozialenzykliken werden die päpstlichen Rundschreiben bezeichnet, die sich intensiv mit Fragen der gesellschaftlichen Ordnung und des menschlichen Zusammenlebens im Industriezeitalter befassen und zur Lösung der sozialen Fragen aus kirchlicher Sicht beitragen wollen. Diese Dokumente bilden ein wesentliches Fundament der katholischen Soziallehre. Die Päpste haben bislang insgesamt acht Sozialenzykliken veröffentlicht. Den Anfang machte 1891 Papst Leo XIII. (1878-1903) mit "Rerum novarum", mit der er die Auswüchse der Industrialisierung anprangerte. 1931, genau 40 Jahre später, entstand "Quadragesimo anno" von Pius XI. (1922-1939), in der es um Fragen der sozialen Gerechtigkeit geht. Zum 70. Jahrestag der ersten Sozialenzyklika veröffentlichte Johannes XXIII. (1958-1963) "Mater et Magistra", die - aufbauend auf der bisherigen Soziallehre der Kirche - weltweite soziale Probleme in den Blick nimmt und unter anderem auf den wachsenden Unterschied zwischen Armen und Reichen hinweist. Auf diesen Gedanken baute auch Papst Paul VI. (1963-1978) 1967 seine Enzyklika "Populorum progressio" auf, in der er weltweite Gerechtigkeit fordert und die Christen dazu einlädt, sich am Bau einer neuen Gesellschaft zu beteiligen. Die 1981 von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) anlässlich des 90-jährigen Jubiläums von "Rerum novarum" veröffentlichte Enzyklika "Laborem exercens" betont das Prinzip des Vorrangs der Arbeit gegenüber dem Kapital und unterstreicht die Bedeutung von Solidarität sowie das Recht des arbeitenden Menschen auf gerechten Lohn. 1987 folgt "Sollicitudo rei socialis" mit den Schwerpunktthemen Gerechtigkeit und Frieden und 1991, zum 100-jährigen Jubiläum der ersten Sozialenzyklika, erscheint "Centesimus annus", die das Ende des Kommunismus in Europa reflektiert und eine erste Annäherung an das Konzept der sozialen Marktwirtschaft ist.
Soziallehre Katholische Soziallehre.
Sozialpolitischer Aschermittwoch Seinen Ursprung hat der politische Aschermittwoch in der Donaustadt Vilshofen. Dort trafen sich seit 1580 jedes Jahr zu Beginn der Fastenzeit Bauern und Kaufleute zum Viehmarkt und nahmen bei Bier und Brotzeit auch die königlich-bayerische Politik aufs Korn. Schnell rissen die Bauernführer die Gespräche an sich und machten so aus dem Handel auch eine politische Veranstaltung. 1919 rief der Bayerische Bauernverbund erstmals zu einer Kundgebung auf - damit war der Politische Aschermittwoch geboren. Nach einer Pause während der Zeit des Nationalsozialismus nahm die Bayernpartei 1948 die Bauerntradition wieder auf. Fünf Jahre später stieß die CSU mit ihrem Vorsitzenden Franz-Josef Strauß dazu, der mit seinen legendären Redeschlachten dem alten Brauch zu einer nationalen Bekanntheit verhalf. Inzwischen gehört der Politische Aschermittwoch zum festen Programmpunkt der Parteien und vieler Gruppen. Seit 1998 laden das Bistum Essen und die Evangelische Kirche im Rheinland Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden zum "Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen" ein, um in einem liturgischen Rahmen öffentlich für Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft einzutreten. Mit dem Sozialpolitischen Aschermittwoch wollen die katholische und die evangelische Kirche einen "Kontrapunkt" zum Politikspektakel der Parteien setzen.
Spiritaner (lat. Congregatio Sancti Spiritus, Abk. CSSp, "Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist unter dem Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens"); kath. Ordensgemeinschaft, die weltweit missionarisch tätig ist und sich besonders für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Die rund 3.000 Spiritaner arbeiten in über 50 Ländern der Erde und wollen vor allem Partei für die "Zu-kurz-Gekommenen", Unterdrückten und Benachteiligten ergreifen. Der Sitz der Ordensleitung, das Generalat, befindet sich in Rom. Gegründet wurde die Ordensgemeinschaft von Claude-François Poullart des Places (1679-1709) und Franz Maria Paul Libermann (1802-1852). Poullart des Places hatte nach seinem Jurastudium entschieden, Priester zu werden. Um auch armen Theologiestudenten den Weg zum Priestertum zu ermöglichen, gründete er gemeinsam mit anderen jungen Männern in Paris das "Seminar vom Heiligen Geist". Die daraus hervorgegangenen Priester schlossen sich zur Priestergemeinschaft der Spiritaner zusammen und übernahmen die Seelsorge in den französischen Kolonien in Afrika. Der 1826 vom Judentum zum Christentum übergetretene Franz Maria Paul Libermann gründete 1841 die "Genossenschaft vom Unbefleckten Herzen Mariens", die sich um die befreiten Sklaven in den afrikanischen Ländern kümmern sollte. Auf Vorschlag Roms wurden die beiden Gemeinschaften von Poullart des Places und Libermann 1848 zur "Kongregation vom Heiligen Geist unter dem Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens" vereinigt. Pater Libermann wird der erste Obere der Ordensgemeinschaft.
Spiritual der (lat. spiritualis = "vom Geist erfüllt", "geistlich"); der Seelsorger und Beichtvater in einem Priesterseminar oder einem Kloster.
Spiritualität die (lat. spiritualis = "vom Geist erfüllt", "geistlich"); die persönliche Beziehung des Menschen zu Gott, das "Leben im Geist", das in verschiedenen Haltungen und Lebensformen zum Ausdruck kommen kann (z.B. Gebet, Meditationen, Exerzitien).
Sprengel der (mhd. Sprengel = Weihwasserwedel, von "sprengen"); Bez. für einen kirchlichen Amtsbezirk (Pfarrei, Diözese).
SPSF Abk. für Sorores Pauperum Sancti Francisci, Arme Schwestern vom Heiligen Franziskus (Franziskanerinnen), kath. Frauenorden.
SSCC Abk. für Congregatio Sacrorum cordium Iesu et Mariae necnon adorationis perptuae Ss. Sacramenti altaris, Patres von den Heiligsten Herzen und der Ewigen Anbetung, kath. Männerorden.
SSND Abk. für Congregatio Pauperum Sororum Scholarum Nostrae Dominae, Arme Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, kath. Frauenorden.
SSpS Abk. für Congregatio Servarum Spiritus Sancti, Dienerinnen des Heiligen Geistes (Steyler Missionsschwestern), kath. Frauenorden.
SspSAP Abk. für Congregatio Servarum Spiritus Sancti de Adoratione perpetua, Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung (Steyler Anbetungsschwestern), kath. Frauenorden.
SSS Abk. für Congregatio Presbyterorum a Sanctissmo Sacramentum, Eucharistiner, kath. Männerorden.
SSSF Abk. für School Sisters of St. Francis, Franziskanerinnen, kath. Frauenorden.
St. Abk. für Sankt, "Heiliger", gebräuchlich vor Namen von Heiligen, z.B. St. Martin.
Staat der Vatikanstadt Vatikanstadt.
Staatssekretariat Das Staatssekretariat unterstützt den Papst in der Führung und Verwaltung der Weltkirche. Es ist in zwei Sektionen unterteilt: die "Sektion für Allgemeine Angelegenheiten" (Erste Sektion) und die "Sektion für die Beziehungen mit den Staaten" (Zweite Sektion), gleichsam das Innen- und Außenministerium des Heiligen Stuhls. An der Spitze des Staatssekretariates steht der Kardinalstaatssekretär, gleichsam der "Regierungschef" oder "Premierminister" des Vatikan. Die Erste Sektion des Staatssekretariates wird von einem Erzbischof geleitet, dem "Substituten". Der Zweiten Sektion steht ebenfalls ein Erzbischof vor, der Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, gleichsam der "Außenminister" des Vatikan. Aufgabe der Ersten Sektion ist es, dem Papst in den Fragen seines täglichen Dienstes zu unterstützen und die Arbeit der einzelnen Behörden des Vatikans zu koordinieren, ohne jedoch deren jeweilige Autonomie zu beeinträchtigen. Die Erste Sektion ist außerdem für die Redaktion und Übersetzung der wichtigsten päpstlichen Dokumente verantwortlich, bearbeitet die Unterlagen für die Ernennungen der Römischen Kurie und bewahrt das päpstliche Siegel und den Fischerring auf. Sie ist ferner zuständig für die Veröffentlichung aller Dokumente des Heiligen Stuhls im Vatikanischen Gesetzblatt ("Acta Apostolicae Sedis"), die Verbreitung offizieller Mitteilungen des Papstes und der Römischen Kurie durch den Vatikanischen Pressesaal ("Sala Stampa") sowie die Kontrolle der Vatikanzeitung L'Osservatore Romano, von Radio Vatikan sowie des Vatikanischen Fernsehzentrums. Der Ersten Sektion ist zudem das Büro für Statistik der Kirche angegliedert, das alle relevanten Daten sammelt und auswertet. Die Zweite Sektion ist für die Pflege der diplomatischen Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten sowie für den Abschluss von Konkordaten oder ähnlichen Abkommen verantwortlich und vertritt den Heiligen Stuhl bei internationalen Organisationen und Konferenzen. Zur Zeit unterhält der Vatikan diplomatische Beziehungen zu mehr als 170 Staaten sowie zur Europäischen Union und dem Souveränen Malteserorden. Zudem pflegt der Vatikan Beziehungen zu über 40 internationalen Organisationen, darunter die Vereinten Nationen und viele ihrer Unterorganisationen.
Stabat Mater das (lat. stabat mater [dolorosa] = "es stand die [schmerzensreiche] Mutter"); der Anfang eines vermutlich von Jascopone da Todi oder Johannes Bonaventura (†1274) verfassten Gedichtes auf die Gottesmutter Maria in ihrem Schmerz um ihren gekreuzigten Sohn Jesus Christus. Seit 1727 ist der Text des Gedichtes in das römische Messbuch ("Missale Romanum") aufgenommen worden und wird am "Fest der Sieben Schmerzen Mariä" (15. September) gebetet oder gesungen. Das Stabat Mater ist von vielen Komponisten vertont worden.
Stadtdechant der; die Dekanate einer Stadt oder eines Kreises bilden das Stadt- bzw. Kreisdekanat. An ihrer Spitze steht der Stadt- oder Kreisdechant ( Dechant, Dekanat).
Sterbesakrament Eigentliches und einziges Sterbesakrament ist die Eucharistie ("Wegzehrung"). Der Versehgang, bei dem der Sterbende vor der Wegzehrung auch die Sakramente der Buße und der Krankensalbung ggf. auch der Firmung empfängt, ist in unmittelbarer Todesgefahr möglich.
Sternsingen Sternsingen oder Dreikönigssingen nennt man den Brauch von Kindern und Jugendlichen, am Vortag des Dreikönigsfestes (6. Januar) als Heilige Drei Könige ( Drei Könige) verkleidet von Haus zu Haus zu ziehen, den Bewohnern Glück und Gottes Segen für das neue Jahr zu wünschen und dafür kleine Gaben oder Geschenke zu erhalten. Der seit der Mitte des 16. Jahrhunderts bekannte Brauch ist heute vor allem im Zusammenhang mit der Sternsinger-Aktion des Kindermissionswerkes und des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BdKJ) bekannt. Dabei sammeln die Sternsinger Spenden für Kinderhilfsprojekte in aller Welt. In den mehr als 40 Jahren ihres Bestehens wurden durch die Aktion über 28.000 Projekte unterstützt und ca. 310 Millionen Euro gesammelt.
Steyler Missionare (lat. Societas Verbi Divini, Abk. SVD, "Gesellschaft des göttlichen Wortes"); kath. Ordensgemeinschaft; 1875 von Arnold Janssen (1837-1909), Priester aus der Diözese Münster, im niederländischen Dorf Steyl bei Venlo gegründet. Er eröffnete dort ein Missionshaus zur Ausbildung deutscher Missionare für Übersee. Wegen des Kulturkampfes musste die Gründung auf niederländischem Boden erfolgen. Vom Ortsnamen Steyl leitet sich auch die volkstümliche Bezeichnung "Steyler Missionare" ab. 1879 konnte Janssen bereits die ersten Missionare nach China schicken. Sein Werk breitete sich schnell aus. Auf allen Erdteilen wurden Missions- und Arbeitsgebiete übernommen. Der 2003 von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) heilig gesprochene Arnold Janssen gründete auch zwei Schwesternkongregationen: am 8. Dezember 1889 die Steyler Missionsschwestern, die Dienerinnen des Heiligen Geistes. Sie begannen ihre Missionsarbeit vor allem in den Ländern, in denen bereits die Steyler Missionare arbeiteten. Sieben Jahre später, am 8. Dezember 1896, gründete er die Steyler Anbetungsschwestern, die Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung. Sie dienen dem Missionswerk durch das ständige Gebet. Heute zählt der Orden über 6.000 Mitglieder in 60 Ländern und internationaler Zusammensetzung. Das Generalat, die Leitung der Steyler Missionare, hat seit 1928 seinen Sitz in Rom (vorher in Steyl). Sitz (Provinzialat) der Norddeutschen Provinz (mit 11 Niederlassungen) ist St. Augustin, die Süddeutsche Provinz (mit 6 Niederlassungen) befindet sich in St. Wendel. Zum 1. Mai 2007 wollen die Steyler Missionare ihre beiden Ordensprovinzen in Deutschland vereinigen. Sitz und Leitung der neuen Provinz ist nach Angaben des Ordens noch offen.
Stift das; eine mit einer Stiftung (meist Grundbesitz) ausgestattete nach weltgeistlichen Grundsätzen lebende Gemeinschaft (z.B. das hochadelige Damenstift zu Essen); auch heute noch werden viele Klöster als Stift bezeichnet.
Stola die (griech. "Rüstung", "Kleidung"); ein schalähnliches Stoffband, Teil der liturgischen Kleidung von Priestern und Diakonen und Zeichen des geistlichen Amtes. Der Priester trägt die Stola bei der Messfeier gewöhnlich unter dem Messgewand, bei der Feier anderer Sakramente, Wortgottesdienste, Andachten oder Segenshandlungen über der Albe oder dem Rochett, ggf. über der Alltagskleidung (z.B. am Krankenbett). Anders als der Priester trägt der Diakon die Stola nicht über beide Schultern, sondern wie eine Schärpe diagonal über Brust und Rücken.
Stundengebet Gebet zu bestimmten Stunden des Tages, zu dem Priester, Diakone und Ordensleute sich verpflichten und zu dem auch die anderen Gläubigen eingeladen sind; Elemente des Stundengebetes, das im Stundenbuch zusammengestellt ist, sind Psalmen, Hymnen, Gebete und Schriftlesungen. Das Stundengebet setzt sich zusammen aus den nach einzelnen Tagesstunden benannten Horen; das sind nach dem heutigen Stundenbuch: Laudes (Morgenlob) Terz (zur 3. Stunde), Sext (zur 6. Stunde), Non (zur 9. Stunde), Vesper (Abendgebet zum Abschluss des Arbeitstages), Komplet ("Vollendung", das eigentl. Nachtgebet). Dabei zählt man den Tag von morgens sechs Uhr bis abends sechs Uhr (die dritte Stunde ist also neun Uhr). Hinzu kommt die zeitlich nicht festgelegte Lesehore, die an die Stelle der früheren Matutin bzw. Mette, des Gebetes vor dem Morgenlob, getreten ist.
Subdiakon der; früher das niedrigste Weiheamt ( Weihe) in der katho-lischen Kirche. Der Subdiakon half dem Diakon bei seinen Aufgaben in der heiligen Messe. Seine Hauptaufgabe war der Dienst am Altar und die Lesung der Epistel. Die Subdiakonatsweihe wurde 1972 abgeschafft.
Subregens der; unterstützt den Leiter ( Regens) eines Priesterseminars in seinen Aufgaben.
Subsidarität die; ein Grundsatz der katholischen Soziallehre, wonach eine gesellschaftliche oder staatliche Aufgabe soweit möglich von der jeweils unteren, kleineren Einheit wahrgenommen wird (Verpflichtung zur Eigenverantwortlichkeit). Was der einzelne oder eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe aus eigener Initiative leisten kann, soll nicht auf die nächst größere Gemeinschaft übertragen werden. Die übergeordnete größere Gemeinschaft (Staat oder Kommune) soll aber die untergeordneten so weit unterstützen, dass diese ihre Aufgaben bewältigen können (Hilfe zur Selbsthilfe).
Subsidiar der (lat. subsidiarius = "als Aushilfe dienend"); Bez. für einen Priester, der in einer Pfarrei wohnt und in der Seelsorge der Gemeinde mithilft, seine Hauptaufgabe aber außerhalb der Pfarrei hat (z.B. als Schul- oder Krankenhausseelsorger).
Suburbikarische Bistümer (lat. suburbicarius = "vor der Stadt gelegen"). Den Kardinalbischöfen sind als Titularbistümer die sieben die ewige Stadt (lat. urbs aeterna) Rom umgebenden "suburbikaren" Bischofssitze anvertraut, die jedoch jeweils von einem eigenen Bischof geleitet werden: Ostia, Palestrina, Porto und Santa Rufina, Albano, Velletri-Segni, Frascati, Sabina-Poggio Mirteto. Seit Jahrhunderten gibt es jedoch nur sechs Kardinalbischöfe. Das Titularbistum Ostia hat seit dem 13. Jahrhundert stets der Dekan, der Vorsitzende, des Kardinalskollegiums ( Kardinaldekan) zusätzlich zu seinem anderen suburbikanen Bischofssitz inne.
Suffragan der (auch: Suffraganbischof); einem Metropoliten ( Erzbischof ) unterstellter Diözesanbischof.
Suffraganbistum das. Mehrere Suffraganbistümer bilden zusammen mit einem Erzbistum eine Kirchenprovinz. Die Leitung einer Kirchenprovinz obliegt dem Erzbischof ( Metropoliten). In einigen kirchenrechtlichen Angelegenheiten ist das Erzbistum als Berufungsinstanz zuständig, z.B. in der Ehegerichtsbarkeit. In Deutschland gibt es sieben Erzbistümer: Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München-Freising sowie Paderborn.
Superior der (lat. "der Obere"); der Leiter oder Vorsteher eines Klosters; in zahlreichen Ordensgemeinschaften auch der Titel des Generaloberen (Generalsuperior).
SVD Abk. für Societas Verbi Domini, Steyler Missionare, kath. Ordensgemeinschaft.
Sühne die. Sühne bezeichnet den Akt, durch den ein Mensch, der gesündigt hat, sich mit Gott wieder versöhnt ( Sünde).
Sünde die. Mit Sünde wird ein bewusstes Denken und Handeln des Menschen bezeichnet, durch das das Verhältnis zu Gott gestört wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Sünde und Schuld nicht streng getrennt ( Erbsünde).
Sündenfall der; Bez. für den im Alten Testament (Gen 3) geschilderten Ungehorsam des ersten Menschenpaars Adam und Eva gegenüber Gott.
Synode die (griech. s´ynodos = "Versammlung"). Das geltende Kirchenrecht kennt die Bischofssynode als Beratungsgremium des Papstes und die Diözesansynode, eine "Versammlung von ausgewählten Priestern und anderen Gläubigen der Teilkirche" (can. 460) zur Unterstützung des Diözesanbischofs. Eine gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland fand 1971 bis 1975 in Würzburg statt.
Säkularinstitut das (auch: weltliche Institute). Als Säkularinstitute bezeichnet man geistliche Gemeinschaften, deren Mitglieder (Männer und Frauen) im Gegensatz zu Ordensgemeinschaften keine Gelübde ablegen, aber nach den "evangelischen Räten" leben, also Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam versprechen. Die Mitglieder gehen einem normalen Beruf nach und sind nicht grundsätzlich zu einem gemeinschaftlichen Leben verpflichtet. Auch verzichten sie in der Regel auf das Tragen einer besonderen Tracht. Deshalb spricht man von "weltlichen", also säkularen Instituten. Säkularinstitute engagieren sich u.a. in der Bildungs- und Sozialarbeit.
Säkularisation die (lat. saeculum = "Jahrhundert"; kirchenlat: "die zeitliche Welt", "weltlich"); die Einziehung und Nutzung kirchlichen Eigentums (Vermögen, Immobilien, Landbesitz) durch den Staat. Zur Säkularisation ist es zu allen Zeiten gekommen. So wurden z.B. kurz nach Beginn der Französischen Revolution aufgrund eines Beschlusses vom 2. November 1789 alle Kirchengüter durch den Staat eingezogen. Besonders umfassend war die Säkularisation in Deutschland. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 wurden fast alle geistlichen Fürstentümer aufgelöst. Auf diese Weise wurden die weltlichen Fürsten, die durch die Verschiebung der französischen Ostgrenze ihre linksrheinischen Hoheitsgebiete verloren hatten, entschädigt. Artikel 35 des Reichsdeputationshauptschlusses räumte aber auch jenen deutschen Fürsten, die keine Gebietsverluste erlitten hatten, das Recht ein, kirchliche Güter einzuziehen. Von der Säkularisation profitierten besonders Preußen, Bayern, Baden und Württemberg. Insgesamt vier Erzbistümer, 18 Bistümer und etwa 300 Abteien, Stifte und Klöster verloren ihre Hoheitsrechte und wurden enteignet. |