|
Tabernakel der, auch: das (lat. tabernaculum = "Hütte", "Zelt"); ein kunstvoll gestalteter Schrein zur Aufbewahrung von konsekrierten Hostien. Der Tabernakel wird durch das Ewige Licht angezeigt.
Tag des Herrn Sonntag.
Talar der (lat. talus = "Knöchel"); ein knöchellanges Gewand, das auch ärmellos sein kann. Im Gegensatz zur Soutane, die Klerikern vorbehalten ist, wird der Talar auch von Ministranten und Küstern beim liturgischen Dienst getragen.
Taube die; im Neuen Testament Symbolfigur für den Heiligen Geist.
Taufbecken das (auch: Taufstein, Taufschale, Taufbrunnen); ein zumeist künstlerisch gestaltetes Becken aus Stein oder Metall für das Taufwasser. Das Taufbecken ist zumeist besonders deutlich sichtbar im Kirchenraum aufgestellt, häufig verfügen Kirchen über eine eigene Taufkapelle. Ursprünglich wurden Taufbewerber nur in eigenen Taufkirchen ( Baptisterium) getauft, in dem sich ein von fließendem ("lebendigen") Wasser gespeistes Becken befand. Die Täuflinge waren Erwachsene. Sie mussten bei der Taufzeremonie in das Becken steigen und wurden mit Wasser übergossen.
Taufe die; das erste und grundlegende Sakrament, durch das ein Mensch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Die Taufe begründet die besondere, unauflösbare Gemeinschaft des Getauften mit Christus. Das Taufsakrament wird durch einen Priester oder Diakon gespendet, kann aber in Notfällen auch von jedem gläubigen Menschen gespendet werden (Nottaufe). Bei der Taufe gießt der Taufspender dreimal geweihtes Wasser über den Kopf des Täuflings und spricht die Taufformel ("Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes"). Zuvor ist der Täufling nach seinem Glauben gefragt worden. Im Falle der Kindertaufe bekennen die Eltern und Paten ihren Glauben, nachdem sie für das Kind die Taufe erbeten und sich zur ihrer Aufgabe bekannt haben, das Kind im katholischen Glauben zu erziehen. Die Taufe gehört neben der Firmung und der Erstkommunion ( Eucharistie) zu den so genannten Initiationssakramenten (Einführungssakramenten). Ein erwachsener Taufbewerber empfängt alle drei Einführungssakramente in einer einzigen Feier zumeist in der Osternacht. Der Taufbewerber (Katechumene) wird im Katechumenat auf die Taufe vorbereitet.
Taufpate Pate.
Taufstein Taufbecken.
Tedeum das; Lobgesang benannt nach den Anfangsworten "Te Deum laudamus" ("Dich, Gott, loben wir"). Das Tedeum wird als Dank- und Loblied der Kirche vor allem an Festtagen oder bei Prozessionen, Priesterweihen, Kommunionfeiern und anderen feierlichen Anlässen gesungen.
Temporalien die (lat. temporalis = "zeitlich"); Bez. für den weltlichen (zeitlichen) Besitz (Güter) der Kirche.
Teufel der (griech. diabolos = "Verwirrer"); Bez. für das personifizierte Böse, nach kirchlicher Überlieferung ein "gefallener" Engel, der den Menschen zum Bösen verführt, der jedoch gegenüber Gott keine Macht hat. Satan.
Theologie die (griech. "Rede von Gott", "Lehre von Gott"); Bez. für die Wissenschaft vom Glauben. Die Theologie setzt sich methodisch mit den Grundlagen des Glaubens, seiner Geschichte und seiner praktischen Konsequenzen auseinander. Die christliche Theologie kennt folgende theologische Disziplinen: a) historische Theologie: Bibelwissenschaft ( Exegese des Alten und des Neuen Testaments), Patristik (Wissenschaft von den Schriften und Lehren der Kirchenväter), Kirchengeschichte; b) systematische Theologie: Dogmatik (wissenschaftliche Darstellung der Glaubenslehre), Moraltheologie, Fundamentaltheologie; c) Pastoraltheologie, Kirchenrecht, Liturgiewissenschaft, Religionspädagogik, Christliche Gesellschaftslehre. Das Theologiestudium ist Voraussetzung für das Priesteramt.
THM Abk. für Töchter vom Herzen Mariä, kath. Frauenorden.
Thuribulum das (lat.); Weihrauchfass.
Thuriferar der (lat. thuribulum = "Weihrauchfass" und ferre = "tragen"); Bez. für den Messdiener, der beim Gottesdienst das Weihrauchfass trägt.
Tiara die; hohe, kegelförmige, mit drei übereinander gesetzte Kronen geschmückte Kopfbedeckung des Papstes (auch Papstkrone), die er früher bei feierlichen nichtliturgischen Anlässen trug. Zuletzt wurde Papst Paul VI. (1963-1978) mit der Tiara gekrönt. Er verschenkte 1964 seine Tiara zugunsten armer Menschen. Seitdem haben die Päpste nach ihrer Wahl auf die Krönung durch die Tiara verzichtet.
Titelkirche Jedem Kardinalpriester wird bei seiner Erhebung in den Kardinalstand eine Titelkirche in Rom zugewiesen. Auf diese Weise kommt auch symbolisch die Bindung der Kardinäle an die Kirche von Rom zum Ausdruck und wird zugleich daran erinnert, dass die Päpste ursprünglich vom Klerus Roms gewählt wurden. Für die eigentliche Seelsorge an den Titelkirchen bleiben die örtlichen Pfarrer verantwortlich.
Titularbischof der; Bez. für Bischöfe oder Erzbischöfe, die keiner Diözese vorstehen, sondern auf den Titel einer ehemaligen nicht mehr bestehenden Diözese ernannt und geweiht sind. Titularbischöfe sind alle Kardinäle, die nicht auch ein Bistum leiten, Weihbischöfe und in der Regel die päpstlichen Diplomaten ( Nuntius). Auch hohe Beamte in der Kurie werden häufig zu Titularbischöfen ernannt.
Titularbistum das; Bez. für ein nicht mehr existierendes Bistum ( Diözese), das jedoch einen eigenen Bischof ( Titularbischof) besitzt. Zum größten Teil waren diese Bistümer durch die Ausbreitung des Islam in Nordafrika, Kleinasien und Vorderasien und nach der Trennung zwischen Ostkirche und der römischen Westkirche untergegangen. Bis heute werden Weihbischöfe oder wichtige Würdenträger der römisch-katholischen Kirche zu Titularbischöfen dieser nicht mehr bestehenden Bistümer ernannt.
Todsünde die; Bez. für besonders schwere Sünden (z.B. Mord), dabei wird bewusst ein Gebot Gottes übertreten und eine grundsätzliche Abkehr von Gott vollzogen.
TOR Abk. für Tertius Ordo Regularis S. Francisci, Regulierter dritter Orden der Franziskaner, kath. Männerorden.
Traghimmel der. Als Traghimmel wird ein bei Fronleichnamsprozessionen von vier Personen getragener Baldachin bezeichnet, der dem Allerheiligsten Schutz bieten soll. Fronleichnam.
Transsubstantiation die (lat. "Wesensverwandlung"); bezeichnet während der Feier der heiligen Messe ( Eucharistie) die Wandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi.
Trappisten (lat. Ordo Cisterciensium Strictioris Observantiae, Abk. OCSO, Orden der Zisterzienser von der strengen Observanz, bekannt auch als Ordo Cisterciensium Reformatorum, Abk. OCR, Orden der reformierten Zisterzienser); Ordensgemeinschaft (Männer- und Frauenorden), die die Regel des hl. Benedikt von Nursia (*480, †547) zur Grundlage hat. Die Benediktusregel fordert Chorgebet, Arbeit und Studium ("Ora et labora" - "Bete und arbeite"). Bei der 1664 von Abt Armand Jean Le Bouthillier de Rancé (*1626, †1700) im französischen Zisterzienser-Kloster La Trappe ("Trappisten") gegründeten Ordensgemeinschaft handelt es sich um einen Reformzweig der Zisterzienser. Sein Anliegen war es, die Ideale des frühen Mönchtums wieder aufzugreifen, insbesondere die konsequente Ausrichtung auf ein Leben des Gebets und der Gottsuche. Die Regel des erst seit 1902 selbstständigen Ordens ist geprägt durch Kontemplation, strenge Askese (Fasten, Schweigen) und körperliche Arbeit. Der Orden zählt weltweit rund 2.300 Mönche. Ordenstracht: weißes Gewand und schwarzer Überwurf mit Kapuze und weißem Gürtel. Der weibliche Ordenszweig entwickelte sich seit 1796. Die Trappistinnen zählen weltweit rund 1.700 Ordensschwestern.
Trappistinnen Trappisten.
Trauung die; Bez. für den Akt (auch: Ritus) der Eheschließung. Die Eheleute spenden einander das Sakrament der Ehe selbst. Der Priester oder Diakon nimmt das Eheversprechen entgegen, bestätigt den Ehebund im Namen Gottes und der Kirche und segnet die Eheleute.
Triduum das (lat. "drei Tage"); drei Tage dauernde kirchliche Feiern zu besonderen Anlässen.
Triforium das (lat. tres = "drei" und foris = "Tür", "Öffnung"); in romanischen und besonders gotischen Kirchen der schmale Laufgang unter den Fenstern des Chors, der sich in Bogenstellungen zum Kirchenschiff (Mittel- und Querschiff) und zum Chorraum öffnet.
Trinitatis lat. Bez. für den Dreifaltigkeitssonntag.
Trinität die; Dreifaltigkeit. |