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Vakanz Sedisvakanz.
Vaterunser das (lat. Pater noster), auch: "Gebet des Herrn" ("Herrengebet"); das im Christentum am weitesten verbreitete Gebet, das Jesus Christus seinen Jüngern selbst gelehrt hat. Im Neuen Testament steht das Vaterunser an zwei Stellen: in einer kürzeren Form bei Lukas (Lk 11,2-4) und in einer längeren bei Matthäus (Mt 6,9-13). Die heutige deutsche Fassung lautet: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Der lateinische Text in der Übersetzung nach Matthäus: Pater noster, qui es in caelis: sanctificetur nomen tuum; adveniat regnum tuum; fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra. Panem nostrum cotidianum da nobis hodie, et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris, et ne nos inducas in tentationem; sed libera nos a malo. Amen.
Vatikan der; 1. eigentl. der Vatikanische Hügel (lat. mons vaticanus), Bez. für den im Norden Roms befindlichen 75 Meter hohen Hügel. Unter Kaiser Nero hat dort nach der Überlieferung der Apostel Petrus den Märtyrertod erlitten. Er wurde auf einem nahegelegenen Gräberfeld begraben. Über dem vermuteten Petrusgrab ließ Kaiser Konstantin der Große von 319 bis 322 eine fünfschiffige Basilika errichten. Entgegen dem sonst üblichen Brauch war der Bau mit Rücksicht auf die Lage des Apostelgrabes nicht nach Osten ausgerichtet sondern nach Westen. Das Grab selbst war als oberirdisches Grabmal in die Kirche einbezogen. Um die Peterskirche, dem zentralen Wallfahrtsort der Petrusverehrung, entstanden in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche weitere Gebäude; 2. allg. Bez. für den Sitz des Papstes und der Verwaltung der Kurie.
Vatikanische Konzile Konzile (lat. concilium = "Versammlung") sind Versammlungen von Bischöfen. Eine Bischofsversammlung unter Vorsitz des Papstes, die Fragen berät, die die ganze Kirche betreffen, nennt man ein ökumenisches Konzil (griech. ökumene = "auf den ganzen Erdkreis bezogen"). Die Vatikanischen Konzile sind nach ihrem Tagungsort, der Peterskirche im Vatikan, benannt.Das Erste Vatikanische Konzil (Vaticanum I), von Papst Pius IX. (1846-1878) einberufen, war das 20. Konzil in der römisch-katholischen Zählung und fand vom 8. Dezember 1869 bis zum 18. Juli 1870 statt. Mit diesem Konzil versuchte die Kirche, die katholische Lehre zu bekräftigen und sich den von der Kirche abgelehnten Zeitströmungen des 19. Jahrhunderts wie dem Liberalismus, der modernen Wissenschaft, der Arbeiterbewegung und dem Sozialismus entgegenzustellen. Zudem wurde die Vorrangstellung des Papstes ( Primat), die dessen Unfehlbarkeit in Lehrfragen einschließt, zum Dogma erklärt. Das Zweite Vatikanische Konzil (Vaticanum II, das 21. Konzil der römisch-katholischen Zählung) wurde von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) einberufen und nach dessen Tod von Papst Paul VI. (1963-1978) fortgesetzt und beendet (11. Oktober 1962 bis 8. Dezember 1965). Mit dem Konzil, das als das wichtigste kirchenpolitische Ereignis des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann, wollte sich die Kirche einerseits der "modernen Welt" öffnen und andererseits ihr Verhältnis zu den anderen christlichen Kirchen und den nichtchristlichen Religionen neu bestimmen ( Ökumene). Insgesamt nahmen an den vier Sitzungsperioden 2.850 "Konzilsväter" teil. Die Versammlung verabschiedete insgesamt 16 Dokumente (zwei dogmatische und zwei pastorale Konstitutionen, neun Dekrete und drei Erklärungen). Zu den wichtigsten Dokumenten gehören die vier Konstitutionen. So wird in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche ("Lumen Gentium") das Bild der Kirche als pilgerndes Volk Gottes betont, in der jeder Einzelne Verantwortung trägt. Die Konstitution über die heilige Liturgie ("Sacrosanctum Concilium") führte zu einer umfassenden Reform der Feier der Gottesdienste. So wurde u.a. Latein als Liturgie-Sprache zugunsten der Volkssprache verdrängt. Die Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung ("Dei Verbum") erkannte die Ergebnisse und die Legitimität der wissenschaftlichen Erforschung der Heiligen Schrift an. Die weiteren Dokumente betonen u.a. die Religionsfreiheit und den verstärkten Dialog mit Andersgläubigen, beschäftigten sich mit einer Erneuerung des Ordenslebens, beschreiben Leben und Dienst der Priester und unterstreichen die Rolle der Laien in der Kirche.
Vatikanischer Pressesaal (ital. Sala Stampa), Aufgabe des Vatikanischen Pressesaals ist es, Nachrichten über die Aktivitäten des Papstes und des Heiligen Stuhls öffentlich zu machen und zu verbreiten. Der Pressesaal untersteht direkt der Ersten Sektion des Staatssekretariates. Der Pressesaal, bei dem ständig rund 400 Journalisten akkreditiert sind, gibt täglich ein Bulletin heraus.
Vatikanstaat Vatikanstadt.
Vatikanstadt (ital. Stato della Città del Vaticano; dt. Staat der Vatikanstadt, auch: Vatikanstaat, intern. Abk. SCV). Als Staat der Vatikanstadt wird das in der Stadt Rom gelegene souveräne Staatsgebiet bezeichnet. Staatsoberhaupt ist der Papst, der Inhaber der höchsten legislativen, exekutiven und judikativen Gewalt ist. Der Papst delegiert jedoch die Regierungsgeschäfte an einen Kardinal. Die von drei Seiten mit einer drei Kilometer langen Festungsmauer (16./17. Jh.) umgebene Vatikanstadt ist mit 0,44 Quadratkilometern Größe der kleinste Staat der Welt. Zur Vatikanstadt gehören neben den Gebäuden ( Peterskirche, Vatikanpalast mit der Papstwohnung, Vatikanische Museen) sowie Gartenanlagen, Höfen und Plätzen (Petersplatz) auch mehrere exterritoriale Besitzungen in und außerhalb Roms, darunter die großen Basiliken (Laterankirche, Santa Maria Maggiore und St. Paul) und die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo. Der Staat der Vatikanstadt wurde 1929 durch die Lateranverträge zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien errichtet. Er zählt nur wenige hundert Staatsbürger; i.d.R. ist die Staatsangehörigkeit an den Wohnsitz im Vatikan und eine entsprechende Funktion gekoppelt. Die Vatikanstadt ist eine Wahlmonarchie. In der Sedisvakanz übernimmt das Kardinalskollegium die Regierungsgewalt. Die Vatikanstadt ist das weltliche Herrschaftsgebiet des Papstes. Davon zu unterscheiden ist der Heilige Stuhl als selbstständiges Völkerrechtssubjekt. Das Wappen der Vatikanstadt zeigt die dreifache Papstkrone ( Tiara) mit den zwei gekreuzten Schlüsseln, einer in Gold und einer in Silber. Die Farben symbolisieren die Schlüssel des Apostels Petrus, des ersten Papstes. Petrus hat die "Schlüsselgewalt" von Jesus selbst erhalten: "Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 16,19). Die Schlüssel stehen damit für die höchste geistliche Verfügungsgewalt, einer für das "Binden", der andere für das "Lösen". Die Flagge der Vatikanstadt ist gelb-weiß und zeigt im Zentrum das Papst-Wappen mit den gekreuzten Schlüsseln und der Tiara.
VDD Abk. für Verband der Diözesen Deutschlands.
Velum das (lat. "Tuch", "Decke", "Vorhang"); 1. Bez. für ein Seiden- oder Leinentuch, mit dem liturgische Gefäße aber auch Ikonen und Reliquien bedeckt oder verhüllt werden; 2. Bez. für ein Schultertuch, mit dem der Priester die Monstranz ergreift, um den Segen zu spenden. Verband der Diözesen Deutschlands (Abk. VDD); zur Wahrnehmung gemeinsamer rechtlicher und finanzieller Angelegenheiten wurde 1968 der Verband der Diözesen Deutschlands gegründet, der zugleich Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz ist. Aufgabe des Verbandes ist u.a. die Aufstellung und Abwicklung des Haushalts des Verbandes, der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen, die Aufsicht über die Kirchliche Zusatzversorgungskasse, Statistik sowie Beauftragung und Auswertung von Umfragen, Vorbereitung und Durchführung der interdiözesanen Kirchenlohnsteuerverrechnung (Clearing-Verfahren) sowie die Vorbereitung und Durchführung des Finanzausgleichs zwischen den Bistümern. Sitz des Verbandes, der vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz geleitet wird, ist Bonn.
Verdienstmedaille Benemerenti Benemerenti.
Vesper die (lat. vespera = "Abend"); Bez. für das Abendgebet der Kirche. Die Vesper ist Teil des Stundengebetes und wird zum Abschluss des Arbeitstages, gebetet. Sie besteht aus Hymnus, Psalmen, Schriftlesung, Magnificat, Fürbitten, Vaterunser, Tagesgebet und Segen.
Vicarius Cooperator der; Kaplan.
Vierung die. Als Vierung bezeichnet man das Gewölbequadrat, in dem sich Mittel- und Querschiff einer Kirche kreuzen.
Vierzehn Nothelfer Nothelfer.
Vigil die (lat. vigilia = "das Wachsein", "Nachtwache"); Bez. für eine gottesdienstähnliche Versammlung in der Nacht oder auch am Vorabend einiger hoher katholischer Feste; seit dem Mittelalter und bis zur Liturgiereform auch für den Vortag solcher Feste.
Vikar der (lat. vicarius = "Stellvertreter"); bezeichnet den Stellvertreter eines geistlichen Amtsträgers oder Inhaber eines kirchlichen Hilfsamtes. Der Pfarrvikar ist Mitarbeiter des Pfarrers einer Pfarrgemeinde ( Kaplan). Der Domvikar unterstützt das Domkapitel, der Generalvikar ist Stellvertreter des Bischofs für die Verwaltung des Bistums, der Bischofsvikar ist mit einer besonderen Aufgabe beauftragt.
Vinzentiner (lat. Congregatio Missionis, Abk. CM, "Kongregation der Mission"); 1625 vom heiligen Vinzenz von Paul in Frankreich gegründete Gemeinschaft, deren vorrangige Aufgabe der Dienst an den Armen und Volksmissionen war. Der Kongregation, die sich schnell auch außerhalb Frankreichs ausbreitete, gehören heute weltweit über 4.000 Mitglieder (darunter 3.200 Priester) an. Im deutschen Sprachraum ist neben der Bezeichnung "Vinzentiner" auch der Name "Lazaristen" (benannt nach dem ersten Mutterhaus Saint-Lazare in Paris) geläufig. In weltweit 52 Provinzen und Vizeprovinzen arbeiten die Vinzentiner auch unter den Namen "Vincentian Fathers", "Paulinos" oder "Padres Paúles". Neben den ursprünglichen Aufgaben der Volksmission und der Priesterausbildung widmen sich die Vinzentiner heute u.a. der Seelsorge an Kranken, Alten, Behinderten und Gefangenen. Auch die Schul- und Pfarrseelsorge gehören zu ihren Arbeitsfeldern. Die Mitglieder binden sich durch die ewigen Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit, des Gehorsams und der Beständigkeit im apostolischen Dienst an die Gemeinschaft. ( Vinzentinerinnen).
Vinzentinerinnen Die Genossenschaft der "Töchter der christlichen Liebe" ("Filles de la charité"), im deutschen Sprachraum zumeist als Vinzentinnerinnen bezeichnet, wurden vom heiligen Vinzenz von Paul und der heiligen Louise von Marillac 1633 in Paris gegründet. Erstmals in der Kirchengeschichte wurden Schwestern außerhalb von Klostermauern eingesetzt: in den Elendsvierteln der Stadt, in den Dörfern zur Pflege der Kranken, zum Unterricht und für die Katechese bei Kindern und Jugendlichen, in sozial-caritativen Brennpunkten. Die Gemeinschaft breitete sich schnell auch über die Grenzen Frankreichs hinaus aus. Heute leben und arbeiten weltweit mehr als 23.000 Schwestern in über 80 Ländern für Not leidende Menschen. ( Vinzentiner).
viri probati (lat. "bewährte Männer"). In der lateinischen Kirche sind die Priester zur Ehelosigkeit ( Zölibat) verpflichtet. "Die freie und unwiderrufliche Wahl des Zölibats ist und bleibt Voraussetzung für die Zulassung zur Priesterweihe in der Kirche des Westens", heißt es dazu in einem 1967 veröffentlichten Lehrschreiben ("Sacerdotalis caelibatus") von Papst Paul VI. (1963-1978). Dennoch blieb der Zölibat in der Diskussion. Sie konzentrierte sich jedoch in den folgenden Jahren auf die Zulassung von "viri probati", von bewährten verheirateten Männern zur Priesterweihe. Vor diesem Hintergrund berief der Papst vier Jahre später eine Bischofssynode zum Thema Priesteramt ein. Bei der Schlussabstimmung wies die Synode die Forderung nach den "viri probati" zurück. Dieses Votum ist bis heute für die Kirche maßgebend.
Visitation die (lat. visitare = "besuchen"). Nach dem katholischen Kirchenrecht ( Codex Iuris Canonici) ist der Bischof verpflichtet, sein Bistum wenigstens alle fünf Jahre selbst oder durch einen von ihm Beauftragten ( Weihbischof, Generalvikar, Bischofsvikar) zu visitieren. Die Visitation einer Pfarrgemeinde dient sowohl der Aufsicht und Kontrolle wie der Information und Kontaktpflege. Der Visitator prüft die Kirchenbücher (Tauf-, Ehe-, Toten- und Messstipendienbuch) der Gemeinde, führt Gespräche mit allen Seelsorgern und Mitarbeitern der Caritas sowie mit den Mitgliedern von Pfarrgemeinderäten, Kirchenvorständen, kirchlichen Verbänden und Gemeindemitgliedern. Zum Programm der Visitation, die oftmals mit einer Firmung verbunden wird, gehören auch Besuche von Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern sowie Behinderteneinrichtungen, Betrieben und Rathäusern.
Votiv das (lat. votum = "Gelübde", ex voto = "gemäß dem Gelübde"); eine Weihegabe, die jemand gemäß seines Gelübdes als Zeichen des Dankes für die Errettung aus Not, Gefahr oder von Krankheit oder mit der Bitte um Erfüllung eines Wunsches darbringt. Votivbilder finden sich z.B. sehr häufig in Wallfahrtskapellen.
Vulgata die (lat. vulgus = "allgemein", "gewöhnlich", i.d.S. allgemein übliche Textfassung). Als Vulgata wird zum großen Teil die auf den heiligen Hieronymus (*347, †419) zurückgehende, in der katholischen Kirche allein verbindliche lateinische Bibelübersetzung bezeichnet. Sie löste die bis dahin gebräuchliche ältere lateinische Übersetzung der Bibel (Vetus Latina) ab. Im Auftrag von Papst Damasus I. (366-384) begann Hieronymus im Jahr 383 mit der Revision des altlateinischen Textes der Evangelien, ab 390 folgte die Übersetzung der größten Teile des Alten Testamentes. Ab dem 8. Jahrhundert löste die Vulgata die Vetus Latina endgültig ab. Das Konzil von Trient erklärte die Vulgata 1546 für authentisch. 1907 veranlasste Papst Pius X. (1903-1914) die Erarbeitung einer kritischen Textfassung. 1979 erschien eine auf Grundlage der Originaltexte der Bibel revidierte Neuauflage der Vulgata, die Nova Vulgata. |