ST. MARIEN
Essen-Steele-Rott




Architekt dieses Gotteshauses war der Essener Stadtbaurat Stark. Mit Bezug auf Erlasse, die noch 1912 vom Kölner Erzbischöflichen Generalvikariat gekommen waren und nach denen die Kirchen "vornehmlich in einem der historischen Stile zu bauen" seien, schrieb man hier ausdrücklich, man wollte nicht immer noch neugotisch planen. Die Begründung klingt heute belustigend: Die Ornamente hätten "bei der hiesigen Gegend schnell fortschreitenden Verwitterung der Steine schon sehr unliebsame Ereignisse herbeigeführt. Ebenso sollte der romanische Stil mit seinen mächtigen Pfeilern und seinem meist großen Mangel an Licht vermieden werden. Wollte man nicht den Barockstil anwenden, der durch seinen zugehörigen figürlichen Schmuck sehr teuer geworden wäre, so mußte man eben darauf sinnen, einen modernen, der Landschaft und dem Bauplatz angepaßten und für den Gottesdienst möglichst praktischen Bau herzustellen" (Ruhrwort Nr. 40/1975).

Das Ergebnis ist im Grundriss eine traditionelle, dreischiffige "Wegkirche" mit angesetztem Chorgeviert. Aufriss und Ansichten empfand man damals als "Wendepunkt im Kirchbau an der Ruhr". Traditionell sind aber auch die Details, gemischt mit interessanten Neuerfindungen.

Die Fenster zu Anrufungen der "Lauretanischen Litanei" schuf vor zwei Generationen Heinrich Kirchner aus Münster, die moderne Farbgebung der Essener Architekt Rolf Grundmann bei der Sanierung der Kirche anfangs der achtziger Jahre.

Der gemalte und collagierte Kreuzweg ist eine Arbeit von Egon Stratmann aus Hattingen.